Was machten Menschen vor 2000 Jahren in Deutschland, wenn sie im Dorf aufs Klo mussten?

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10 Antworten

Sie haben irgendwo hin gemacht.

Früher war das Exkrementieren nichts verruchtes oder gesellschaftlich ungehöriges. Die Römer hatten öffentliche Toiletten, wo man nebeneinander (ohne Trennwand) sein Geschäft verrichtete und die meisten anderen Völker kannten weder Latrinen noch Toiletten.

Es wurde einfach dort das Geschäft verrichtet wo man sich gerade befand. Neben dem Haus, mitten auf dem Feld, im Wald, egal wer zugeschaut hat. Es war so natürlich wie Essen und Atmen.

Das setzte sich teilweise bis ins Mittelalter durch. Noch zu Zeiten der Habsburger und des Sonnenkönigs Ludwig des 14. War es alltäglich sogar inmitten eines Flures im Palast an die Wand zu pinkeln oder auf die Straße zu kacken.

Erst als man herausfand das man die Pest mit Hygiene bekämpfen konnte, fand ein Umdenken statt und das öffentliche Geschäft geriet in Verruf.

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Kommentar von Jerne79
24.03.2016, 16:33

Da hast du aber ein bißchen was falsch aufgeschnappt...

Die Zustände bei Ludwig dem 14. sind alles andere als repräsentativ.

Im Mittelalter kennt man durchaus Latrinen, vor allem aber kennt man Nachttöpfe, es war keineswegs üblich, sein Geschäft auf der Straße zu verrichten.

Erst als man herausfand das man die Pest mit Hygiene bekämpfen konnte,
fand ein Umdenken statt und das öffentliche Geschäft geriet in Verruf.

Da kommen dir die Zusammenhänge aus, schon weil die meisten, die die richtigen Denkansätze für die Ursachen der Pest hatten, nicht ernstgenommen wurden. Es ist auch bis heute nicht klar, warum die großen Pestepidemien des Mittelalters zum Erliegen kamen. Im Übrigen war die Körperhygiene im Mittelalter deutlich besser als in der frühen Neuzeit, als man aus Angst vor Seuchen Badhäuser schloss bzw. sich deren Funktion deutlich zu medizinischen Zwecken hin veränderte.

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Man darf nicht vergessen, dass menschliche Exkremente in jener Zeit noch wervolle Rohstoffe waren - sowohl bei Römern und Germanen. Kot wurde zum Beispiel als Dünger verwendet, Urin konnte man zu Reinigungsmittel verarbeiten oder man brauchte es zum Gerben von Leder oder auch zum Herstellen von Farbstoffen. Es gab sogar Menschen, die mit Urin handelten oder ein Geschäft betrieben! 

Man verwendete natürlich nicht alle Ausscheidungen, die anfielen, für solche Zwecke (bevor hier wieder irgendwelche Besserwisser alles was ich schreibe mit ihren selbstdarstellerischen Konmentaren zerreißen). Die Römer hatten bereits in den Städten (auch auf deutschem Boden, wie Köln oder Trier) öffentliche Toiletten und ausgeklügelte Abwassersysteme installiert. Bei den Germanen gab es diese allerdings nicht, da verrichtete man sein Geschäft wohl eher einfach dort, wo es niemanden störte. Allerdings wurde damals weitaus weniger intimer mit dem Umstand umgegangen, dass die Natur auch einmal ihr Recht verlangt.

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Letztlich kann man bei diesem Thema nur spekulieren. Aus archäologischer Sicht wüsste ich keinen Beleg für latrinenähnliche Einrichtungen in vorgeschichtlicher Zeit. Gruben dienten v.a. der Vorratshaltung, Hinweise auf Exkremente in Abfallgruben wären mir unbekannt. Falls da ein Kollege mehr weiß, fände ich das aber hochinteressant!

Es ist also eher davon auszugehen, dass man sich seiner Notdurft obertägig entledigt hat. Als Nachttöpfe dienende Gefäße fehlen (diese lassen sich sehr leicht am Urinstein identifizieren) im Fundbild. Denkbar wäre die Verwendung von Holzgefäßen, die nur in Ausnahmesituationen erhalten bleiben oder eben schlicht die Entsorgung ohne Zwischenbehältnis.

Hier über vorhandene oder nicht vorhandene Schamgefühle zu spekulieren ist müßig in Anbetracht von Kulturen ohne eigene Schriftquellen und des zeitlichen Abstandes zu besser dokumentierten Gedankenwelten.

Denkbar wäre durchaus eine weitergehende Nutzung der meschlichen Ausscheidungen, aber auch hier fehlt es uns an Belegen.

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das Herzhausen besuchen bzw. das entsprechende stille Örtchen.

Fast jeder hatte wohl eine Miste hinterm Haus und zu vermutlich jeder Zeit hat man irgendwo ein möglichst tiefes Loch gegraben und...aufgefüllt. Zwischendurch sicher auch mal mit Sand, Erde, Kalk oder Ähnlichem bedeckt um den Geruch abzumildern und wenns voll war wo anders ein neues Loch gegraben und das Häuschen wieder darüber gerückt.

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Kommentar von nationalsozial
24.03.2016, 14:32

und wenn die menschen im wald leben?

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Im Dorf hat man Gruben gehabt, in die auch Abfall geworfen wurde, eine interessante Informationsquelle für Archäologen. In den Städtern gab es schon Kanalisation.

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Damals entledigte sich ganz Europa in Löcher oder in Eimer.

Löcher wurden zugeschüttet, Eimer in den Fluss geleert.

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Nun, damals gab es sicher genügend Misthaufen. Schließlich betrieben auch die alten Germanen schon Viehzucht.

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Donnerbalken donnern lassen.

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Naja donnerbalken würde ich sagen

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da gab es deutschland noch nicht

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Kommentar von MarcelBerling
24.03.2016, 14:28

Ja auf deutschem Boden

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