Was meint ihr über Listenhunde?

12 Antworten

ich hab jetzt nicht alle Antworten gelesen, also kann es sein, daß manches bereits erwähnt wurde.

Erstmal zu den Listen: Ich finde die völlig sinnlos. Je nach Bundesland sind die unterschiedlich. Überleg mal: du hast beispielsweise einen Rottweiler. In Bayern steht er auf der Liste. In Baden Württemberg nicht. Also in Bayern ist es ein gefährlicher Hund, in BW nicht? In Schleswig Holstein und Thüringen gibt es gar keine Liste mehr.

Außerstem steht beispielsweise der "Bandog" drauf - das ist aber gar keine definierte Rasse sondern die englische Bezeichnung für "Kettenhund".

Und nur mal so nebenbei: in den meisten Bundesländern muß ein Listenhund einen Wesenstest bestehen. Er bekommt also verschiedene Reize vorgesetzt (wie z. B. ein Kinderwagen mit Babygeräuschen oder ein bellender Polizeihund) und dabei darf er nicht nach vorne gehen, nicht mal aus Neugier.

Der Hund muß also beweisen, daß er ungefährlich ist (wie war das mit Unschuldsvermutung?). Ein "normaler" Hund (der nicht auf der Liste steht) muß diesen Test nicht ablegen. Mir hat sogar mal ein Polizist erklärt, daß sein Polizeidiensthund bei diesem Test durchfallen würde. Ach so, nur so nebenbei: mein Vater wurde mal von einem Hund gebissen - es war ein Schäferhund. Ich wurde als Kind von einem Dackel verletzt, und als Erwachsener hatte ich auch einen Zwischenfall mit einem Schäferhund. Warum stehen solche Hunde nicht auf einer Liste?

Was das spielen angeht - da kommt es immer drauf an. Ich hatte mal einen Pitbull, der durfte öfters mit einem AmStaff Mädchen spielen. Beim spielen bwz. rennen haben die sich schon ein wenig freundschaftlich angerempelt. Bei anderen Hunden aber, die nicht auf der Liste stehen war der Pitbull immer anders, zurückhaltender.

So viel auch zum Thema, ob sie mit Artgenossen klarkommen.

Der Pitbull hatte übrigens auch öfters Kontakt zu den Katzen meiner Eltern. Und in meinem Haus lebten damals noch 2 Kaninchen und 8 Meerschweinchen in einem offenen Gehege. Der Hund war diesen Tieren gegenüber immer freundlich und brav. Einmal ist uns nachts beim Gassi gehen auch mal eine fremde Katze begegnet, die hat er auch nur abgeschnuppert.

Davor hatte ich übrigens einen AmStaff, der hat sich genauso verhalten.

Und was das Thema Kinder angeht - in England und den USA nennt man diese Hunde auch "Nanny Dogs" also Kindermädchen Hund". Alleine dadurch daß sie so stabil und robust sind ist das schon ein Vorteil. Wenn ein Kind mit einem kleinen, zarten Hund spielt und ihn dabei etwas gröber behandelt, dann kann es sein, daß der Hund Angst bekommt und zubeißt. Bei einem Pitbull oder ähnlichem ist es was anderes. Der kann ein kleinen Knuff eher wegstecken.

Zudem wurden diese Hunde früher immer so gezüchtet, daß sie nicht auf Menschen losgehen - sonst hätte der Hundetrainer nach einem Hundekampf den Hund nicht mehr unter Kontrolle bekommen. (zum Glück ist dieses Thema aber schon lange vorbei)

Der Pitbull hat sich übrigens oft auf meinem Schoß gesetzt. Er hat immer viel geschmust.

Und was die Vorurteile auf der Straße angeht - ja, da gibt es einige. Ich hab mal gehört, wie eine Frau zu einer anderen sagte: "wie kann man nur mit so einem Vieh Gassi gehen". Ich hab überlegt ob ich hätte was sagen sollen, aber ich war da so perplex ...

Ein anderes Mal ist mir auch eine Frau entgegen gekommen. Sie meinte, mein Hund sei so schön und brav (er hat gleich Sitz gemacht, als wir anhielten). Sie fragte dann nach der Rasse. Als ich sagte, daß es ein Pitbull sei, da ging sie erstmal einen Meter zurück. Sie war sehr erstaunt und meinte: "Ach, so sehen die aus? Aber der ist doch ganz friedlich und zurückhaltend." - also zu Beginn war alles ok, bis sie hörte, welche Rasse es sei.

Wiederrum ein anderes Mal hatte ich noch eine seltsame Begegnung - allerdings etwas anders. Da wo ich damals gewohnt hatte, gab es einen Park, in dem auch viele Harz4er saßen und Alkohol tranken. Einer der Typen meinte, der Hund sei sehr schön. Als ich erwähnte, daß der Hund (zu dem Zeitraum) erst seit 3 Tagen bei mir sei, da meinte er, ich solle den Hund erstmal ordentlich verdreschen, damit er weiß wer der Herr ist. Seitdem habe ich diese Ecke des Parks gemieden.

Und als letztes Erlebnis: ich war mal mit dem Hund unterwegs, um meine Frau vom Bahnhof abzuholen. Sie kam uns bereits entgegen und der Hund hat sie natürlich stürmisch begrüßt (er war aber angeleint). Dann sind wir heim. Eine halbe Stunde später stand die Polizei vor unserer Haustür. Mein Hund hätte eine Frau angesprungen und sie angegriffen, in der XYZ-Straße. Wir haben dann erstmal ausführlich erklären müssen, daß es sich dabei um das eigene Frauchen handelte, und es eben kein Angriff war, sondern eine Begrüßung. Der Polizist meinte dann, wir sollten in der nächsten Zeit besser die XYZ Straße vermeiden ...

Hi,

Ich sehe das anders, aber auch aus einen ganz anderen Perspektive heraus. Nämlich nicht die Sicht eines Halters oder eines Gegners, sondern aus der Perspektive von einen Tierheim wo die Hunde landen wenn die Halter mit ihnen fertig sind.

Bin jahrelang mit Sokas Gassi gegangen, wie man sieht lebe ich noch und schreiben geht auch noch 😉 als urböse sehe ich sie nicht, kein Lebewesen wird aggressiv geboren sofern keine neurologische oder hormonelle Störung vorliegt.

Das grosse Aber ist hier aber das es tatsächlich Züchtungen sind aus Bulldoggen und Terrier, wo ich tendenziell immer mit einer gewissen Selbstständigkeit rechne (der Hund entscheidet was er tut, gut im dachsbau wenn der Jäger nicht helfen kann, schlecht wenn er zb den Besuch für ein Eindringling hält) und mit einer gewissen Arbeitsfreude (sie wollen eine feste "Arbeitsstelle"). Hinzu kommen ein guter Jagdtrieb als auch eine gewisse Hartnäckigkeit in der Verfolgung von Zielen.

Diese Eigenschaften machen sie zu tollen Arbeitshunden, auch Menschen die wirklich hobbymäßig aktiv werden wollen und im Hundesport gehen werden vermutlich glücklich, so wie Überzeugungstäter, die wirklich alles geben um einen glücklichen Hund Zuhause zu haben und wirklich sehr viel Zeit haben.

Ansonsten gebe ich Stein und spucke drauf landet er wirklich dann im Tierheim als Problemtier. Ich finde es ist oftmals weniger die Erziehung sondern echt die Haltung die völlig unpassend zum Tier ist.

Aus meiner Sicht begrüße ich deswegen die Regelung, würde mir sogar wünschen das es eine einheitliche Regelung gibt für alle Hunde , denn auch andere Hunde müssen unter ihren Haltern leiden, sogenannte Taschenhunde die nur rumgetragen werden und sozial isoliert werden zb.

Denn für mich ist das genau die Umsetzung von unseren Tierschutz-Gesetz zum Schutz der Tiere vor den Menschen. Denn im Grunde wird da ja ebenfalls benannt das man über die nötige Sachkunde und Fähigkeiten verfügen muss um ein Tier artgerecht zu halten. Das entspricht den Sachkundenachweis (wissen) als auch den Wesenstest (Fähigkeit wissen umzusetzen)🤷

Ich bin da auch deiner Meinung,

man kann sagen dass diese Hunde eher eine Neigung zu aggressivem Verhalten haben aber nicht, dass sie von Natur aus so sind.Ein Halter sollte kein Anfänger bei diesen Rassen sein (ist meine persönliche Meinung)und schon Erfahrung haben.Zudem denke ich,dass wie bei jedem anderem Hund auch,man Opfer bringen muss was Zeit und Geld angeht.Denn Listenhunde sind im Vergleich auch teurer...

Es sollte gut überlegt sein,ob man all das mitbringt Vorallem für einen Hund wo mehr ein Auge drauf geworfen wird...

die Meinung anderer sollte dabei keine Rolle spielen.Hauptsache man steht zu seiner Entscheidung erzieht den Hund richtig mit allem was dazu gehört,beschäftigt sich ausgiebig und bietet genug Auslauf/Freilauf

(wenn es sein muss dann auch mit einem Maulkorb,denn dieser gibt dem Halter und dem Hund je nach Fall eine gewisse Sicherheit)

Woher ich das weiß:Hobby

Bin kein Freund dieser Listen, aber vielleicht könnte man es auch von einer anderen Seite her sehen:

Man schützt diese Hunderassen davor, in falsche Hände zu geraten. In Hände, die diese Rassen als Statussymbole oder schlimmeres missbrauchen.

Bei uns in der Schweiz muss jeder Erst-Hundehalter vor dem Kauf eines Hundes eine Theorielektion absolvieren. Egal ob Chi oder Rotti der Wunschhund ist. Danach müssen 10 Lektionen in einer anerkannten Hundeschule besucht werden, dies gilt auch für Hundehalter mit x-jähriger Erfahrung. Und natürlich haben Halter von Listenhunden noch strengere Auflagen. Eigentlich habe ich mich immer über unser Hundehaltergesetz aufgeregt, aber je mehr Steine man den Neu-Hundehaltern in den Weg legt, desto mehr wird vielleicht darüber nachgedacht und desto mehr filtern kann man, zum Wohle aller Hunde.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Jeder Hund kann, natürlich abhängig von seiner Größe gefährlich werden. Listenhunde haben das Problem, dass es gewisse Vorurteile gibt und sich Menschen einen Listenhund holen die gar keinen Hund haben sollten.

Was ich so aus Foren von Haltern von Listenhunde gehört habe ist, dass sie eher unverträglich mit Artgenossen sind und es zwei Arten von Menschen gibt: Zum einen die, die auch so einen „voll krassen Pitbull“ möchten und die, die ihre Kinder hektisch zur Seite ziehen.

Aber ich habe gerade erst gestern gesehen wie Menschen in einem Fahrstuhl fast schon in Panik ausgebrochen sind als ich mit meinen drei kleinen Hunden davor stand. In den Fahrstuhl hätten wir nicht einsteigen können. Die Familie ist dann ausgestiegen.

Wenn mir ein Hund entgegenkommt wenn ich mit meinen drei Hunden unterwegs bin ist mir die Rasse erstmal egal. Artgenossenunverträglichkeit gibt es bei allen Rassen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich lebe seit mehreren Jahren mit Hunden zusammen.

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