was nützen lebensrettende Kampftechniken und erlernte Selbstverteidigungsmaßnahmen (bei) der Polizei, wenn gleich zum Finalschuß gegriffen wird?

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11 Antworten

Ich nehme an, deine Frage bezieht sich unter anderem auf die Tötung des islamistisch motivierten Attentäters, der in einem Regionalzug zuschlug.

Bei solchen Personen muss immer damit gerechnet werden, dass es sich um Selbstmordattentäter handelt, die neben ihren sonstigen Waffen auch Sprengstoff am Körper tragen.

Bevor sich ein Polizeibeamter einer solchen Gefahr aussetzt, indem er sich der Person nähert, um sie zu entwaffnen, ist der Einsatz der Schusswaffe aus meiner Sicht legitim.

Wären die Polizisten  dagegen zu einer eskalierten Kneipenschlägerei mit Messereinsatz gerufen worden, könnte man nach meiner Ansicht durchaus über die Sinnhaftigkeit eines Schusswaffeneinsatzes diskutieren.

wenn das eigene Leben (eher) nicht bedroht ist,

Den Umfang einer Bedrohungslage zu beurteilen ist nicht immer einfach. Ein Griff in die Tasche kann einem Handy, einer Waffe, oder einem Zünder gelten.

zumal es Kampftechniken (Abwehr..) gibt,

Die Nahkampfausbildung normaler Polizeibeamter ist sehr grundlegender Natur. Ich habe selbst erlebt, dass sie in ihrer Freizeit einen weiteren Stil trainieren, um auf den Ernstfall besser vorbereitet zu sein.

Außerdem läuft eine Entwaffnung - egal wer sie durchführt - nie wie im Lehrbuch, oder gar einem Film ab. Insbesondere bei jemandem, der mit einer kleinen Waffe, wie einem Messer agiert, ist das extrem riskant.

Da ist es aus meiner Sicht durchaus verständlich, wenn ein Beamter seine Eigengefährdung minimiert, indem er die Schusswaffe einsetzt.

Im Fall von geschulten Kräften eines Spezialeinsatzkommandos dürfte das nicht viel anders sein, selbst wenn die Fähigkeiten im Nahkampf vermutlich ausgeprägter sind.

Auch sie müssen sich dem Risiko eines potentiellen Sprengsatzes nicht vorbehaltlos aussetzen. Bei "Allah hu akbar" rufenden Tätern ist eine solche Risikobewertung aus meiner Sicht nicht unbegründet.

wenn der Gegner keine Waffe mehr hat?

Abgesehen von Einzelfällen, wie der Erschießung eines nackten Mannes im Neptunbrunnen in Berlin im Juni 2013 ist der Einsatz tödlicher Gewalt gegen unbewaffnete Personen in Deutschland nicht üblich.

Kein verantwortungsbewusster Beamter würde so etwas tun - und sei es nur, um sich den unweigerlich folgenden Papierkram zu ersparen.

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Kommentar von ZIzIZakg
20.07.2016, 18:16

Da muss ich mal eben korrigieren, der Mann im Neptunbrunnen hatte ein Brotmesser in der Hand mit dem er sich zuvor selbst verletzt hat. Als er auf den Polizisten der den Schuss abgab, zugelaufen ist hatte er das Messer noch in der Hand.

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Kommentar von Abahatchi
21.07.2016, 10:26

Bevor sich ein Polizeibeamter einer solchen Gefahr aussetzt, indem er sich der Person nähert, um sie zu entwaffnen, ist der Einsatz der Schusswaffe aus meiner Sicht legitim.

Die Schuszwaffe heitsz ja nicht Tötungsgerät. Sie kann genutzt werden, um mit einem gezielten Schusz, den mutmaszlichen Täter an der Flucht zu hindern oder einen Angriff zu beenden. Dafür ist es völlig ausreichend, wenn man entweder in den Arm schieszt oder ins Bein. 

Die Frage ist aber eben auch immer, ist die Situation so, dasz man gezielt in den Arm oder in das Bein schieszen kann. Die Beamten haben schlieszlich nicht nur das Leben anderer zu schützen, sondern auch das eigene. Auszedem ist es wie mit Schiedsrichter Entscheidungen. In Bruchteilen von Sekunden musz eine Situation wahrgenommen und gewertet werden. 

Wer eben Fuszball spielt, musz damit rechnen, dasz aus dem Blickwinkel des Schiedsrichter der Ball ganz klar im Tor war, selbst wenn er es nicht war. 

So müssen auch Täter damit rechnen, wenn sie mit Messern und Hackebeil auf Menschen los gingen, den Polizisten im Zweifelsfall nicht die Zeit bleibt, sich in Zeitlupe noch einmal die bestehende Situation 100 mal an zu sehen. Wer also mordend und brandschatzend durch die Gegen zieht, musz schlicht weg damit rechnen, dasz Polizisten, von einem selbst genötigt, zu sehr spontanen Handeln gezwungen werden.

Grusz Abahatchi

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So zurückhaltend mit Schusswaffen wie hierzulande ist kaum eine andere Polizei in anderen Ländern. Die wird wirklich nur eingesetzt, wenn es um Menschenleben geht, also wenn der Polizist angegriffen wird oder wenn es darum geht, Geiseln zu befreien.

Im Schnitt kommen in Deutschland pro jahr etwa 6-7 Menschen durch Polizeibeschuss um und das ist wirklich sehr wenig.

Jeder tödliche Polizeischuss wird auch gründlich untersucht. 

Sowohl in der Ausbildung als auch in der Praxis wird Schießen nur als allerletztes Mittel gesehen, wenn alle anderen Maßnahmen nichts mehr bringen.

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Kommentar von elektromeister
20.07.2016, 17:18

Wenn man das auf USA hochrechnen würde, kommt man auf knapp 22 Menschen. Das toppen die Amis aber "im Quadrat"

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Täter werden nur bei gegenwärtiger Lebensgefahr, final bekämpft. Nicht jedes Bundesland bietet diese Rechtsgrundlage. Außerdem bedeutet dies nicht, dass Beamte töten dürfen sondern einen Schuss abgeben dürfen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich wirken wird. Dies impliziert, dass der Täter überleben kann. Deine Fallkonstellation, dass Täter trotz fehlender Lebensgefahr final bekämpft werden, findet nicht auf deutschem Bundesgebiet sondern im Fernsehen statt.

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Kommentar von elektromeister
20.07.2016, 17:20

Jepp! zuviel Amerikanische Äktschen Fuilme" gschaut!!!!!

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Geht man in den Zweikampf mit jemanden, besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Zwischen Zweikampf und Erschießen gibt es viele Abstufungen. In den meisten Fällen sind beide Extreme zum Selbstschutz (oder Schutz Dritter) hinsichtlich der Minimierung des Schadens nicht optimal.

Ich würde jedenfalls mich vor jemandem mit meiner Waffe schützen, wenn ich eine tragen würde und ich befürchten würde, im Zweikampf stark verletzt zu werden. Natürlich würde ich denjenigen nicht umbringen.

Ein Zweikampf kann sinnvoll sein, wenn man keine Gelegenheit hat, zur Waffe zu greifen oder wenn man keine Waffe bei sich führt.

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Kommentar von Abahatchi
21.07.2016, 10:41

In den meisten Fällen ist durchaus Zeit, einfach mal in die Beine zu schieszen, dann ist die eigentliche Handlungsfähigkeit des Täters gebrochen. Das reicht.

Wie gerade in den USA oft zu sehen, wird aber bei Menschen die sich nur der Festnahme wiedersetzen oder wehren, gleich mit einem Schusz der "Wiederständler" ermordet wird. Auch hier würde es reichen, mit einem gezielten Schusz in den Arm oder in das Bein, den "Zappelphilipp" ruhig zu stellen. 

Es gibt durchaus Situationen, in denen Polizisten sehr spontan reagieren müssen, ohne stundenlang die Lage peilen zu können. Natürlich ist dann auch der spontane Einsatz der Schuszwaffe möglich, selbst wenn dadurch der Täter am Ende tot ist. 

In Deutschland ist der Miszbrauch der Schuszwaffe bei Polizisten durchaus die absolute Ausnahme, doch sieht es in anderen Saaten völlig anders aus. 

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Wir sind hier in Deutschland und der "Finale Rettungsschuss" unterliegt ganz klaren und strengen Regeln.

Ein Angreifer mit Waffe und erkannter Tötungsabsicht darf nach mehrmaligem Ansprechen (Drohung und genaue Risikoabwägung) Kampfunfähig, notfalls getötet werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, die Situation zu lösen.

Dass die Polizei zu schnell schiessen soll, ist der Reißerischen Berichterstattung der Medien zuzuschreiben. Real passiert das kaum und ist bisher auch durch die nachfolgende Rechtsprechung als korrektes Verhalten klassifiziert worden.

Kein Polizist tut sich das an. Einmal abgedrückt = Monatelange juristische Untersuchung und dann auch noch von allen Seiten angepisst zu werden. Darauf können die gerne verzichten.

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Die Frage ist in sich sachlich falsch und deshalb nur als Provokation anzusehen.

Schusswaffengebrauch ist die allerletzte Möglichkeit, zu der unsere Polizei greift. Schießwütige Rambos gibt es bei der Polizei nicht.

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Ich glaube, du bringst da was durcheinander. Das ist nicht immer so. Bestimmte Verteidigungstechniken oder Griffe sind hilfreich im ganz normalen Alltag. Wenn sich jemand der Festnahme widersetzt und den Polizisten was tun will. Manch einer hat das was gegen, sich Handschellen anlegen zu lassen. Soll auch Täter geben, die einem die Dienstwaffe entwenden wollen, sich mit den Beamten prügel wollen. ...So welche werden doch nicht gleich erschossen. Wo kämen wir dann hin? Was für Vorstellungen hast du denn? Es muss schon eine besondere Bedrohungslage herschen. Selbst wenn ein Täter bewaffnet ist und die Waffe benutzt, muss man den nicht gleich erschiessen. Nur im äußersten Notfall.  Das ist auch zum Glück kein Alltag. Außerdem, schon mal dran gedacht, das man sowas nicht gerne tut?

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Ein Polizeibeamter muss/darf das Mittel anwenden, welches erforderlich ist.

So darf die Schusswaffe nur gebraucht werden, wenn das eigene oder fremde Leben bedroht ist und ein Täter nur noch durch den Einsatz der Waffe zu stoppen ist.

Anders sieht es aus, wenn ein Täter beispielsweise handgreiflich wird, ohne bewaffnet zu sein. 

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Du denkst auch die Polizisten schießen gerne los. Einem Menschen das Leben zu nehmen ist eins der schlimmsten Dinge die man machen kann. Seiner Tochter zu erklären ich habe heute jemanden getötet. Seiner Frau zu erklären. Den anderen Menschen. Das Blut, die regungslose Leiche. Das packt einen für immer.

Und wenn ich ehrlich bin. Gerade bei der Axt Attacke, versetzt euch mal in diese Lage rein.

Niemand geht freiwillig gegen jemanden in den Nahkampf wenn er eine Axt hat und bereit ist jemanden zu töten.

Die Chance dich zu treffen ist zu hoch. Polizisten machen auch nicht jeden Tag Selbstverteidigung.

Noch dazu bei diesem Adrenalin Kick, bei dem Blut, bei dem Täter etc.

Es wundert mich nicht. Es war auch richtig so wenn ich ehrlich bin.

Was hätte man mit dem gemacht ? Ins Ausland schicken wo er zum IS geht und weiter Menschen tötet ? Ins Gefängnis stecken und nach 15 Jahren kommt der frei ? Abschieben ? Noch dazu jemanden der dabei ist bis zum Tod zu kämpfen und der sterben will ?

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diese frage stellt sich bei bestimmten verbrecher-gruppen nicht und sollte auch nie gestellt werden........... gegenfrage: WAs geschieht mit solchen idioten, wenn man sie festnimmt?............ sie werden verhaftet, verhört, man geht mit ihnen deals ein, um an informationen zu kommen und dann kommen sie in haft, werden sogar noch nach jugendgesetzen verurteilt und kosten uns allen jedes jahr hunderttausend euro an unterhaltskosten......... irgendwann kommen sie wieder frei und ticken dann weiter so.......

nöööööööööö, will ich nicht..........da ist ein fangschuss wesentlich besser und vor allem, für die hinterbliebenden von eventuellen getöteten menschen ist das dann eine gerechte strafe..............

wenn dir diese sichtweise nicht gefällt, dann trainiere doch kampfsport und stelle dich solchen idioten beim nächsten mal entgegen.......aber aufgepasst, kann auch sein, dass der depp dann einen knopf drückt, wenn er merkt, dass er den kürzeren zieht..............

meine meinung also:

bestimmte menschen haben ihre grundgesetze in dem moment abgegeben, wenn sie ihre taten durchziehen........fertig......!!!!

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Kommentar von Abahatchi
21.07.2016, 10:54

für die hinterbliebenden von eventuellen getöteten menschen ist das dann eine gerechte strafe.

Ich würde hier jetzt nicht abschlieszend und pauschal den Hinterbliebenen unterstellen, was sie als gerechte Strafe sehen. Das wird wohl so unterschiedlich sein, so unterschiedlich eben die Vielzahl von Hinterbliebenen ist. 

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Ahh ja....es wird also immer gleich zur Pistole gegriffen? Merkwürdig das wir 2014 nur 7 Menschen erschossen haben...und unter Schusswaffeneinsatz fallen auch Warn- und Alarmschüsse...und Schüsse gegen Tiere...

Und die Messerangriffe 2015/2016 hegen Polizisten. Die hat man auch alle gleich erschossen....was ein Blödsinn ey.

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