Was muss man für ein Informatikstudium können?

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2 Antworten

"Vaginalysis" (*), lineare Algebra und Stochastik wohl immer. Der Rest hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Oft kommt noch Numerik dazu, ab und an auch diskrete Mathematik, Zahlentheorie. Nach oben sind dem ganzen keine Grenzen gesetzt. Ein Informatikstudium ist im Grunde ein halbes Mathematikstudium. Du solltest mit Mathematik also definitiv nicht "auf Kriegsfuß stehen".

(*) - Ich hoffe, man versteht, was ich meine. Der korrekte Begriff wird leider vom "Schimpfwortfilter" geschluckt. ;-)

Wenn der Studiengang "vernünftig" ist, wirst Du aber, ausgehend vom "Abiturniveau", alles weitere in den jeweiligen Veranstaltungen erlernen. Ich sage bewusst "Du wirst es erlernen", nicht etwa "man wird es Dir beibringen". Ein Hochschuldozent ist kein Lehrer! Die Herangehensweise ist eine grundsätzlich andere, als in der Schule. Der Dozent an der Uni wird Dir in der Regel die Themen nicht wirklich "beibringen", wie es in der Schule geschieht, sondern durch seine Veranstaltung eher einen Rahmen schaffen, der es Dir ermöglichen wird, Dir die Inhalte auch tatsächlich anzueignen und wenn es gut läuft, hoffentlich auch für Fragen zur Verfügung stehen. (Wenn die Veranstaltung sehr voll ist, eventuell nicht einmal das.) Das ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten. Der Dozent wird vermutlich einige Grundlagen vermitteln, insbesondere aber wohl viele Fragen/Aufgaben stellen. Es liegt dann an Dir, Dich mit den Inhalten tatsächlich auseinanderzusetzen.

Für ein Informatikstudium ist es sehr wichtig, dass Du schon programmieren kannst. Das klingt zunächst kontraintuitiv, aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es grundsätzlich sehr schwerig ist, jemandem Programmieren "systematisch beizubringen", weil es mindestens so viel "Kunstform", wie "Wissenschaft" ist und viele Dinge "Bauchentscheidungen", "Gefühlssachen" sind, die Du nur mit Erfahrung (und auch Fehlschlägen) hinbekommst. Es ist aber quasi unmöglich, diese Erfahrung innerhalb von ein paar Semestern mit "Programmierveranstaltung" zu sammeln. Du wirst es wirklich sehr viel einfacher haben, wenn Du dort schon im Vorfeld zumindest "Grundlagenwissen" hast.

Wichtig ist aber auch, dass Informatik nicht gleich Programmieren ist. Ich bin mit über einem Jahrzehnt an "Programmiererfahrung" ins Informatikstudium gegangen, konnte die entsprechenden Veranstaltungen auch recht schnell "abhaken". Trotzdem war das Informatikstudium an sich nicht "einfach" für mich. Programmieren ist eben nur ein Teil und auch vor allem in den "niederen Semestern" ein Thema. Später, insbesondere im Master, wird es immer theorielastiger und es wird immer mehr Mathematik. Wobei die Mathematik im Studium nicht wirklich etwas mit "Schulmathematik" zu tun hat. Eine gute Mathenote in der Schule ist somit keine Garantie auf ein erfolgreiches Studium. Umgekehrt muss eine mittelmäßige, vielleicht sogar eine schlechte Mathenote in der Schule somit aber auch nicht unbedingt ein Hindernis sein, weil die Themen im Studium doch sehr andere sind. Allerdings solltest Du grundsätzliches Interesse an der Thematik haben. Wenn Du Mathematik "nicht magst", ist das Informatikstudium nichts für Dich.

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AnaIysjs, lineare Algebra, eventuell Stochastik. Viele Beweise.

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