was meint hobbes mit naturgesetzen?

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3 Antworten

Mit Naturgesetzen meint Thomas Hobbes (heranzuziehen ist vor allem sein Werl „Leviathan, Teil1, Kapitel 14 – 15) natürliche Gesetze (englisch; natural laws; lateinisch: leges naturales). Das natürliche Gesetz ist eine aufgrund eines allgemeinen Grundsatzes verbindliche Vorschrift oder allgemeine Regel, welche die Vernunft lehrt, nach der niemand etwas unternehmen soll, was er als schädlich für sich selbst erkannt hat.

In der Staatsphilosophie von Thomas Hobbes spielen die Selbsterhaltung und das Eigeninteresse eine grundlegende Rolle. Natürliche Gesetz dienen diesen Zielen, weil damit Konflikte mit schädlichen Folgen vermeiden werden können. Das grundsätzliche natürliche Gesetz ist nach Thomas Hobbes, nicht sich selbst Schädigendes zu tun. Zur Überwindung des Kriegs aller gegen alle in einem fiktiven und abstrakten Naturzustand (auf der Ebene der Individuen; auf der Ebene der Staaten gibt es ihn nicht) werden 2 oberste natürliche Gesetze aufgestellt:

1) Frieden suchen und, wenn keiner kommt, nach anderen Mitteln der Selbsterhaltung suchen

2) auf das Recht auf alles verzichten, sofern dies auch die anderen tun, und so viele Freiheiten einräumen, wie sie haben wollen (um mit dem Abgeben von Rechten andere Vorteile zu bekommen).

Ohne staatliche Ordnung befinden sich Menschen in einem Naturzustand. Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht prägen das Verhalten. Leidenschaften, Gier und rationale Vorsorge lassen dabei aggressives Verhalten nach der Überzeugung vom Thomas Hobbes erforderlich werden. Die Menschen müssen um ihr Leben fürchten, wünschen aber persönliche Sicherheit. Menschen sind deswegen schon aus Misstrauen genötigt, sich so zu verhalten, als ob die anderen aggressiv und ungerecht wären. Alle sind aus Gründen der Selbsterhaltung genötigt, Gewalt und List, die Raubsucht wilder Tiere, zu Hilfe zu nehmen. Es herrscht Krieg aller gegen alle (bellum omnium in omnes).

Thomas Hobbes versucht eine rationale Ableitung der Notwendigkeit des Staates. Um aus dem Naturzustand herauszukommen und Frieden herzustellen, ist ein Staat notwendig. In einem Gesellschaftsvertrag aufgrund rationaler Kalkulation wird der Staat gegründet (als “politischer Körper“, eine künstliche Person, konstruiert) und ein Souverän übernimmt die Aufgabe, die Konflikte einzudämmen, die Wolfsnatur („homo homini lupus est“) durch Furcht niederzuhalten und Schutz zu bieten.

Für Hobbes ist Sicherheit und damit Freiheit nur im Rahmen staatlich verfaßter Ordnung möglich, da nur innerhalb des Staates die Garantie von Rechten überhaupt denkbar ist. Die Individuen übertragen ihre Rechte dem Staat als Souverän in einem Gesellschaftsvertrag, der ein Unterwerfungsvertrag ist.

Ein gedachter Vertrag besteht darin, einen Staat zu bilden, der über Furcht Außenstabilisierung bewirkt und einen Friedenszustand herstellt. Dies geschieht durch Unterwerfung. Denn bei Hobbes stellt sich mit Hilfe eines auf Interessen reduzierenden Ansatzes nur die Alternative, den Naturzustand zu verlassen und in den Gesellschaftszustand einzutreten oder dies nicht zu tun. Ist der Eintritt einmal erfolgt, gibt es keine Optionen (Wahlmöglichkeiten) mehr, sondern nur noch Gehorsam als Ermöglichungsbedingung der Nutzenmaximierung.

In Büchern gibt er Erklärungen der von Thomas Hobbes vertretenen Staatsphilosophie, z. B.:

Bernard Willms, Thomas Hobbes : das Reich des Leviathan. München : Zürich : Piper, 1987, S.125 – 152

Herfried Münkler, Thomas Hobbes. Frankfurt/Main; New York : Campus Verlag, 1993 (Campus Einführungen ; Band 1968), S. 121 – 137

Eine wohltuende Antwort und von mir DH!

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Oben war eien Aussage in einer Klammer etwas zu kurz, gemeint ist: auf der Eeben des Verhältnisses von Staaten zueinander gibt es bei Hobbes keine Überwindung des Naturzustandes.

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Super Antwort, danke dir, hat mir sehr viel geholfen

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Er meint, dass die Ordnung - also die Stände etc. - naturgemäß vorgegeben sind. Man kann/ bzw. sollte sie nicht umwerfen. Dann gibt es Chaos.

D.h.: Könige müssen herrschen, damit sich Menschen nicht gegenseitig zerreißen, damit sie zusammenleben können.

in welchen zusammenhang ? versteh net was du wissen willst.

naja er sagt ya es gibt keine gesetze,sondern naturgesetze

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