Was muss ein muslim tun damit die Menschen in Deutschland sie akzeptieren?

58 Antworten

Die meißten Muslime, denen ich bisher begegnet bin, waren höflich und freundlich im Auftreten. Mag vielleicht auch mit meiner eigenen Freundlichkeit zusammenhängen.

Hin und wider gab es aber auch weniger schöne Begegnungen. So vor einiger Zeit in einem Bus. Eine Muslimin ist dort mit einem Kinderwagen und das kleine Mädchen lächelt mich an.

Die Frau sagt etwas zu dem Mädchen, was ich nicht verstehen konnte. Fragender Blick von dem Mädchen. Darauf quiekte die Frau wie ein Schwein und grunzte noch entsprechend dazu. Ich hab nicht darauf reagiert.

Ein anderes Mal, gleiche Situation und entsprechendes Aufteten der Frau. Ich hab darauf laut wie ein Schaf geblökt. Mich entschuldigt, wegen einem lauten Aufstoßens.

Die Frau wurde mir gegenüber sofort aggressiv. Ich hatte nur leicht meine Hände angehoben, aber nichts weiter gesagt.

Situation war wieder entspannt und die Frau traute sich nicht, mich anzuschauen.

Einige laufen mit Kopftuch herum und wissen wahrscheinlich noch nicht mal, was sie durch ihr Handeln an Negativem für ihren Glauben tun.

Es gibt auch bei uns Christen sogenannte "Schwarze Schafe". Das Gleiche auch in jeder anderen Glaubensrichtung.

Ich selbst hatte auch mit Moslems zusammen gearbeitet. Wir unterhielten uns auch über ihren Glauben, aber auch über ganz alltägliche Dinge.

Einer bestand darauf, pünktlich während des Dienstes zu beten. Ich kenne mich mit dem Koran nicht so gut aus. Aber dies sagte ich zu ihm: "Wenn keine Zeit zum Beten ist, dann betest du eben etwas länger, wenn du Zeit dazu hast. Ich glaube, so etwas ähnliches steht auch im Koran."

Besagter ehemaliger Kollege wurde darauf richtig aggressiv und brüllte mich an, "Du weißt dpch gar nicht, was der Koran ist! Nichts weißt du über den Islam!"

Nun, ganz so ist es nicht. Am Tag darauf bekam ich einen Anruf vom Chef, warum ich Menschen nur auf Grund ihrer Religion verurteile.

Egal welchen Glauben jemand hat, hauptsache er/sie ist höflich und freundlich. Dann ist ein gutes Zusammenleben auch ganz unterschiedlicher Glaubensrichtungen möglich und kann nur dann auch funktionieren.

Für "die Menschen" in Deutschland kann ich nicht sprechen, nur für mich. Ich bin absolut nicht religiös, manch einer würde mich als "gläubig" bezeichnen, weil ich kein Atheist bin, aber diese persönliche Diskussion führte jetzt zu weit. Was ich von allen Religiösen in meinem Bekanntenkreis erwarte und eigentlich bei jedem Menschen voraussetze ist Folgendes:

- Die Akzeptanz gegenüber Andersdenkenden (keine "Toleranz" - Toleranz ist Duldung und setzt dann ein, wenn schon eine "Grenze" überschritten wird, die bloße Tatsache des Andersdenkens sollte aber für niemanden eine "Grenze" sein - ist sie das, dann ist diese Person schon auf dem Weg in den Fundamentalismus);

- Die Akzeptanz und grundsätzliche Gleichberechtigung von Frauen;

- Zumindest die Offenheit für Selbstkritik und -prüfung und das Wissen darüber, dass Religion möglicherweise nicht der Weisheit letzter Schluß ist und damit verbunden nicht das dem missionarischen Monotheismus immanente Bedürfnis, alles dem eigenen Glauben Zuwiderstrebende auszumerzen.

Von christlichen Bekannten erwarte ich außerdem, dass sie die Geschichte ihrer Religion und ihrer Kirche(n) im Blick haben und dezidiert darlegen können, weshalb sie sich davon unterscheiden. Das ist viel verlangt, ich weiß, aber ich würde niemanden einen guten Bekannten nennen wollen, der mich und Andere in seinem tiefsten Herzen verabscheut und am liebsten umbringen wollen würde.

Das gleiche würde ich auch von Muslimen fordern. Man darf nicht vergessen, dass in allen schariaregierten Ländern die Abweichung vom Glaube mit lebenslänglichen Gefängnisstrafen bzw. in den meisten Rechtsschulen mit dem Tod bestraft wird. Man sollte in der Lage sein, dagegen argumentieren zu können, gerne auch im Rahmen des eigenen Glaubens. Für mich als Außenstehenden ist das vielleicht nur "interessant", da der Islam ja alle als Gesellschaft betrifft, aber die eigentliche Diskussion muss selbstverständlich in den islamischen Gesellschaften selbst stattfinden.

Ich dulde niemanden, dessen Weltbild darauf basiert, alle Andersdenkenden zu vernichten, ihnen die Wahlfreiheit zu nehmen, Frauen zu unterdrücken und der als Endziel die Missionierung des ganzen Planeten begreift. Leider gibt es gerade in meiner politischen Ecke (der linken) immer wieder Leute, die das unter angeblicher Berücksichtigung "kultureller Besonderheiten" tun. Wer aber die Unterdrückung und den Mord an Andersdenkenden und -Gläubigen als "kulturelle Besonderheit" begreift, der hat wenig bis gar nichts begriffen. Dagegen hat man keine Toleranz, sondern nur Widerstand.

Über dieses (wie ich finde noch sehr basale) Fundament hinaus, dass Andersdenkende und Frauen nicht vernichtet oder geschädigt werden (allein aufgrund ihrer Gedanken und ihres Geschlechts), akzeptiere ich jede Religion und Geisteshaltung vollkommen.

Allerdings finde ich ganz persönlich, dass jeder, der Teil einer Religion ist, diese für sich kritisch abwägen muss, auch und insbesondere nach dem, was sie in der Welt tut und getan hat. In der Hinsicht kann ich auch viele Christen nicht ganz verstehen, akzeptiere es aber, solange sie glaubhaft versichern, dass sie kein Interesse daran haben, die historischen Vergehen zu wiederholen.

Ein Muslim, oder generell ein Mensch wird niemals von jedem akzeptiert werden, dazu sind wir einfach zu unterschiedlich. 

Aber um von der Mehrheit akzeptiert zu werden, und somit auch als gut integriert zu gelten, sollte man als erstes die Sprache gut beherrschen. 

Zweitens sollte man mit dem GG vertraut sein, sich und sein Leben danach richten und den Koran nicht darüber stellen. 

Weiter sollte man sich nicht in Parallelgesellschaften in Isolation begeben, man sollte aktiv am Leben im Alltag teilhaben. Also mit den Deutschen gemeinsam leben, Veranstaltungen, Feste und Kurse besuchen, evtl. auch nicht-muslimische Freunde haben. Aber man sollte auch seine Bildung und Ausbildung nicht vergessen. 

Außerdem sollte man stückweise auch die deutschen Werte und Normen übernehmen. Es sind die Kleinigkeiten wie, dass man sich zur Begrüßung die Hand gibt, ganz egal ob einem Mann oder einer Frau. 

Ich finde die Religion oder die Identität sollte man nicht aufgeben. Wir haben das Jahr 2016, und die deutsche Gesellschaft ist sehr vielfältig, bunt und multikulturell. 

Wenn du willst kannst du dein Kopftuch aufsetzen. Und auch wenn du fastest, betest, regelmäßig die Moschee besuchst oder darauf bestehst keinen Alkohol und Schwein zu dir zu nehmen, so gehört alles zu dir und deiner Persönlichkeit. Es sind deine freien Entscheidungen, die nur Dich unmittelbar betreffen. Aber um von den anderen Menschen akzeptiert zu werden sollte man auch andere akzeptieren. 

Wenn du in einem öffentlichen Park deinen Gebetsteppich ausrollst und betest, ist das völlig in Ordnung, aber im Gegensatz solltest du auch damit einverstanden sein, dass ein homosexuelles Paar, Hand in Hand, durch die Stadt schlendert. Ich glaube du merkst worauf ich hinaus will. 

Für ein friedliches Zusammenleben muss jeder seinen Beitrag dazu leisten, man darf nicht immer den anderen dabei die Schuld geben, wenn es mal nicht klappt. Es ist wichtig wirklich jedem mit Respekt entgegen zu treten, und sie so zu behandeln wie man auch selber gerne behandelt werden würde. 

Vielleicht solltest du an dir selbst anfangen. Wie bist du dir gegenüber fremden Religionen, Kulturen oder Ansichten eingestellt, und was müssten diese Menschen tun, damit du sie akzeptierst? Dieses Beispiel kannst du einfach umdrehen und auf dich beziehen, und hast eine Antwort, oder zumindest gewisse Ansätze davon. 

Was möchtest Du wissen?