Was muss ich bei der Wahrscheinlichkeitsrechnung beachten?

3 Antworten

Hier ist die Schwierigkeit, dass du die Wahrscheinlichkeit für die einzelnen Ereignisse kaum kennst.

Ich nehme mal ein Beispiel aus deiner Geschichte. Du versuchst, deine Mutter zu täuschen. Entweder es klappt (Erfolg), oder nicht (Misserfolg).

P(getäuscht) = ?

"Die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis "getäuscht" ist gesucht"

P(nicht getäuscht) = 100% - P(getäuscht)

"Die Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis "nicht getäuscht" entspricht 100% minus die Wahrscheinlichkeit, dass du sie täuscht"

Das Problem für dich an dieser Stelle wird: "getäuscht" und "nicht getäuscht" sind nicht wie beim Murmelziehen gleich wahrscheinlich, denn - wie du richtig sagst - du bist keine Murmel. Deshalb müsstest du irgendwie abschätzen können, wie wahrscheinlich es ist, dass eines der beiden Ereignisse eintritt. Angenommen zum Beispiel, du hast es schon zehnmal Versucht, sie zu täuschen, und es hat in vier Fällen geklappt, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass du sie täuscht, vier von zehn:

P(getäuscht) = 4/10 = 0,4 = 40%

P(nicht getäuscht) = 100% - 40% = 60%

Wenn deine Erfahrungswerte richtig sind, kann man damit auch weiterrechnen. In deinem Beispiel müsstest du deine Mutter ja dreimal hintereinander täuschen, um nicht zur Schule zu müssen. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird mit der "Pfadmultiplikationsregel" berechnet. Es muss ja in allen drei Fällen klappen, also ist die Wahrscheinlichkeit:

P(dreimal getäuscht) = P(getäuscht) * P(getäuscht) * P(getäuscht)

= 40% * 40% * 40%

= 6,4%

Die Wahrscheinlichkeit, dass du deine Mutter dreimal hintereinander täuschen kannst und nicht zur Schule musst, wäre dann 6,4%. Die Wahrscheinlichkeit, dass du doch hinmusst, wäre 93,6% (100%-6,4%).

Diese Rechnungen stimmen aber nur, wenn dein Erfahrungswert (4 von 10 Fälle) stimmt und genau ist. Du musst schon irgendeine Wahrscheinlichkeit entweder kennen oder abschätzen können, um damit zu rechnen.

Viel Spaß noch mit Wahrscheinlichkeiten ;-)

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Mathe Leistungskurs/ möchte Mathelehrer werden

OK, danke

6,4%? Das meint also das von 100 Fällen ich bei 6,4 gewinnen sollte. Bei 50 dann 3,2 mal! Wir gehen ja sowieso zu oft in die Schule und das Schule nicht wichtig ist haben ja sowieso jetzt die corona Ferien gezeigt.

Die art der Wahrscheinlichkeit wird 'Pfadmuiltiplikationswahrscheinlichkeit ''' genant? Stimmt das?

Leider habe ich nicht nodierd wie oft die reingefallen ist. Aber ich mache es auch nicht so oft! Sonst

fällt es auf! Du musst wissen das man das nur gelegentlich machen kann. Zu oft ist zu gefährlich. Früher konnte ich einfach weinen und sagen ich will nicht. Aber das geht nicht mehr. Echt schade.

Laplace ist das mit den Murmeln. Ich weiß auch das man zwischen der theoretische und experimentelle Wahrscheinlichkeit unterscheiden muss.

So wie du es mir erklärst ist es die experimentelle Wahrscheinlichkeit. Das Problem ist ich werde meinen Plan zum ersten mal ausführen. Wenn es klappt sollte es also beim nächsten mal 100% Wahrscheinlich sein. Aber das wird die dann merken das ich wieder das selbe versuche.

Ich glaube ich muss mir was einfallen lassen das dann kombiniert werden kann. Weißt schon mal das mit dem und dann das mit dem und mit dem und dem. Das ist gut aber das wird kompliziert. Ich muss aber owensichtlich mir eine Tabelle erstellen.

Es kann aber auch so sein: 0,5 x 0,5 x 0,5 x 100 = 12,5% dann sollte es jedes 8 mal klappen. Ich werde es alle 8 Wochen machen und dazwischen überlegen was ich so vorspielen kann und üben.

Ich glaube da ist ein guter Plan! Was meinst du?

Tschüüü

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@Debney

Ich würde meine Einschätzung, ob das ein guter Plan ist, mal dreiteilen wollen: Mathematische Perspektive, Moralische Perspektive, meine Meinung.

Mathematisch betrachtet machst du dir viele gute Gedanken dazu, wie du das abschätzen kannst und vor allem auch an welchen Stellen die Rechnung ungenau wird. Das ist aus mathematischer Perspektive also eine konsequente Denkweise. Auf der anderen Seite kommt genau bei dieser Überlegung ja ein mathematisch verpacktes "das geht schief" heraus, wenn wir sagen: Wahrscheinlich klappt es eher nicht.

Eine andere Perspektive wäre aber die ethische Frage, ob du deine Mutter überhaupt so täuschen solltest. Ich weiß nicht, was dein Problem mit Schule ist, aber es gibt bessere Lösungen als einfach nicht hinzugehen. Schwänzen oder krank spielen macht Probleme größer, nicgt kleiner. Außerdem könntest du auch darüber nachdenken, was du deiner Mutter damit antust: Sie macht sich tagelang Sorgen, obwohl nichts ist. Du nutzt ihr Vertrauen in einer Weise aus, dass es ihr auch noch schadet.

Insgesamt würde ich also sagen: Das Gedankenexperiment ist gut und durchaus eine spannende Überlegung, aber ich würde dir dringend davon abraten, es in die Tat umzusetzen.

Mal ganz abgesehen von der Schulpflicht, die auch für dich gilt.

Es freut mich aber, wenn ich dir helfen konnte.

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Die Wahrscheinlichkeit ist definiert als Anzahl der günstigen durch Anzahl der möglichen Fälle. Wenn man diese Anzahlen nicht bestimmen kann, gibt es auch keine (mathematische) Wahrscheinlichkeit, die man berechnen könnte.

Es sollte dann ein Laplace Ereignis sein.

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Summenregel und Produktregel

Mehr muss man eigentlich nicht beachten

Die Beste Antwort ist das mal nicht!

Nimm dir ein Beispiel am Diskusfische wie man eine Antwort gibt die auch hilfreich ist und nicht so wie deine es ist.

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