Was muss ein gutes Internat kosten?

6 Antworten

Was kostet ein gutes Buch mindestens? Blöde Frage, oder?
"Oh, it depends" (kommt ganz drauf an), würde der Engländer antworten. Auch auf die Frage nach einem "guten Internat". Wobei es in England sog. Rankings (also Bestenlisten) gibt, an der sich zumindest diejenigen orientieren, die dem naiven Glauben anhängen, dass die Maßstäbe, die da von irgendwelchen Ranking-Kommissionen an Institutionen angelegt werden, auch für den eigenen Nachwuchs von Bedeutung sind. Wobei das dann schon äußerst stromlinienförmige Kinder sein müssten.

Und genau da liegt des Hasen Kern in des Pudels Pfeffer. Ob ein Internat "gut" ist, bemisst sich einzig und allein daran, ob es den Wünschen, Erwartungen und Bedürfnissen des "Kunden" gerecht werden kann und nicht daran, wieviel es pro Monat/Jahr kostet. Das schönste und teuerste Luxusinternat mit den kleinsten Klassen und der genialsten technischen Ausstattung wird zur Fehlinvestition, wenn das Kind keinen Anschluss findet und sich nicht wohl fühlt.

Wer ein gesundes, seelisch stabiles, leistungsstarkes und anpassungsfähiges Kind hat, das sich auch von schlechten Einflüssen nicht vom rechten Weg abbringen lässt, hat eine Riesenauswahl. Vor allem staatliche Träger bieten beste Unterbringung an den attraktivsten Standorten in Deutschland, und das zu Preisen, zu denen man das eigene Kind zu Hause kaum satt bekommt. Um mal Zahlen zu nennen: Mehr als 250 bis 500 Euro muss man in diesem Fall nicht ausgeben.

Wer ein "Sorgenkind" hat, muss oft ein Mehrfaches aufwenden und wird auch dann noch feststellen, dass die Leistungen des Internats nicht ausreichen. Auch Geltungssüchtige werden mit hohen Preisaufschlägen bestraft. Wer sich ein privates Luxusinternat der 2000+Klasse in den Kopf gesetzt hat, weil er das für "Elite" hält und den Unfug von der "besseren Bildung" glaubt, kann ja dann die halbe Million für drei Kinder (siehe die Antwort "vons Oliver") raushauen.

Die Klugen kaufen davon lieber eine schöne Immobilie oder ein Appartement in der Seniorenresidenz, von der sie selbst bzw. ihre Kinder auch dann noch was haben, wenn die Arche Noah sich als Titanic erweist und das Volk der Lemminge aus seinen eskapistischen Träumen von der schönen neuen Privatschulwelt und der Karriere in den Netzwerken der Reichen und Einflussreichen unsanft erwachen.

Also, liebe jennifer8: Wenn da jemand mit Neusprech und Doppeldenk auf Sie einredet, um Ihnen für teures Geld ein "Abi de luxe" aufzuschwätzen, das es an der öffentlichen Schule für "umme" und an staatlichen Internaten (ja, auch da kann man das "Schloss am See mit Alpenpanorama" finden) für kleines Geld gibt, wissen Sie hoffentlich, was zu tun ist. Und wenn nicht, zahlen Sie eben Lehrgeld wie diese Mutter, die mir folgendes schreibt: From: ***@t-online.de> To: AVIB_Ulrichstein@t-online.de

Sehr geehrter Herr Lange,

seit Tagen lese ich nun schon Artikel von Ihnen - und immer wieder könnten Sie (wenn es denn möglich wäre) mich enttäuscht mit dem Kopf nicken sehen! Sie haben ja so Recht! Wir sind als Eltern eines 17-jährigen Sohnes mitten in das zum Himmel stinkende Häufchen getappt, das da heißt "Elite-Internat". Eines unterscheidet uns von vielen anderen Eltern, die ihr Kind auf ein Internat gegeben haben: Wir wollten unseren Sohn niemals abschieben! Wir kommen selbst aus ganz normalen Verhältnissen und wollten unserem Sohn eine erstklassige Schulbildung ermöglichen. Wir nehmen die 30.000 €/Jahr NICHT aus der Kaffeekasse. Mehr als die 70 €/Monat Taschengeld übers Internat bekommt er auch nicht. Sehr im Gegensatz zu vielen seiner Mitschüler, freuen wir uns darauf, dass er alle 2 Wochenenden nach hause kommt - und er tut das auch. [...] Mittlerweile hat unser Sohn so einiges erzählt über den unglaublichen Sumpf, der auf "Schloss XY" brodelt, dass ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann, ihn wieder dort hin zu schicken. In Teilen dieses Sumpfes steckt auch er mit einem Fuß: Es wird gesoffen, bis zum Abwinken! Leider sind wir zu 100 Prozent auf die PR-Masche der Internate reingefallen. Es ist genauso, wie Sie es in so vielen Berichten und Interviews beschreiben. Ich erkenne so vieles wieder: Gruppenzwang, Mobbing, Drogen, Alkoholexzesse, nichts ahnende Schulleitungen, hohe Schülerfluktuationen, regelmäßige Kündigungen von Schülern (um sich die Hände in Unschuld zu waschen und die Elternschaft zu beruhigen), gut manipulierbare Urintests (um damit zu prahlen "Wir tun etwas", beim Pinkeln dreht sich das Personal allerdings schön um, damit man das Fremdurin ja nicht findet) ... ich könnte eine endlose Liste schreiben. [...] Mein Sohn ist ein schlaues Kerlchen, dem ich trotz allem vertraue! [...] Seine schulischen Leistungen sind hervorragend. Er hat die 10. Klasse als Jahrgangsbester abgeschlossen und ist direkt in die 12. Klasse (Q1/Q2) gegangen. Nun steht nur noch Q3 und Q4 an ... Wo, das wissen wir noch nicht! [...] Wichtiger ist für mich jetzt allerdings, wie ich anderen Eltern von unseren Erfahrungen berichten kann.

In deutschland kosten die sehr guten Internate 2000+ €... hinzukommen natürlich noch die Nebenkosten für Materialien etc.

Genau. Am besten immer nachquatschen, was andere schon gepostet haben. Was teuer ist, muss gut sein, sonst wär's ja nicht so teuer. Sowas nennt man Zirkelschluss. Ist ja nun auch schon alles gesagt, nur eben noch nicht von jedem.

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Ja um die 2000€ in Deutschland, kann ich bestätigen. Internate in Bayern (http://internatebayern.de) kosten z.B. zwischen 1700 und 2500 €.

Bei 3 Kindern, kostet das bei etwa 8 Jahren um die 500.000€

Noch so ein "Internatsexperte". Woher wissen Sie denn, dass die vier bayrischen Landerziehungsheime Schloss Neubeuern, Schloss Stein, Schloss Reichersbeuern und Landheim Schondorf ihr Geld wirklich wert sind? "Bestätigen" können Sie doch nur, dass diese teuer sind.

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