Was meint ihr ist die Atomkraft einfach zu gefährlich?

15 Antworten

eindeutig ja, aber das kind ist bereits im Brunnen. von Nagasaki und Hiroshima über threemileisland, chernobyl und Fokushima haben wir, abgesehen von den ganzen Atomtests und dem regelbetrieb unserer Kernkraftwerke die welt eigendlich schon genug verstrahlt. der schaden, den wir angerichtet haben ist so nicht mehr gut zu machen, ohne dass wir noch mal ganz von vorne anfangen sprich puff und erde weg...

um so weniger verständlich finde ich, dass wir a.) so lange gebraucht haben, uns von dieser technologie zu lösen, so wohl im zivilen, als auch im millitärischen bereich und b.) dass wir dann so plötzlich davon los wollten....

was mich auch enorm daran stört, ist dass der hauruck austieg dazu geführt hat, dass mit brennstoff beladene kraftwerke einfach stillgelegt wurden. der mist ist da und strahlt vor sich hin...und damit die suppe nicht überkocht, muss noch kohlestrom von außen rein gepumpt werden, statt dass man die vorhandene energie aktiv nutzt...

jedenfalls ist es sogar sicherer, das kraftwerk in betrieb zu halten und die umweltfolgen sind effektiv die gleichen....

was supermutti da angerichtet hat, ist vergleichbar damit ein Haus, das noch nicht abbezahlt ist, zu verkaufen und dann zu einem monatlichen preis, der höher ist, als der abtrag einst war, wieder zurück zu mieten... nun zahlen wir also mehr miete als wir vorher abtrag hatten und haben zusätzlich noch die restschulden an der backe.,..

lg, Anna

Atomkraft ist vollkommen ungefährlich, wir nutzen sie ständig, bspw. wenn wir eine Taschenlampe einschalten und die Elektronen der Atomhülle Licht emittieren. 😎

OK, nochmal zur Unterscheidung: Atomphysik beschäftigt sich mit den Vorgängen und Kräften in der Atomhülle, Kernphysik mit denen des Atomkerns. Soviel Genauigkeit muss sein! 🤓

Voraussetzend, dass es hier um Kernspaltungskraftwerke geht, bleibt zu sagen: Wir können die KKW-Technik zwar immer sicherer machen, aber Störfälle und Unfallfolgen nicht ausschließen. Es gibt einfach Stoffe, die wir in unserer Biosphäre nicht verbreitet wissen sollten, radioaktive Stoffe sind eine Gruppe davon.

Über die Diskussion hinaus, wie toll sicher KKWs sein können, bleibt die Großtechnik zu anfällig. Ein Restrisiko bleibt immer, ein GAU ist nie auszuschließen. Und anders als bei anderen Großunfällen mit ggf. beklagenswert vielen Opfern, macht es nicht einfach „Rumms" und der Vorgang ist vorbei — eine Kontamination bleibt über Jahre und Jahrzehnte. Spätfolgen treten noch bei nicht direkt Unfallbeteiligten auf und ggf. noch in weit entfernten Bereichen.

Dabei geht es immer um die zusätzlich frei gesetzte Strahlendosis, die über den natürlichen Hintergrund hinaus für heftige Schäden sorgt.

Nicht außer Acht zu lassen sind die bereits im Betrieb frei gesetzten Mengen, bspw. über die Edelgasdchlote oder aufgrund von Handhabung oder Aufbereitung der Kernbrennstoffe.

Der dauerhaft zu bewachende Restkernbtennstoff nach Nutzungsende stellt dann sogar ein Generationenproblem dar.

Nicht bewahrheitet hat sich technisch ein Brüterverfahren, in dem alte Brennstoffe weiter genutzt und sogar wieder aufbereitet werden könnten. Finanziell lohnt sich zudem der Bau eines KKWs nicht – ohne erhebliche Kreditförderung. Einfach zu teuer, macht keiner. Auch der Rückfall in die Steinzeit oder die Abhängigkeit von Unmengen ausländischen KKW-Stroms sind ins Reich der Märchen zu verweisen. – Aber dabei geht es jetzt schon nicht mehr um Gefährlichkeit.

Es gibt ungefährlichere, umweltschonendere und preiswertere Techniken um intelligent an Strom zu kommen.

Woher ich das weiß:
Studium / Ausbildung

Was in der deutschen Presse nicht kommuniziert wird bzw. wurde:

1. Es gibt Kernkraftwerke ab der Generation 3+, in denen das, was wir als "GAU" bzw. "Super-GAU" (Störfall oberhalb der Auslegungsgrenze mit Kontamination der Umwelt durch radioaktives Material) aus physikalischen Gründen nicht mehr möglich ist. Hier geht es also in der Tat nicht mehr um Wahrscheinlichkeiten, sondern die Konstruktion ist entsprechend völlig anders aufgebaut.

2. Es gibt mittlerweile Kernkraftwerke wie den seit 2016 in Betrieb gegangenen russischen BN800, ein sog. "Schneller Reaktor", welcher den "Atommüll" aus älteren Generationen verwerten und dabei neutralisieren kann. Das Zeug strahlt nämlich, weil
da noch Energie drin ist.

Und weil auch hier in den Antworten Fukushima erwähnt wurde: Fukushima ist ein US-amerikanischer Reaktortyp der 2. Generation, der für die amerikanische Wüste entwickelt wurde und nicht dafür, in einer Erdbebenregion an der Küste zu stehen. Zudem war zum Zeitpunkt des Unfalls sein Sicherheitsstandard auf dem Stand der 60er Jahre. Wenn dort irgendein alter deutscher Reaktor gestanden hätte (der dort nach unseren Standards niemals eine Zulassung bekommen hätte), dann wäre es nicht zu einem solchen Störfall gekommen, da unsere Reaktoren z.B. Neutralisatoren für Knallgas haben, was den Reaktor in Fukushima ja quasi gesprengt hat.

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