Was muss ich tun um eine große Rückzahlung bei der Steuererklärung zu bekommen?

8 Antworten

Die festzusetzende Einkommensteuer hat überhaupt nichts mit der Lohnsteuerklasse zu tun, sondern nur mit dem Familienstand und den persönlichen steuerlich relevanten Verhältnissen. Bemessungsgrundlage ist das zu versteuernde Einkommen (Bruttolohn abzuglich Werbungskosten, Sonderausgaben - z.B. Versicherungen, Spenden, Kirchensteuer -, außergewöhnliche Belastungen wie z.B. Krankheitskosten usw).

Bei Verheirateten kommt dann die Splittingtabelle zur Anwendung, bei Ledigen die Grundtabelle. Im Jahr der Heirat wird - egal, ob man am 1.1. oder am 31.12. vor dem Standesbeamten JA gesagt hat - für das ganze Jahr die Splittingtabelle angewandt, daher kommt es oft zu höheren Erstattungen

Die Lohnsteuerklasse ist nur ein Anhaltspunkt für den Arbeitgeber für den richtigen Einbehalt der Lohnsteuer, die als Vorauszahlung auf die Einkommensteuer angerechnet wird. Aber nochmal: die Höhe der Jahres-ESt hat damit nichts zu tun!

Welche Steuerklasse am günstigsten ist, kann man über einen der vielen Brutto-Netto-Rechner rausfinden.

ABER: Bei Steuerklassenkombination III/V ist man verpflichtet, eine EStErklärung abzugeben. Dabei kommt es häufig zu Nachzahlungen, denn bei Steuerklasse III wird im Verhältnis zuwenig LSt einbehalten. Der höhere Einbehalt bei Steuerklasse V gleicht das oftmals nicht aus.

Man muss das für sich selber entscheiden: Ist es mir lieber, während des Jahres ein höheres Nettogehalt zu haben und dann im darauffolgenden Jahr einen evtl. vierstelligen Betrag an zuwenig einbehaltenen Steuern nachzuzahlen oder habe ich monatlich etwas weniger im Portemonnaie und krieg dafür dann eine ESt-Erstattung.

Alternativ wäre auch die Steuerklassenkombination IV/IV nit Faktor möglich; da stimmt der monatliche LSt-Einbehalt mit der Jahressteuer fast überein.

es machen ja automatisch beide eine EStEkrlärung wenn man verheiratet ist.

also laut rechner würd sich da slohnen bei uns mit 3/5 würden über das jahr mehr bekommen, und rückzahlung stand um die 600 aber auf das jahr gerechnet würden wir umd die 2400 mehr bekommen

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@hanspeter23841

nein, es machen nicht automatisch beide eine EStErklärung. Man kann als Ehepaar die Zusammenveranlagung wählen - dann gibt es eine einzige Erklärung und einen EStBescheid für beide. Oder man wählt die Einzelveranlagung, dann macht jeder seine eigene EStErklärung und erhält einen eigenen EStBescheid.

Und stell nicht immer die Steuerklassenkombination in den Raum. Das ist wirklich nur eine rechnerische Größe für die Vorauszahlungen. Ob man III/V. IV/IV oder IV/IV mit Faktor wählt, hat keinen Einfluss auf die Jahrest-ESt..

Die 2.400 €, die Ihr bei III/V unterm Jahr mehr bekommt, zahlt Ihr dann bem ESt-Bescheid wieder zurück. Das ist kein Steuervorteil, sondern so gesehen nur ein Darlehen, das Euch der Staat gibt und das Ihr im Folgejahr zurückzahlen müsst

Bei Steuerklasse IV/IV wird zuviel LSt einbehalten, das ist dann Euer Darlehen an den Staat und Ihr bekommt es mit dem ESt-Bescheid wieder.

Bei IV/IV mit Faktor stimmt die einbehaltene LSt so ziemlich mit der Jahres-ESt überein. Wenn überhaupt, dann kommt es nur zu einer geringen Erstattung, Nachzahlung ist eigentlich fast ausgeschlossen.

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Nein, du musst für eine evtl. Erstattung für 2019 nun nicht mehr die Steuerklasse wechseln. Wenn du wechseln willst, dann machst du das für die Zukunft. Zur Optimierung deines Nettolohns und damit du in den zukünftigen Jahren eben nicht im mtl. Lohn zu viele Steuer bezahlst die du dann am Jahresende wieder zurück holen musst.

Du musst es dir so vorstellen. Durch die Heirat kannst du beim Finanzamt für das ganze Jahr 2019 so gestellt werden, als ob das ganze Jahr verheiratet gewesen wärst. Und genau das führt evtl dazu dass du die letzten Monate zu viel Steuer gezahlt hast. Das macht sich vor allem bemerkbar wenn deine Frau deutlich weniger verdient. Und noch besser wirds falls sie gar kein Einkommen hatte. Für den Fall, dass ihr bisher ähnlich verdient habt, dann mach dir bitte nicht all zu viel Hoffnung auf eine hohe Erstattung 😉 denn dann wirds nicht viel ausmachen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

also ich verdiene 4mal mehr wie meine frau sie kann aus gesunheitlichen gründen nicht mehr wie 80 h im monat arbeiten. also stuerklasse 3/5 wechsele ich dann erst im nächsten jahr oder macht das sin weil ich doch viel mehr wie meine frau verdiene und dieses jahr noch zu wechseln, mit der hoffung das wir mehr steuern zurück bekommen?

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@hanspeter23841

Ja, gut dann macht das Sinn mit dem wechseln. Aber wie gesagt, ob du früher oder später wechselst. Im Endeffekt verlierst du keinen Euro. Am Jahresende wird mit der Steuererklärung sowieso abgerechnet. Die Steuerklasse ist nur dafür da, dass die netto Löhne optimiert sind. Auch wenn es jetzt auf die Erstattung dieses Jahr nicht mehr viel macht, weil ja praktisch schon November ist, würde ich es gleich wechseln. Und 2020 ist ja auch nicht mehr weit.

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so spät noch in die 3 wechseln bringt ja auch nichts mehr, du bekommst ja über die Steuererklärung alles zurück. Mit der 3 bekommst du monatlich mehr raus und dann eben bei der Steuererklärung nicht mehr so viel oder du musst sogar nachzahlen.

Am Ende bleibt eure gemeinsame Steuerlast gleich, egal ob 4/4 oder 3/5. Und ihr könnt ja für das ganze Jahr 2019 den Splittingvorteil nutzen.

Du musst also gar nichts tun, nur die Steuererklärung machen.

ja stimmt auch ich hab gedacht wenn ich noch in dem jahr wechsel bekommen wir mehr raus nächstes jahr aber wenn das gleich bleibt dann werde ich im januar wechseln da bei uns der verdienstunterschied doch recht groß ist.

ja von dem splittingvorteil hab ich auch gelesen, werde ich dann auch nutzen

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