Was passiert , wenn jemand den Tod verweigert?

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12 Antworten

Der Mensch hängt halt am Leben, solange er denkt. Versagen die lebenswichtigen Organe ihren Dienst, dann hört das Denken auf und der Mensch ist tot! - Nichs Spektakuläres, sondern ein völlig normaler Vorgang, der sich täglich vielfach bei allen Sterbenden wiederholt. Ich hoffe Ihnen geht es mit dieser Erkenntnis etwas besser.

Man begegnet oft dem Phänomen dass todkranke Menschen erst sterben wenn ein bestimmtes Ereignis, sei es ein Geburtstag, die Geburt eines Enkels o.ä. stattgefunden hat. Man spricht dann davon, dass sich der Betroffene solange "dem Tod verweigert hat". Ich halte es durchaus für denkbar, dass, wenn man einem bestimmten Ereignis entgegenfiebert, nochmal die letzten Reserven des Körpers mobilisiert werden und so das Ableben für einige Zeit hinausgezögert werden kann. Ist das Ereignis dann eingetreten, kann man loslassen und die Natur nimmt ihren Lauf.

Manchmal ist ein Todeskampf das, was der Begriff andeutet. Manche Menschen sterben sehr unruhig, in großer Angst, im Zorn, in Trauer. Manche Menschen wollen das Leben nicht loslassen, weil sie denken, nicht wirklich gelebt zu haben, daß da noch irgendwas kommen sollte. Vor allem bei jüngeren Leuten ist das ziemlich oft der Fall. Ich weiß nicht, woran Deine Großmutter gestorben ist. Die Krankheit oder die Probleme, die jemand hat, spielen beim Sterben immer eine Rolle mit. Befrage doch Deinen Onkel danach, der bei ihr war. Diese Erfahrung zu teilen, kann beim Trauern helfen. Bei älteren Menschen, bei denen eine Krankheit oder Organversagen zum Tod führt, ist es gewöhnlich nicht so schlimm. Im Lauf des Lebens - vor allem beim Älterwerden - findet eine Auseinandersetzung mit dem Tod statt, die immer wieder einmal ansteht. Wenn ältere oder alte Menschen länger mit ihrer Krankheit kämpfen müssen, kann man den Zeitpunkt beobachten - Tage oder Stunden - an dem der innere Mensch schon weiß, daß er verlieren und sterben will, das Bewußtsein sich damit aber noch nicht anfreunden mag. Es ist dann oft so, daß man - je nach medizinischer Lage - noch mehrere Wochen oder Tage zwischen Angst, Todesgewißheit, Hoffnung, Trauer und ähnlichen Empfindungen hin- und herpendelt. Das kann dazu führen, daß die Sterbephase um lange Zeit verlängert wird, weil der Organismus noch einmal große Anstrengungen unternimmt, um den Tod hinauszuschieben. Alles, was noch an Kraft da ist, wird bemüht, um das betreffende Organ doch noch eine Weile am Laufen zu halten, sich doch noch einmal ein bißchen zu erholen oder doch noch einmal die Hoffnung auf Genesung aufzubauen. Dann geht es einen Tag schlechter, den nächsten wieder besser und oft gibt es ganz überraschende medizinische Effekte. Obwohl einem das unnötig und grausam vorkommen mag, ist es doch ein Prozeß, den die betreffende Person braucht, um sich schließlich doch dem Sterben zu ergeben. Das kann mehr oder weniger mühevoll sein, mehr oder weniger traurig oder auch ganz friedlich. Wie das bei Deiner Großmutter war, solltest Du bei Deinem Onkel erfragen. Wenn Dir das wichtig ist, sollte er die Bereitschaft finden, Dir darüber zu berichten. Alles Gute! q.

Liebe "LeonsMama",

ich habe mich auch schon oft und auch in jüngeren Jahren in der Vergangenheit mit sowas auseinandergesetzt. Habe so etwas ähnliches erlebt wie Du. Aber ich denke, die Aussage soll nicht das Äußere beschreiben, sondern die innere Einstellung. Deine Oma (war sie alt oder noch etwas jünger und krank ?) wollte noch nicht von dieser Welt gehen und war noch nicht bereit für den nächsten Schritt. Egal aus welchem Grund (sei es, weil sie noch nicht alles gesagt hat, oder weil sie noch von jemandem Abschied nehmen wollte oder weil sie einfach schlicht weg noch LEBEN wollte) Deine Oma noch nicht von dieser Welt gehen wollte, das hat aber etwas mit dem Inneren zu tun. Sie wird einfach nicht ruhig eingeschlafen sein, sondern sehr aufgewühlt und unruhig. Und das hat Deine Mama vielleicht erkannt. Bei meiner einen Oma war es so: Sie hat 6 Kinder, sie lag im Altenheim im sterben, 3 oder 4 der Kinder (meine Mama und Ihre Geschwister) waren am Sterbebett. Nur mein Opa, der noch in der Wohnung lebte (er konnte sie aus gesundheitl. Gründen nicht mehr pflegen)war noch nicht da. Als ER da war, hat sie ihn angeschaut, seine Hand nochmal gedrückt (sie konnte nicht mehr sprechen) und ist erleichtert gegangen. Ganz schön traurig aber sie wollte IHN nochmal sehen und war dann bereit. Vielleicht habe ich Dir ein wenig geholfen.

Hallo LeonsMama,

zunächst mein Beileid für diesen Verlust. Wir Menschen haben ja den Willen zum Leben, man kann diesen Willen auch verlieren, vielleicht durch zu viele Probleme, durch Krankheit, durch finanzielle Sorgen, was auch immer der Grund ist. Dann hört man auch auf zu kämpfen.

Bei deiner Oma war es so, dass sie nicht sterben wollte, und doch den Kampf verlor. Du musst dir das so vorstellen, dass innerlich ein Riesenkonflikt stattfindet. Sie hat gewusst, dass sie sterben muss, wollte dem aber nicht nachgeben. Vielleicht hat sie auch daran gedacht, was sie in ihrem Leben für schöne Dinge erlebt hat, vielleicht an dich. Ich glaube nun nicht, dass sie bitterlich geweint und geschrien hat, das ist eher etwas, das "im Verborgenen" geschieht. Da wird niemand etwas so richtig mitbekommen. Die andere Seite habe ich auch gesehen, dass eine Oma aufgegeben hat. Auch hier aber war kein Weinen usw., nein, das war auch etwas Innerliches. Als sie aber gestorben war, da sind uns Situationen eingefallen, wo wir im Nachhinein sagten: "Da hat sie schon aufgegeben"

Weißt du, es gibt Kämpfe, die fürchterlich sind, von denen du oder ich gar nichts mitbekommen. So ungefähr wird es bei deiner Oma gewesen sein. Für mich die beste Antwort, weil sie auch am Tröstendsten ist, hat davidlacher geliefert:

**"Ein Kampf gegen das Einschlafen" **

Ja, das ist wunderbar erklärt.

Mögest du in deinem Leben diesen Verlust einigermaßen überwinden, wünscht dir

Alfred

" sie hat sich gegen den Tod gestemmt....sie wollte uns einfach noch nicht verlassen..........." Man sagt das, wenn man den Eindruck hat, daß ein sterbenskranker Mensch noch zu sehr am Leben hängt. Ich glaube nicht, daß sich Dein Onkel bei dieser Aussage viel gedacht hat. Und auch Du brauchst Dir darüber keine Gedanken machen. Fast immer stirbt ein Mensch still und leise und ich habe den Eindruck gewonnen, daß sie es selbst gar nicht mitbekommen.

Darüber macht man sich lieber im einzelnen keine Gedanken.

Zumeist und im Normalfall, geht das still vor sich.

Die Filmeinstellungen sind voll daneben. Es ist im Film langweilig, wenn einer still stirbt. Darum das Drama der letzten Sekunde. Aber normal ist das nicht so.

Man nimmt Abschied, wie es gerade jetzt ist. Niemand hat alles erlebt. und wäre meist unerträglich.

Wenn nicht ein Ereignis wie ein Herzinfarkt, Gehirnschlag oder Ähnliches das Leben plötzlich beendet (die Betonung liegt auf plötzlich) geht das Lebenslicht langsam aus. Das heisst, der Blutkreislauf zieht sich auf die lebenswichtigen Körperteile zurück, das sind (Klein-)Gehirn, Lunge und das Herz selber, während der sonstige Körper nicht mehr durchblutet wird und anfängt kalt zu werden (das ist das sichere Zeichen für den baldigen Tod). Irgendwann bricht dann dieser Minimalkreislauf auch noch zusammen. (Habe ich selber 2 mal so erlebt) Ich nehme an, dass kein Sterbender in dieser Phase seine Umgebung noch wahrnimmt und auch selber keine Äusserungen mehr machen kann. Alles andere ist Kino und Theater und Dichterische Freiheit, der Tod hat nichts Feierliches oder Erhabenes (Sammlung letzter Worte von Prominenten), der ist günstigstenfalls still und ungünstigstenfalls dreckig, stinkig, ekelerregend. Entschuldigung, aber das ist die (technisch-medizinische) Wahrheit.

Hallo LeonsMama,

"hat bis zum Schluß gekämpft"....damit ist nicht ein körperl. sichtbarer Kampf gemeint, auch keine Tränen (evtl. mal, aber eher nicht), .....es gibt einen ungefähren Zeitpunkt, ab dem man bestimmen kann, wann der Mensch in seine letzte Phase übergeht (Prä-Finale Phase).....oft vergeht dann noch eine gewisse Zeit, bis es zum Ableben kommt,....wenn diese Zeitspanne sehr groß ist, spricht man von einem "langen Kampf,".....allerdings macht es schon einen Unterschied....ob derjenige ganz ruhig da liegt, o. vielleicht zusätzl. (ist oft so) z.B. noch Atemprobleme etc. dazu kommen. Manchmal haben Menschen alle Anzeichen einer Prä-Finalen Phase, und rappeln sich tatsächlich wieder auf,....es gibt Menschen die geraten mehrmals in Prä-Finale Phasen,....ob die sich da immer wieder "rauskämpfen" ??? ....ist wohl auch Ansichtssache. Genausogut kann die letzte Phase nur Sekunden dauern......da steckt man nicht drinn....

ich denke das hat nichts körperliches zu bedeuten, eher das sie weinte um ihr leben und nicht sterben wollte halt....

Ich stelle es mir vor wie einen Kampf gegen das Einschlafen, den man nciht gewinnen kann, wenn Du verstehst was ich meine.

ja so stelle ich mir das irgendwie auch vor .... hundeelend müde...aber will nicht schlafen.....

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Frag doch deinen Onkel - er war ja anscheinend dabei.

einfac her gesagt als getan....... wir redn nicht miteinander.... hat aber persönliche Gründe!!!

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@LeonsMama

Dann würd ich dem eh nicht glauben - der will dich nur manipulieren, damit du nie richtig erwachsen wirst.
Sorry für meine Direktheit.
Aber du hast geschrieben, dass deine Mutter sagte, dass du (27 Jahre alt) für die Wahrheit noch zu klein bist.

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@quasselstripper

HÄÄ??? nene les richtig !!!! Ich schrieb NICHT dass meine Mutter mein ICH SEI ZU KLEIN

Und da wäre ich auch schon bei meiner Frage.... meine Mutter wollte es mir nicht beantworten...nicht weil ich zu klein bin ( um himmelswillen ich bin 27 ) eher vielleicht, weil sie es selber noch nicht wirklich begreifen kann bzw will .

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