Was meinte Karl Marx mit "Religion ist Opium für das Volk"?

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6 Antworten

Er meinte damit wohl, dass die Religion ein Volk davon abhalten kann, für seine eigenen Interessen einzustehen. Schon oft haben Herrschende mittels der Religion versucht, das Volk zu beruhigen.

Vermutlich kommt das auch aus der Geschichte. Häufig haben Könige/Kaiser/Fürsten mit der Kirche zusammengearbeitet.

Wenn von der Kanzel gepredigt wurde: "Gott will, dass ihr Steuern zahlt" war das für das gläubige Volk leichter zu akzeptieren, als wenn die Steuern eben einfach nur erhoben wurden.

Was immer von der herrschenden Klasse gewünscht und/oder vorgeschrieben wurde, konnte man mit den einfachen Worten "es ist Gottes Wille" prima legitimieren.

Selbst wenn das nicht geglaubt wurde, hätte es niemand öffentlich gewagt "Gottes Willen" infrage zu stellen.

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Damit meinte Marx, dass die beiden christlichen Hauptreligionen Westeuropas, vor allem die katholische Kirche immer auf Seiten der Fürsten die so genannte gottgewollte Ordnung gestützt hat.

Wer unten ist, soll unten bleiben und keine Veränderung anstreben. Im Mittelalter wurden die drei Stände Adel, Klerus und Bauerntum als gottgegebene Ordnung gepredigt, wobei den Bauern die Aufgabe zukam, die anderen beiden Stände zu ernähren. Ein sozialer Aufstieg war dabei so gut wie ausgeschlossen, ein sozialer Abstieg aber sehr wohl, er glich einem freien Fall. Kritiker daran wurden mit dem Kirchenbann belegt, sogar ein Franz von Assisi fand sich vor dem Kirchengericht wieder.

Diese Doktrin wurde begleitet von der Aussicht, für die eigene Duldsamkeit, das Fügen in diese Ordnung mit einem besseren Leben im Jenseits belohnt zu werden.

Mit anderen Worten: Religion als Kirche, als Institution diente dem Machterhalt der Herrschenden, und die gebetsmühlenartigen Predigten lullten die Unterschicht ein wie eine einschläfernde Droge (Opium).

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Marx lebte von 1850 bis zu seinem Tod 1880 in England, Dort war Opium eine legale Volksdroge der Reichen. "das Volk", also die Armen, hatten nur die Religion, um über Depressionen hinwegzukommen.

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Gemeint ist, dass verarmte also verelendete Teile der Bevölkerung als Trost sich in die Arme der Religion werfen, sum so ihr Leid abzumildern. Da dies eine bloße Berauschung ist, die nichts am Elend ändert, wurde sie auch als Opium des Volkes bezeichnet.

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Marx schrieb vom "Opium des Volkes". Der Ausdruck "Opium für das Volk" stammt von Lenin. Was diese beiden Ausdrücke sagen, ist nicht genau das Gleiche. 

Hier steht mehr darüber: https://de.wikipedia.org/wiki/Opium\_des\_Volkes


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Dass sich die Leute durch den Glauben ihr Leben schönreden.

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