Was meint Nieztsche mit "Gott ist tot"?

3 Antworten

Ich Versuch mal meinen Senf dazuzugeben, vielleicht hilft dir das etwas weiter.

Der Pfarrerssohn Nietzsche hatte wie die meisten Pfarrerskinder eine strenge Erziehung genossen und bei seiner Religionskritik wird er wohl hauptsächlich seinen strengen Herrn Vater vor Augen gehabt haben.

„Gott ist tot“ stimmt so betrachtet auch wieder, denn sein Vater ist früh

gestorben. Aber der Philosoph bot den Menschen als Ersatz einen neuen Gott an, den

Zarathustra, den neuen Helfer in Notlagen.

(wen wundert es, daß die Deutschen Weltkriegssoldaten anstatt der Bibel, den Zarathustra im Tornister hatten.)

Nietzsches Mutter hatte er mit diesem Pamphlet über die Religion vollends auf die Palme gebracht, denn sie hatte das schon richtig verstanden.

„Du bist eine Schande am Grab deines Vaters“ , oder so ähnlich warf Franziska Nietzsche ihm schreiend vor und brach den Kontakt zum verschrobenen Sohnemann für einige Zeit vollends ab.

Nietzsche sah sich wohl als Prophet einer neuen Religion, aber er befürchtete zu Recht, daß seine „Predigerworte“ auf Unverständnis stoßen.

die Deutschen Weltkriegssoldaten anstatt der Bibel, den Zarathustra im Tornister hatten.)

war das wirklich so?

Flex‘ Mythos vom durchgeistigten deutschen Soldatenführer wenig zu tun hatte mit dem Leseverhalten der Masse der Soldaten, die in Büchern Ablenkung von einem eintönigen, anstrengenden und phasenweise mörderischen Alltag suchten

https://www.deutschlandfunkkultur.de/programmvorschau.282.de.html?cal:month=1&cal:year=1991&drbm:date=08.06.2014&xtor=AD-254-%5b%5d-%5b%5d-%5b%5d-%5bdkultur-mobil%5d-%5b%5d-%5b%5d

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@wilmaed

Natürlich nur im 1. Weltkrieg und der „Zarathustra“ war einen verkleinerte Sonderdruck.

Die Deutsche OHL erhoffte sich dadurch wohl mehr Kampfeswillen und keine Hemmungen zu töten.

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@quantthomas
Natürlich nur im 1. Weltkrieg

wo kann man nachlesen, dass das nicht nur ein paar einzelne Soldaten waren?

Die Deutsche OHL erhoffte sich dadurch

wo kann man das nachlesen?

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@wilmaed

Leider habe ich diese Bücher nicht mehr in Erinnerung, wo ich das gelesen habe und die Textzeilen zu suchen ist mir zu aufwendig.

Eine Wikipedia Eintrag habe ich gefunden, aber das wird dir wahrscheinlich zu wenig sein.

...............auf deutscher Seite fanden die vom Archiv autorisierten Kriegsausgaben ausgewählter Nietzsche-Texte reißenden Absatz – redensartlich hatte jeder deutsche Soldat „den Zarathustra im Tornister“ –, während umgekehrt in britischer, französischer und US-amerikanischer Kriegspropaganda Nietzsche als Vordenker des deutschen Weltmachtstrebens und der brutalen deutschen Kriegsführung dargestellt wurde........

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ich check das einfach nicht:/

Der Verrückte (der "Tolle") kam mit seiner Botschaft "Gott ist tot" zu früh: 

Die Menschen können noch nicht sehen, dass sie Gott getötet haben.

Zu dieser Zeit hat sich das Glaubenssystem geändert. Man brauchte Gott nicht länger als Quelle für Moral, Werte oder Ordnung: Philosophie und Wissenschaft waren dazu ebenfalls in der Lage.

Die Menschen richten ihr Leben nicht mehr nach Gott aus. Sie befreien sich von ihm. In diesem Sinne ist Gott tot.
Nietzsche sieht das als fröhliche Nachricht. Es entstehen Freiräume. Die ganze Moralkiste ist weg, wir haben niemanden mehr, auf den wir die Schuld schieben können. Wir sind ganz allein für unser Tun verantwortlich.

https://www.tagblatt.ch/kultur/friedrich-nietzsche-du-sollst-werden-der-du-bist-ld.1160276

Nietsche kann damit eigentlich nur meinen, dass Religion keinen Sinne mache.

Was aber macht dann noch Sinn?

Steven Hawking bekräftigte, was auch Quantenphysik uns sagt: Wir haben kein modellunabhängiges Verständnis der Wirklichkeit. Mit anderen Worten: Die Realität, in der wir leben, ist einfach nur unser Eindruck — unsere Vermutung — wie Wirklichkeit beschaffen sein könnte. Wo könnten wir anderswo Sinn entdecken, als in diesem unseren Bild der Wirklichkeit? Es wird wesentlich mit geprägt durch Ergebnisse philosophischen Denkens, da wir ja nur dieses Denken noch haben, wo Wissenschaft versagt.

Gottesbilder sind Ergebnis von Philosophie (= Religionsphilosophie). Wer einsieht, dass Ergebnisse von Philosophie — soweit sie nicht auch wissenschaftlich begründbar sind — einfach nur persönliche Überzeugung, Meinung also — darstellen, wird mit Religion kein Problem haben, solange deren Vertreter sie nicht mit aller Gewalt auch anderen aufzwingen wollen (was heute eigentlich nur noch islamische Geistliche tun: Sie sind die größte Gruppe derer, die sich noch nicht vom nun schon lange überholten mittelalterlichem Denken befreien konnten).

Kurz: Gott ist nur in dem Maße tot, in dem wir selbst ihn als tot erklären. Es zu tun bedeutet, die eigene Meinung über die vieler Mitmenschen zu stellen. Kann das richtig sein?

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