Was passiert bei der MPU? (Medizin. Psych. Untersuchung)

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3 Antworten

Die Testinhalte variieren natürlich immer etwas nach der Fragestellung, d.h. ob jemand den Führerschein wegen Alkohol-/Drogenmissbrauch oder notorischer Raserei oder aus einem ganz anderen Grund verloren hat bzw. nicht erwerben konnte. Grundsätzlich besteht er aber immer aus einem medizinischen Teil (je nach Indikation auch mit Blutprobe), einem psychologischen Teil (Gespräch mit einem Psychologen über den Grund für den Führerscheinverlust und die Perspektiven des Probanden, wobei es bei weitem NICHT reicht, ein "tut mir leid, soll nicht mehr vorkommen"-Haltung einzunehmen, sondern die ernsthafte Beschäftigung mit dem Ereignis erwartet wird; man sollte die Psychologen da auch nicht unterschätzen und glauben, man komme mit eingeübten, nachgeplapperten Sätzen einfach so durch) und dem Reaktionstest an einem Computer.

Wie der Name sagt, besteht die Untersuchung aus einem medizinischen und einem psychologischen Teil. Der medizinische besteht z. B. aus Blutuntersuchung der Leberwerte, wobei aus erhöhten Gamma-GT-Werten der Leber gern geschlossen wird, der Betreffende trinke weiter. Außerdem werden Reaktionsfähigkeit usw. geprüft. Der pschychologische Teil besteht aus Tests und "harmlosen" Gesprächen, die prima zu verpatzen sind. Beispielsweise kommt es gar nicht gut, wenn man sagt, man trinke "überhaupt nichts mehr" oder so. Ziel ist letztendlich, festzustellen, ob der Prüfling zur erneuten Teilnahme am Straßenverkehr geeignet ist. Im Falle Alkohol sollte also erkennbar werden, daß der Betreffende nicht nur sein Verhalten, sondern auch seine Einstellung zum Alkohol dauerhaft verändert hat. Entsprechendes gilt für Verkehrssünder mit entsprechendem Punktekonto.

Dort wird die Eignung untersucht, ob, jemand am Straßenverkehr weiter teilnehmen darf oder nicht. Dazu werden standardisierte psychologische Tests durchgeführt, also nichts, worauf man sich speziell vorbereiten kann.

Du sagst es selbst: *standardisierte" Tests, und man kann sich darauf durchaus vorbereiten. Es gibt - gegen gutes Geld - mehr oder minder gute Vorbereitungskurse zur MPU, sogar mit Erfolgsgarantie, und am Beispiel einer über 60-jährigen Bekannten (Alkoholikerin) habe ich festgestellt, daß diese Kurse tatsächlich was bringen können. Es wird z. B. in diversen Gesprächen die "richtige" Antwort geübt. Der Veranstalter dieses Vorbereitungskurses war ehemaliger MPU-Prüfer und wußte sehr genau, "was kommt"! Die psychologischen Tests hat die Dame mit Bravour bestanden (sie war allerdings inzwischen trocken), wäre aber beinahe am Reaktionstest gescheitert (zu langsam). Das kann man natürlich nur begrenzt "üben".

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