Was meint Jesus damit Mt 18,18?

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11 Antworten

Diese Stelle ist auf die Apostel, also die Bischöfe bezogen. Ebenfalls kann man das in Mt 16,19 finden, nur dort auf Petrus bezogen. Damit übergibt Jesus der katholischen Kirche, die auf Petrus und den anderen Aposteln als Fundament beruht, die universale Vollmacht auf Erden. Die Kirche kann so im Namen Christi seine Lehre verkünden, sie kann verbindliche Aussagen treffen (Dogmen), sie kann Sakramente verteilen, die man nicht lösen kann (Ehe, Weihe).

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Kommentar von joergbauer
04.03.2017, 16:48

Das ist die römisch-katholische Interpretation. Petrus war nicht der erste Papst und nur Jesus ist der Fels. Die Vollmacht auuf Erden? Was dieser Hochmut in der Vergangenheit angerichtet hat, sah man ja (Kreuzzüge, Inquisition, Marienkult und weitere Irrlehren).

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1. Der Satz (auch der entsprechende gegenüber Petrus) dürften kaum Originalworte Jesu gewesen sein Es handelt sich vielmehr um eine Auffassung, die es bereits im Judentum gab: Nämlich die gesetzgebende Gewalt.

Dass Jesus das jenseitige Schicksal eines Menschen anderen (irrtumsfähigen) Menschen anheimgestellt hätte,würde ihn wohl als naiv schildern. Das sieht man schon an den politisch motivierten Bannflüchen des Mittelalters, um die sich bald niemand mehr geschert hat.

Im Judentum wurde während der Besatzungszeit die Frage akut, wie man mit den Römern Ölhandel betreiben könne, da man Schweineöl und anderes Öl nicht unterscheiden konnte. Das Synhedrium als oberste Instanz entschied, dass man mit tierischem Öl ohne weiteres handel treiben dürfe, ging also davon aus, dass dies auch vor Gott Bestand haben würde.

Viele ethische Fragen blieben von Jesus unbeantwortet. Diese Fragen sollten je nach den kulturellen Bedürfnissen von der Kirche verbindlich beantwortet werden können. Das kam besonders im Donatistenstreit zum Ausdruck: Nach den Christenverfolgungen in Nordafrika waren die Donatisten der Auffassung, dass während der Christenverfolgung abgefallene Priester keine wirksamen Sakramente spenden könnten. Da aber dem Gläubigen nicht möglich gewesen wäre, den Lebenslauf des Zelebranten zu ermitteln, wäre er ewig im Ungewissen darüber gewesen, ob er ein wirksames Sakrament erhalten habe. Daher urteilte die Kirche, dass es nur darauf ankommt, ob der Zelebrant Priester ist oder nicht, nicht aber auf seine Würdigkeit. Sogar ein Priester, der Atheist geworden ist, kann einem Sterbenden wirksam die Absolution erteilen.

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In der MacArthur-Studienbibel findet sich als Erklärung zu Mt 16,19 (Verweis von Mt 18,18):  "Hier verleiht Christus Petrus (und im weiteren Sinne allen anderen Gläubigen) die Autorität zu erklären, was im Himmel gebunden und was gelöst ist. Das ist ein Echo auf die Verheißung aus Joh 20,23, wo Christus seinen Jüngern die Autorität gibt, den Menschen die Sünden zu vergeben oder zu behalten. Das alles muss im Kontext von Matth 18,15-17 verstanden werden, wo Christus spezifische Anweisungen erteilt, wie in der Gemeinde mit Sünde umzugehen ist.

Letztlich bedeuten diese Schriftstellen, dass jede rechtmäßige Gruppe von Gläubigen, die in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes handelt, mit Autorität erklären kann, ob jemandem vergeben ist oder nicht.

Die Autorität der Gemeinde ist nicht, diese Dinge zu bestimmen, sondern auf der Grundlage des Wortes Gottes das Urteil des Himmels zu verkünden. Wenn die Gläubigen solche Urteile aufgrund der Schrift treffen, können sie sicher sein, dass sie mit dem Himmel übereinstimmen. Anders gesagt: Was immer sie auf Erden »binden« oder »lösen«, ist im Himmel bereits »gebunden« oder »gelöst«. Wenn die Gemeinde sagt, der unbußfertige Mensch ist noch in Sünde gebunden, erklärt die Gemeinde damit das, was Gott über diesen Menschen sagt. Wenn die Gemeinde anerkennt, dass ein bußfertiger Mensch von der Sünde befreit worden ist, stimmt Gott zu."

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In letzter Konsequenz, meint JESUS damit die Beziehung, die wir uns mit IHM SELBST hier auf der Erde erarbeiten können oder auch nicht. Sünde, oder schlechte Entscheidungen, oder Faulheit bei der Suche nach IHM, lösen uns von IHM, oder bringen uns zumindest in größere Distanz zu IHM. - Wenn wir jedoch alles für IHN aufgeben und die Taufe im Heiligen Geist erringen, haben wir uns für die Ewigkeit mit JESUS verbunden.

: )

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Damit sind Entscheidungen gemeint, welche nicht durch "Gottes Wort" (Joh.17,17) eindeutig festgelegt wurden (Apg.15,28-29).

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Das Binden und Loesen bezieht sich auf die Entscheidungen der Kirche (Gemeindschaft von Glaeubigen) in Konfliktfaellen. Glaeubige haben die Verantwortung, unter der Leitung von Gottes Wort, seine Mitglaeubigen auf den richtigen Weg zu leiten und beim loesen der Konflikte zu helfen. Das Umgehen von Problemen nach Gottes Weg nun und auch in der Ewigkeit.

Hier auch ein link der sich damit beschaeftigt hat:

http://www.bibel.com/jesus-forum/binden-t2604.html

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Das bedeutet, dass Scheidungen auch im Paradies rechtskräftig sind. Nicht, dass der/die Ex später ankommt und irgendwelche Forderungen geltend machen möchte.

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Kommentar von JoniH97
03.03.2017, 15:57

Schöner Witz aber leider nicht biblisch Zertifiziert, da Scheidung laut Bibel keinerlei Gültigkeit hat, da man eine Einheit nicht Trennen kann und es außerdem diese Art der Beziehung in der kommenden Welt (die du hier vermutlich mit Paradies bezeichnest, was ein absolut verklärtes Bibelverständnis, wenn vorhanden bezeugt, da zwischen Paradies und neue Erde, neuer Himmel ein gewaltiger unterschied besteht) so nicht mehr geben wird.

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Hallo hvladi

Jesus wiederholte in diesem Text lediglich das, was er bereits zu Petrus in Matthäus 16:19 gesagt hatte.  Dieses Mal waren seine Zuhörer auch die anderen Jünger. Nach der Jerusalemer Bibel lautet der von Dir hinterfragte Text wie folgt:

„Wahrlich, ich sage euch: „Alles, was ihr auf Erden bindet, das wird im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden löset, das wird im Himmel gelöst sein“ (Matthäus 18:18).

Die Frage, die sich daraus ergibt ist:  Autorität in welchem Umfang und worüber übertrug Christus hier den Jüngern? Aus dem Kontext geht hervor, dass er über die Beilegung von Schwierigkeiten zwischen einzelnen Gläubigen gesprochen hatte, sowie über die geistige Reinerhaltung der Gemeinde (Versammlung), unter anderem dadurch, dass reuelose Übeltäter aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurden (Matthäus 18:15-17).

Bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gesetzes Gottes müssen daher die Verantwortlichen in der Gemeinde (Versammlung) beurteilen und entscheiden, ob ein Übeltäter „gebunden“ (als schuldig betrachtet) oder „gelöst“ (freigesprochen) werden sollte.

Bedeutet das aber, dass sich der Himmel nach der Entscheidung von Menschen richtet?

Keineswegs.

So zeigt beispielsweise der Bibelgelehrte Robert Young, dass jede Entscheidung, die die Jünger träfen, der Entscheidung des Himmels folgen, nicht aber ihr vorausgehen würde. Seiner Ansicht nach müsste Vers 18 buchstäblich wie folgt wiedergegeben werden: Was ihr auf Erden bindet, „das wird im Himmel [bereits] gebunden sein“.

Andernfalls würde es jeder biblischen Grundlage entbehren und völlig unvernünftig sein, anzunehmen,  dass unvollkommene Menschen Entscheidungen treffen könnten, die für den Himmel bindend seien würden.

Weitaus logischer ist die Erklärung, dass die eingesetzten Vertreter Christi seinen (Christi) Anweisungen folgen  (weil sie gut damit vertraut sind),  und dafür sorgen, dass seine (Christi) Versammlung in jeder Hinsicht rein erhalten bleibt. 

Sie tun dies dadurch, dass sie sich, wenn sie eine Entscheidung treffen, auf Grundsätze stützen, die bereits im Himmel festgelegt wurden - und Jesus selbst sichert zu, dass er sie dabei anleiten wird, denn schon zwei Verse weiter sagt er ganz deutlich  „wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“ (Matthäus 18:20).

Vielleicht hilft Dir das weiter.

Alles Gute

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Kommentar von Anthropos
03.03.2017, 23:16

Seit wann zitieren Zeugen Jehovas denn aus der Jerusalemer Bibel? Die wird normalerweise von katholischen Traditionalisten benutzt. Und überhaupt: widerspricht diese Ausführung nicht der Lehre der Zeugen Jehovas? Das würde ein ganz anderes Licht auf diese werfen. Diese Antwort kommt mir nämlich eher wie katholische Dogmatik vor. So ähnlich findet man es nämlich auch in der Dogmatik.

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Kommentar von telemann2000
04.03.2017, 09:08

Grundsätzlich kann man deinem Kommentar nur zustimmen....

Aus dem Zusammenhang Matthäus 18 geht allerdings an keiner Stelle hervor, dass es die Gemeindeleiter sind, die die Entscheidung treffen sondern vielmehr die Gemeinde als Kollektiv ist in diesen Entscheidungsprozess eingebunden.

Auch wenn es richtig ist, dass das letzte Wort wohl von den Gemeindeleitern gesprochen wird, bedeutet das jedenfalls noch lange nicht, dass die Leiter das Recht haben, ein geheimes Rechtskommitee zu bilden um über den Sünder zu urteilen.

Das würde den Worten Jesu Christi direkt widersprechen und war so auch nicht im mosaischen Gesetz verankert. Im Gegenteil - die Rechtssprechung erfolgte nie geheim unter Ausschluss der Öffentlichkeit sondern sie war vielmehr in diesen Prozess mit eingebunden. (Ganz im Gegensatz zur geheimen Verurteilung Jesu Christi unter Ausschluss der Öffentlichkeit)

Mit den Worten aus Matthäus 18 wollte Jesus dieses Prinzip auch auf die Christengemeinde übertragen.

Auch der Passus, 'Wo zwei oder drei in meinem Namen....', rechtfertigt nicht ein geheimes Rechtskomitee. Schließlich wollte Jesus erreichen, dass Probleme unter den Gemeindemitgliedern zunächst einmal untereinander ausgemacht würden, bevor man überhaupt den letzten Schritt, nämlich die Gemeinde als Kollektiv zu informieren, gehen würde....

Wie wollte Jesus das erreichen? In dem er den Kontrahenten seine Präsenz versprach, würden sie das Problem unter sich auf christliche Weise lösen. Und schließlich sind die die Kontrahenten schließlich mindestens zu zweit und der Dritte wäre ein Zeuge, von dem Jesus ebenfalls sprach....  

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Hallo hvladi,

wenn uns eine Übersetzung zunächst nicht ganz logisch erscheint - wie hier, dann bewirkt es oft ein "Wunder", andere Übersetzungen mit zu Rate zu ziehen;  (Es hieße ja nach der Lesart in Deiner Frage quasi: Die Erde sagt: Hopp. Und der Himmel springt.) 

 Bei biblehub findest Du z. B. die New American Standard Bible: (NASB);

http://biblehub.com/nasb/matthew/18.htm

Matthew 18 NASB

18“Truly I say to you, whatever you bind on earth shall have been bound in heaven; and whatever you loose on earth shall have been loosed in heaven.

Bei bibleserver fand ich bei deutschen Übersetzungen nur Formulierungen wie in Deiner Frage.

Die New International Version (BibleServer) schreibt:

Matthäus 18 

18 

“Truly I tell you, whatever you bind on earth will be

5

bound in heaven, and whatever you loose on earth will be

6

 loosed in heaven.

Setzt Du jedoch den alternatuven Text gemäß 5 bzw. 6 ein, 

(6{#dedup}Or: 

will have been 

/dedup}, stünde dort:

18 

“Truly I tell you, whatever you bind on earth

will have been  bound

in heaven, and whatever you loose on earth

will have been  loosed

in heaven.

Unter allen deutschsprachigen Übersetzungen bringt allein die NWÜ, also die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift den von der Grammatik vorgegebenen und logischen Zeitfaktor ein. Es heißt dort:

Wahrlich, ich sage euch: Welche Dinge immer ihr auf der Erde binden mögt, werden Dinge sein, die im Himmel gebunden sind,* und welche Dinge immer ihr auf der Erde lösen mögt, werden Dinge sein, die im Himmel gelöst sind.*+

Dazu:

Fußnoten

Od.: „Dinge . . ., die . . . bereits gebunden sind“, Partizip Perfekt Passiv.Od.: „Dinge . . ., die . . . bereits gelöst sind“, Partizip Perfekt Passiv.

Alles resümiert besagt wohl zunächst, dass die Christenversammlung auf der Erde den Vorgaben des Himmels folgt und dass den Entscheidungen vertraut werden kann.

Ein passendes Beispiel aus der Apostelgeschichte 5 - Lutherbibel 2017:

Ein Mann aber mit Namen Hananias und seine Frau Saphira verkauften einen Acker,

doch er hielt mit Wissen seiner Frau etwas von dem Geld zurück und brachte nur einen Teil und legte ihn den Aposteln zu Füßen.

Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und etwas vom Geld für den Acker zurückbehalten hast?

Hättest du den Acker nicht behalten können, als du ihn hattest? Und konntest du nicht auch, als er verkauft war, noch tun, was du wolltest? Warum hast du dir dies in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.

Als Hananias diese Worte hörte, fiel er zu Boden und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies hörten.

Da standen die jungen Männer auf und hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn.

Es begab sich aber, etwa nach drei Stunden, da kam seine Frau herein und wusste nicht, was geschehen war.

Aber Petrus sprach zu ihr: Sag mir, habt ihr den Acker für diesen Preis verkauft? Sie sprach: Ja, für diesen Preis.

Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr euch denn einig geworden, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden auch dich hinaustragen.

10 

Und sogleich fiel sie zu Boden, ihm vor die Füße, und gab den Geist auf. Da kamen die jungen Männer und fanden sie tot, trugen sie hinaus und begruben sie neben ihrem Mann.

11 

Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die das hörten.

Grüße, kdd

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wer zusammen mit anderen menhschen geistige interessen auf erden verfolgt, der wird den anderen nachtodlich im himmel wiedersehen.

alle anderen werden sich nachtodlich nicht wiederfinden, sondern vereinsamen.

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Jesus Christus erteilt damit seinen Jüngern die Vollmacht der Sündenvergebung oder -nichtvergebung, die auch er selbst hatte.

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Kommentar von JoniH97
03.03.2017, 16:25

Das stimmt so nicht da es sich hierbei um einen Prozess innerhalb der Gemeinschaft der gläubigen handelt, der sich nicht auf die Beziehung zwischen Gott und den Menschen bezieht.

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