Was meint ihr, sind Verbrecher salonfähige Personen, heißt: sie fallen auch in besseren Kreisen nicht auf?

6 Antworten

"Verbrecher" sind normale Menschen mit einer ausgeprägtere kriminelle Energie, und eine gering entwickelte Empathie. In anderen Bereichen sind sie so wie jedermann und fallen in der Gesellschaft kaum auf.

Natürlich kommt es auf die Form der Kriminalität an. Es gibt Menschen die man schon nach einem Bruchteil einer Sekunde als "Vertrauensunwürdig" einstuft, und da liegt man meistens nicht falsch. Das sind die Drogendealer und Kleinkriminellen die man von weitem schon erkennt. Auch im Rotlichmillieu ist immer klar ersichtlich mit wem man zu tun hat.

Kommt man aber in den "besseren Kreisen" gibt es viele die ihr Geld nicht redlich verdient haben, aber sehr angepasst agieren, einen tollen Titel haben, sich über ihre Rennpferde, ihre Kunstsammlung und ihre Urlaubsziele unterhalten, und natürlich nicht heraushängen lassen, wie sie vermögend geworden sind. 

Versteht man unter Verbrechen das Entfalten krimineller Energie, dann fallen sie in "besseren Kreisen" erheblich auf und sind heiß umschwärmt, weil sie es innerhalb solcher höheren Kreise verstehen, viele Gesetze zu umgehen und/oder zu mißbrauchen, und dieses Tun mittels anderer Gesetze so zu rechtfertigen, daß sie dort nicht als Verbrecher gelten, sondern als besonders clevere Typen.

Ausnahmen von diesen Abläufen finden sich nur dort, wo Staatsanwälte und Richter ausnahmsweise die Sache ganz anders sehen und damit mitunter auch schon mal leichtsinnig ihre Karrierechancen mindern.

Doch auch das mindert in diversen Fällen deren Salonfähigkeit kaum.

Ganz anders ist es, wenn "Verbrecher" nicht von vornherein Teil einer erlauchten Klasse sind. In solchen Fällen verhalten sich solche Typen zumeist möglichst unauffällige, eben wie Otto Normalverbraucher, und wenn sie bei verbotenem Treiben erwischt werden, dann bekommen sie kräftig eins drauf, wobei ich mir nicht immer ganz sicher bin, ob dies hauptsächlich wegen einer begangenen Straftat geschieht, oder hauptsächlich, weil sie es wagten, sich standeswidrig zu sehr unter höhere Kreise zu mischen.

ok, du hast dich echt kritisch mit der Frage auseinander gesetzt, ich wünschte mir es würde sich bis in die Gerichte herumsprechen fg

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@Kripoungeloest

"bis in die Gerichte herumsprechen"

Das hat es meiner Ansicht nach längst. Zumindest finde ich keine bessere Erklärung für den Umstand, daß man innerhalb der Justiz zunehmend nach dem Motto agiert "und ist der Ruf erst ruiniert, lebt man völlig ungeniert".

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Den Verbrecher gibt es nicht, wie Du in der anderen Antwort lesen kannst.

Es gibt einige die nicht auffallen und welche die auffallen. Ein Kunstfälscher fällt sehr warscheinlich nicht auf, wenn er seine Kunst auch an den Käufer bringt. Ein Kunstfälscher der aber für wen anderes fälscht fällt sehr warscheinlich auf.;)


ok, gutes Beispiel, sie sind tatsächlich überall :-(

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