Was meint ihr über Bio-Lebensmittel?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Bei vielen Sachen ist Bio umweltlich die deutlich schlechtere Wahl: etwa bei Getreide und Fleisch, da die Erträge bei vielen Sorten bio nur halb so hoch sind bzw. die Viecher dann auch noch länger brauchen, um fett zu werden -> mehr Treibhausgase, Futter und Flächenverbrauch.

Bio ist sicher teurer, allerdings muss man folgendes einwenden: Wir in Deutschland müssen teils weniger für Lebensmittel zahlen als EU-Länder in Osteuropa (absolut, nicht prozentual). Es ist eine Geiz-ist-geil-Kultur entstanden, die lokale und kleine Erzeuger benachteiligt, das LEBENSmittel geringschätzt und damit Verschwendung, Dekadenz und Kulturlosigkeit fördert. Gegenbeispiel Frankreich.

Solange man regional bzw. aus DE kauft, ist mMn auch herkömmliches nicht schlechter. Ich persönlich kaufe aber lieber beim Bauernmarkt, Metzger und Bäcker um die Ecke (ich meine nicht Aldi!), die achten schon auf Herkunft, ohne direkt Bio zu sein.

In vielen Bereichen, etwa dem Obstbau, kommt man ohne Spritzmittel nicht weit.

Der herkömmliche Bodensee-Apfel ist zurzeit sicher besser als die Bioavocado, im Juni hingegen der Bioapfel aus Uruguay umweltfreundlicher. Bei Bio wird leider besonders ausland auch viel betrogen, verschleiert und geworben.

Am besten ist es immer noch, nur regional, saisonal und weniger Fleisch/Milch zu kaufen.

Was man guten Gewissens auch mal im Discounter kaufen kann: Nudeln, Mehl, Kartoffeln, Bier, manches Gemüse u. Obst aus deutschsprachigen Ländern (Niederlande bis Südtirol).

Biolebensmittel sind qualitativ sicher nicht viel besser, aber schmecken oft kräftiger. Hier hat man mehr Auswahl, Vielfalt und auch ein besseres Gewissen, auch wenn es mal nicht ganz perfekt aussieht.

Ich zumindest wünschte mir eine Kombination aus ertragsstarker herkömmlicher Landwirtschaft mit umweltschützenden Maßnahmen, einigen alternativen Methoden und mehr Sortenvielfalt.

Jedenfalls müssen wir unser Verhältnis zum Essen nochmal neu überdenken, auch dank Klimawandel, Überbevölkerung und neuer Dekadenz.

Hallo,

Bio ist nicht Bio. Hier gibt es gewaltige Unterschiede.

Einerseits haben wir die EU-Standards, andererseits die viel höheren Ansprüche und Regelungen der Bio-Verbände. Hierüber sollte man sich informieren, wenn man über Bio spricht.

Wenn man sich beispielsweise mal auf der DEMETER-Seite informiert (kostet nix), dann bekommt man eine ungefähre Ahnung, was Bio bedeutet.

Was Nicht-Bio (also konventionell) bedeutet, möchte ich gerne an einem Beispiel deutlich machen:

Das schlaue konventionelle Bäuerle, perfekt beraten durch Bayer/Monsato, hat entdeckt, dass unser allseits bekanntes Glyphosat noch einen Zusatz-Nutzen hat. Er spritzt es kurz vor der Ernte auf das Getreide, damit die Grünanteile besser nachreifen und es dadurch einen höheren Preis erzielt. Dieses so behandelte Getreide landet in Backwaren und anderen Lebensmitteln z.B.auch im Bier.

Wenn wir das so wollen, dann ist gut. :-)

Unser aller Mama Merkel wurde daraufhin vor nicht zu langer Zeit mal angesprochen und hat gemeint "... also so ein Bierchen macht doch nix..."

Wir entscheiden durch unser Käuferverhalten, welche Nahrung für uns produziert wird und was unsere Kinder essen werden bzw. müssen.

Und unsere Kinder werden die scheinbar grenzenlose Dummheit ihrer Eltern wohl wieder gerade rücken müssen. Die Proteste für den Klimaschutz sind erst der Anfang.

Also ich würde mich auch für meine Eltern schämen, würden sie solche Antworten geben, wie hier teilweise zu lesen sind. Da wird einfach mal was herauskrakelt, ohne sich informiert zu haben. Peinlich und zum Fremdschämen ...leider.

LG Jürgen

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Ich kaufe Bio-Lebensmittel wenn ich bestimmte Dinge nicht anders bekomme (Rote Linsen gibs bei uns z.b. nur in Bio oder Hefeflocken auch nur in Bio). Gemüse kaufe ich teils auch Bio, ABER dieses direkt beim Bauern. Da konnte ich allerdings noch keinen Geschmacklichen Unterschied zum konventionellen Gemüse fest stellen. Kaufe das beim Bauern auch nur weil er es selbst anbaut und ich es dort deutlich günstiger bekomme als im Laden obwohl es eben Bio ist (im Discounter/Supermarkt kaufe ich wenn ich die Wahl zwischen Bio und Konventionellem Gemüse habe ganz selten mal das Bio-Gemüse (eig nur wenn das günstiger ist wegen Angebot als das konventionelle)).

Ansonsten ist es mir ehrlich gesagt egal ob etwas bio ist oder nicht. Kaufe was mir schmeckt und was ich mir vor allem auch leisten kann.

Ja, ich kaufe Bio-Lebensmittel. Und nein, ich glaube nicht, dass sie sich Geschmacklich von den konventionellen Lebensmittel abheben. Jedoch glaube ich den Konsumentenschutz-Zeitschriften und Sendungen, dass Bio-Lebensmittel in der Regel nicht so stark mit Gifte belastet sind oder die Böden weniger vergiftet wurden.

Ich möchte zwar mit dem Kauf von Bio-Lebensmittel möglichst umweltbewusst und gesund leben... aber auch ein Zeichen setzen, dass ich Bio unterstützen will. Ich erhoffe mir, dass durch die teureren Bio-Preise welche ich bezahle, weiterhin in Bio-Produktionen investiert wird.

Bio scheint zwar auf den ersten Blick gelegentlich sehr teuer zu sein. Aber ich kaufe dadurch selbst viel bewusster ein und versuche keine Lebensmittel weg zu werfen. Ausserdem kann ich nachvollziehen, dass eine Bio-Produktion teurer ist, weil da einfach noch mehr Regeln eingehalten werden müssen, welche den Ertrag vielleicht sogar arg schmälern.

Teilweise. Da oftmals beim Obst und Gemüse die "Bio" Sorten zur Unterscheidung an der Kasse in Folie verpackt sind, kaufe ich diese dann nicht. Einiges schmeckt meines Erachtens nach intensiver auch bemerke ich, dass bei Obst und Gemüse aus dem Garten der Schwiegereltern der Geschmack besser ist.

Daher scheint es nicht ganz abwegig zu sein.

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