Was muss man über Feuerversicherungen wissen?

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7 Antworten

Sowohl die Gebäude- als auch die Hausratversicherung, leistet im Brandfall ja den dann gültigen Neuwert.

DESHALB wird die Prämie jährlich überprüft und ggfs angepasst. 

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der ursprüngliche Versicherungswert richtig berechnet ist. Hier an der Versicherungssumme zu sparen ist garantiert ein Fehler.

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 Unser Mutter macht sich Gedanken wegen der Feuerversicherung des Eigenheims, die ständig teurer wird, während der Wert des Hauses und vor allem des Hausrats ja eher sinkt.

Teile deiner Mutter mit, dass sie bei der Wohngebäudeversicherung auch weitere Gefahren, wie Sturm, Hagel, Leitungswasser und Elementarschäden versichern sollte.

Bitte beachte, bei neuen Wohngebäudeversicherung und auch bei Hausrat ist der Neuwert versichert. Bedeutet, z.B. beim Hausrat, dass man ein vergleichbar neues Gerät kaufen kann, was auch vollständig bezahlt wird.

Beim Gebäude, wird ja nicht nur die Reparatur des Hauses, sondern unter Umständen der komplette Abriss und der Neuaufbau bezahlt und dies zu den heutigen Preisen. Nehmen wir mal ein Gebäude das im Jahr 1950 für ca. 20.000 DM gebaut wurde. Die heutigen Baukosten dürften sich so bei ca. 250 - 300.000 € bewegen.

 Allerdings gibt es anscheinend keine Versicherungssumme,

Bei unseren Verträgen steht auch keine Versicherungssumme für das Gebäude im Vertrag. Dafür steht aber in den Versicherungsbedingungen, dass wir bei Gebäudeversicherungen bis zu 2.500.000 € leisten und bei Hausrat bis zu 1.000.000 € leisten, sofern keine anderen Entschädigungsgrenzen festgelegt sind.

Also solltest Du die Versicherungsbedingungen lesen um die genaue Definition der Höchst-Schadenssummen prüfen zu können.

 Die Police enthält aktuell keine "weiteren Elementarschäden", was ich in der Lage auch nicht unbedingt für nötig halte,

Da bin ich anderer Meinung: Gerade im Jahr 2015 wurde das Haus eines meiner Kunden völlig überschwemmt - Lage des Gebäudes auf einem Hang ca. 100 m oberhalb des Ortes - über dem Gebäude nur Wiesen, keine Bäche oder sonstiges Gewässer.

Bei einem Starkregen wurde der vollständig Ort (Hanglage) überschwemmt.

Er selbst hatte einen Schaden von insgesamt 75.000 €.

 aber auch keine Glasbruchschäden

Eine Glasschadenversicherung empfehle ich nur dann meinen Kunden wenn sie z.B. einen Wintergarten haben, oder eine Glasüberdachung beim Carport, oder bei der Terrasse, viele Glastüren im Haus oder eine teure Duschkabine aus Glas.

Allerdings sind auch über die Wohngebäudeversicherung Glasschäden enthalten, z.B. bei Feuerschäden, Hagel- oder Sturmschäden.

Gruß N.U.

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Buerger41 11.02.2016, 15:16

Wobei der gleitende Neuwert (bei einer Verssumme Wert 14) den Vorteil hat, dass nicht die Kosten ,die am Schadentag anfallen , erstattet werden, sondern die Schadenkosten, die Abschluss aller  Arbeiten mit Rechnungsdatum anfallen. Die Differenz kann richtig viel Geld sein.

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Apolon 11.02.2016, 16:15
@Buerger41

@buerger41,

ich habe bisher nur negatives bei solchen Verträgen feststellen können.

Denn wenn die Versicherungssumme, was sehr häufig bei alten Monopolversicherungen vorkam z.B. mit einer Gesamtsumme von 250.000 € berechnet wurde (Umrechnung des 1914 Wertes) auch bei einem höheren Schaden nicht mehr als gerade diese 250.000 € gezahlt wurden.

 den Vorteil hat, dass nicht die Kosten ,die am Schadentag anfallen , erstattet werden, sondern die Schadenkosten, die Abschluss aller Arbeiten mit Rechnungsdatum anfallen.

Bei einem Wohngebäudeschaden werden immer alle erforderlichen Kosten die z.B. für den Wiederaufbau benötigt werden gezahlt.

Deinen obigen Hinweis auf den Schadenstag kann ich so nicht nachvollziehen, denn die Kosten z.B. bei einem abgebrannten Haus, kann man an diesem Tage nicht feststellen. Dafür ist ein Gutachten erforderlich und außerdem muss der Schutt und evt. Dekontaminations-Schäden zuerst einmal beseitigt werden, bevor man anfangen kann das Haus wieder aufzubauen.

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Hallo Skinman,

es handelt sich bei den genannten Versicherungsarten um Neuwertversicherungen. Das heißt, dass die zerstörten Sachen zum Neuwert erworben oder aufgebaut werden können.

In den Verträgen ist meist eine Versicherungssumme angegeben. Diese stellt die maximale Entschädigung seitens des Versicherers dar. Es gibt allerdings entsprechende Abweichungen bei beispielsweise Wertsachen.

Die Erstattung selbst erfolgt, wenn ein Schaden beim Versicherer gemeldet wird. Das passiert über eine Hotline oder den entsprechenden Vermittler. Je nach Schadenart werden dann unterschiedliche Informationen, Bilder und ggf. Gutachten angefordert. Die voraussichtliche Höhe des Schadens entscheidet meist über die Vorgehensweise seitens des Versicherers.

Das die Prämie eurer Wohngebäudeversicherung steigt ist keine Ausnahme. Aktuell kämpfen die Gesellschaften mit erheblichen Schadenaufkommen in ihren Beständen. Das hat zur Folge, das dieses Minus nach Jahren wieder ausgeglichen werden muss. Heutzutage sind die Schäden teurer und kommen teilweise häufiger vor. Somit steigt die Prämie.

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Skinman 11.02.2016, 11:03

Also es handelt sich, wie ich jetzt nachgeschaut habe, um eine Wohngebäudeversicherung, und der Beitrag scheint mir nach einem oberflächlichen Internet-Vergleich eher niedrig.

Allerdings gibt es anscheinend keine Versicherungssumme, sondern die Agentin meinte, im Schadenfall wird "jede eingereichte Rechnung bezahlt".

Stattdessen steht im Vertrag "Berechnungsgrundlage ist der derzeitige Anpüassungsfaktor 15,66". Das Verfahren, auf das sich dieser bezieht, hat sie kurz zu erläutern versucht, aber so ganz kapiert hab ich das nicht. In jedem Fall sei der aktuelle Faktor nur noch 15, der werde jährlich angepasst.

Die Police enthält aktuell keine "weiteren Elementarschäden", was ich in der Lage auch nicht unbedingt für nötig halte, aber auch keine Glasbruchschäden. Die gab es zwar in den letzten 40 Jahren nicht, aber das Haus hat durchaus recht viele und teils große Fenster, da frag ich mich schon eher.

Wieder andererseits liegt es halt am Ende einer wenig belebten Sackgasse und am Hang zurückversetzt, da müsste man sich schon echt Mühe geben, um ein Fenster zu zerstören. Wodurch kann Glasbruch denn wohl sonst eintreten?

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DerHans 12.02.2016, 13:32
@Skinman

Beide Faktoren beziehen sich auf den Wert 1914. Der müsste auch irgendwo in der Police zu finden sein.

Es ergeben sich zwei unterschiedliche Faktoren, da ja nicht immer der  100 % Schaden eintritt,

Leitungswasserschäden sind sehr arbeitsintensiv. Da sind die Kosten insgesamt überproportional gestiegen.

Deswegen ergibt sich eine Differenz zwischen der Wertsteigerung des Gebäudes und der Anpassungsfaktor für die Prämie.

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BenLam 15.02.2016, 11:29
@Skinman

Hallo Skinman,

es gibt heutzutage Versicherungsverträge, die keine Versicherungssumme mehr ausweisen, sondern eine unbegrenzte Deckung gewähren. In diesen Verträgen wird die Prämie anhand der Quadratmeter berechnet und mit einem Anpassungsfaktor multipliziert. Dieser ändert sich tatsächlich jährlich.

Glasbruch kann durch eine versicherte Gefahr wie Sturm eintreten. Dieser Fall ist, soweit Sturm eingeschlossen ist, auch bei euch versichert.

Die Glaspauschalversicherung deckt Glasbruchschäden ab, die aus keiner versicherten Gefahr hervor gehen. Es muss kein Grund vorliegen, lediglich die das Glas muss beschädigt oder zerstört sein.

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 während der Wert des Hauses und vor allem des Hausrats ja eher sinkt.

Wie kommst du denn auf solch eine Idee ?

Beispiel ein 2-Familienhaus wurde 1950 für 20.000 DM gebaut.

Wenn man es heute verkauft könnte man dafür ca. 300.000 € bekommen.

Und wenn man es nach einem Schaden neu wieder aufbauen müsste, dürfte man mit mindestens 350.000 € rechnen, da ja auch noch der Schutt beseitigt werden müsste.

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Der Wert des Gebäudes ist mit dem statistischen Wert in Goldmark 1914 angegeben, der Umrechnungsfaktor wird Jahr für Jahr unabhängig ermittelt so das zum gleitenden neuwert versichert ist. Es heißt nach gleicher Art und Güte wieder aufgebaut. Bedeutet dass die Versicherung ein zeitgemäßes Gebäude in gleicher Größe ersetzen wird. Man unterscheidet dabei nach Ausstattung.... Zb. Wieviel Badezimmer wieviel Steckdosen je Raum, Standartbodenbelag oder Fliesen bzw. Parkett usw

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schleudermaxe 11.02.2016, 14:04

Wo steht das, das mit der Goldmark? Meine Versicherung kennt so einen Begriff nicht.

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Apolon 11.02.2016, 16:22
@schleudermaxe

Schleudermaxe,

dann frage deine Versicherung einfach.

Solltest Du dort als Vermittler tätig sein, solltest du auf jeden Fall dein Fachwissen aufbessern, denn da fehlt einiges.

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schleudermaxe 12.02.2016, 06:31
@Apolon

Habe ich, keine Angaben in Mark, keine Angaben der Versicherungssumme, es wird bezahlt, was anfällt, schon seit Jahren so. Bewertung allein nach Wohnfläche und Ausstattung und Typ. Tipp: Du mußt zur Schulung oder bleibe einfach mal wieder einige Tage hier weg.

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DerHans 12.02.2016, 13:28
@schleudermaxe

Auch wenn "deine" Gesellschaft das nicht kennt. Solltest du mit dem Begriff Wert 1914 etwas anfangen können. 

Oder hast du noch nie eine Police gesehen, in der dieser wert angegeben ist?

Das ist immer noch das einzig wirklich zuverlässige Instrument, um eine Unterversicherung zu vermeiden, aber auch um zu hohe Prämie zu zahlen.

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schleudermaxe 11.03.2016, 08:02
@DerHans

Ich habe einige Hausbesitzer gefragt und auch in die Scheine geschaut. Keiner hat Angaben zu 1914. Lasse es einfach gut sein. Was früher einmal war, hilft heute nicht unbedingt weiter.

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RudiRatlos67 11.03.2016, 09:32
@schleudermaxe

@ Schleudermaxe:

Ich habe einige Hausbesitzer gefragt und auch in die Scheine geschaut.
Keiner hat Angaben zu 1914. Lasse es einfach gut sein. Was früher einmal
war, hilft heute nicht unbedingt weiter.

Und woran machen wir bitteschön die Versicherungssumme fest?
Warum gibt es dann immernoch Jahr für Jahr eine aktualisierte Größe des gleitenden Neuwertfakor?
Darüber hinaus bin ich mir sicher, dass auch Gesellschaften die den Wert nicht in die Police schreiben ihn als Grundlage nutzen und intern damit arbeiten.
Eine Gebäudeversicherung reguliert nach folgendem Grundsatz:
Wiederherstellung nach gleicher Art und Güte. Über- bzw. Unterversicherung wird anhand der Versicherungssumme und des tatsächlichen Versicherungswert festgemacht und dabei spielt eben der gleitende Neuwertfakto eine ganz entscheidende Rolle....
Tip, schau das mal bei Wickipedia nach.

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RudiRatlos67 11.02.2016, 14:25

Dann wird es intern umgerechnet, VGH und Provinzial schreiben überhaupt keine Summe in die Policen, berechnen es aber intern

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schleudermaxe 12.02.2016, 06:32
@RudiRatlos67

Unsere Provinzial kennt die Angaben in unseren Versicherungsscheinen aber. Machen die etwas falsch?

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RudiRatlos67 12.02.2016, 08:20

Nein, die machen nichts falsch, die vers. Summe wird nur nicht in die Policen geschrieben sondern intern hinterlegt. Dadurch kann der Kunde nicht so leicht vergleichen das ist alles

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Aber es wird ja nicht der Wert der Hütte abgesichert. Es werden die Kosten und Lasten kalkuliert, incl der Hotelunterbringung für oft bis zu zwei Jahren.

Allein dieser Plastemist, auch Laminat genannt, in vielen Hütten, ist ja Sondermüll und somit entsprechend teuer.

Und eine Glasvers. regelt doch Bruch (Einige auch Blindwerden) von allen Flächen, also auch Dusche, Spiegel, Backofen und Ceran etc.. Viel Glück.

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RudiRatlos67 11.02.2016, 13:58

Na dann erzähl Du einem Kunden mal was über seine "Hütte" jemand der 30 Jahre für seine Altersversorgung in Form einer selbstgenutzten Immobilie bezahlt, wird diese abfällige Ausdrucksweise sicher nicht freudig hinnehmen.... Ich würde Dich jedenfalls achtkantig rausschmeissen

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schleudermaxe 11.02.2016, 14:01
@RudiRatlos67

Ein Glück, daß Du mich nicht wirst tragen können und verkaufen will und muß ich nicht. Wie kommst Du auf so eine Idee?

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Sowohl eine Hausratversicherung als auch eine (Wohngebäude)-Feuerversicherung zahlen normalerweise nicht den Zeitwert, sondern den Neuwert.

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Apolon 11.02.2016, 11:53

Hallo Kim,

beachte bitte, dass es immer noch viele uralte Versicherungsverträge gibt  die eine Absicherung gegen Zeitwert haben.

Und gerade ältere Leute (80 aufwärts), wollen diese Verträge nicht verändern, da sie ja dann ein paar Euro mehr zahlen müssten.

Gruß N.U.

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