Was muss man für die Filmprojektion im Kino so wissen/können?

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1 Antwort

Was man als Filmvorführer zu tun hat, hängt stark von der technischen Ausstattung des Kinos und der Anzahl der vorhandenen Säle ab.

Jedes Kino besitzt für jeden Saal mindestens einen 35-mm-Projektor und eine Tonanlage. Ein 35-mm Film wird normalerweise am Donnerstag gegen Mittag ins Kino geliefert und muss dann für die Vorführung vorbereitet werden. Ein 90-minütiger Film besteht aus ca. 5 Filmrollen, die auf Dummies angeliefert werden, das heisst, sie sind lose um einen Kern, der auf den Umspultisch gezogen wird. Auf dem Umspultisch werden die Filmrollen auf Schäden kontrolliert (Perforationsrisse, Klebestellen), und auf die eigentlichen Rollen umgespult. Die meisten Kinos "koppeln" die Filmrollen, das heißt, die Anfangs- und Endstreifen werden entfernt, meist wird ein Bild aus dem Film herausgeschnitten (aus Bequemlichkeit), die Rollen werden zusammengeklebt, und auf einen großen "Teller" umgespult. Kinos mit häufig wechselndem Programm sind aber oft darauf angewiesen, die Projektion auf traditionelle Weise durchzuführen: also hat man einen Film auf 4-8 Spulen und muss alle 20 Minuten von einem Projektor auf den anderen überblenden.

Bevor der Film in den Projektor eingelegt wird, muss noch die richtige Filmmaske vor das Projektionsfenster eingelt werden, denn es gibt zahlreiche verschiedene Filmformate. Gegenbenenfalls muss ein anamorphotisches Objektiv für Cinemascope angebaut werden. Dann wird der Film eingelegt und von Hand bis zu einem bestimmten Punkt (gewöhnlich das Bild mit der "8" auf dem Vorspannstreifen) vorgekurbelt. Im Bildfenster wird er Bildstrich justiert. Wenn der Film anläuft, muss schnell die Schärfe gezogen und der Ton justiert werden. Nach ca. 20 Minuten erscheint in der rechten oberen Ecke des Bilds auf der Leinwand ein Umschaltzeichen, der das Signal gibt, den Motor des zweiten Projektors anzuwerfen. Beim zweiten Signal wird die Lampe vom ersten auf den zweiten Projektor umgeschaltet. Die durchgelaufenen Filmrollen werden wieder auf die Start-Filmrolle umgespult und der nächsten "Akt" des Films wird in den freien Projektor eingelegt. Wenn der Film im Kino abgelaufen ist, also an einem Mittwoch, wird er wieder auf Dummies gezogen, verpackt und verschickt.

Das ist der Standard-Vorgang bei der traditionellen Projektion. Es gibt viele Elemente, die von Kino zu Kino unterschiedlich sind. Manchmal muss eine Matrix bedient werden, die das Licht, den Vorhang und die Soundanlage automatisch bedient. Viele Filmvorführer bedienen mehrere Säle gleichzeitig. Die Wartung und das Reinigen der Geräte gehört ebenso zu den Aufgaben des Filmvorführers, wie die Rettung im Fall von technischen Problemen (Filmriss, Lampe brennt durch, Stromausfall etc.). Außerdem arbeiten heute viele Kinos mit verschiedensten digitalen Formaten, manche Kinos leider auch manchmal mit vollkommen unprofessionellen wie DVD oder Blu-ray.

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