Was macht Tarantino so einzigartig?

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Naja, also ein Genie wie kein anderes...

Was Tarantino eben häufig macht ist, sich ein Genre vorzunehmen und das dann in einem Film enorm zu überspitzen. Die Filme gewinnen dadurch natürlich einiges. Einerseits hat man die 'Parodie' als solche, andererseits schafft es Tarantino oftmals tatsächlich einen sehr unterhaltsamen und gut besetzten Film rauszuhauen, der alle möglichen Auswüchse des gewählten Genres miteinbringt (also wirklich auf Klischees hinarbeitet), andererseits tatsächlich unterhaltsam ist.

Mit Tarantinos Filmen ist es im Endeffekt ähnlich wie mit z.B. Forrest Gump. Während du mit Forrest in einen Teil der Amerikanischen Geschichte eintauchst, die sich eben auch wie ein roter Faden durch den Film zieht, tauchst du mit Tarantino in das Genre ein... dementsprechend werden die Filme im Endeffekt auch dadurch besser, wenn du das Genre an sich bereits kennst oder einige typische Filme gesehen hast.
In diesem Sinne haben wir hier also, neben der eigentlichen Filmhandlung ein Stück weit eine 'Führung' durch das Genre, was durchaus sehr reizvoll sein kann.

Das ist aber kein Alleinstellungmerkmal von Tarantino. Er übertreibt es halt sehr und ist dementsprechend auch ein Stück weit bekannter. Doch auch bei z.B. den Coen Brüdern hast du solche 'verdeckten roten Fäden' (wie z.B, bei 'Oh Brother where are thou? mit der Odyssee). EIn weiteres Beispiel wäre auch Greenaway und natürlich unzählige andere.

Doch während Greenaway tatsächlich sehr in die Kunstfilm-Richtung geht, schafft Tarantino das, was Game of Thrones z.B. auch schafft. Einerseits einen tollen unterhaltsamen Film kreieren, den man schauen kann, ohne viel nachdenken zu müssen, andererseits aber auch die CHANCE zu geben nachdenken zu KÖNNEN, wenn man es denn möchte, wodurch der Film dann entsprechend einerseits unterhaltsam für die breite Masse ist, aber es auch eine Menge darin zu finden gibt.
Game of Thrones ist hierbei im übrigen mein Lieblingsbeispiel, weil man das Scheitern dieses Konzeptes am Ende sehr gut mitbekommen hat... nämlich in dem Moment, in dem vom Zuschauer wirklich verlangt wurde sich Gedanken über die (durchaus logischen) Handlungen und Motivationen der Charaktere zu machen... was manche (ich vermute ein Großteil) nicht gewöhnt waren.
Tarantino hingegen zieht das in meinen Augen nahezu genial durch, tatsächlich auch OHNE den Eindruck eines 'Kunstfilmes' zu erwecken.

danke für die ausführlich erklärung. das ist schon stark wie du das formuliert hast

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@Xenam

Sorry, falschen Kommentar kommentiert^^

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Game of Thrones ist hierbei im übrigen mein Lieblingsbeispiel, weil man das Scheitern dieses Konzeptes am Ende sehr gut mitbekommen hat... nämlich in dem Moment, in dem vom Zuschauer wirklich verlangt wurde sich Gedanken über die (durchaus logischen) Handlungen und Motivationen der Charaktere zu machen

Ich glaube, du unterschätzt hier den Großteil des Publikums. Game of Thrones war vor allem wegen der großartigen Handlung und der Entwicklung der Charaktere beliebt. Die guten Spezialeffekte sind erfreulich, sie sind aber nicht der eigentliche Grund für den Erfolg der Serie.

Die letzte Staffel fand ich schlecht, weil die Handlung langweilig und enttäuschend ist. Die wichtigsten Ereignisse sind lange vorhersehbar. Dass der Nachtkönig so früh besiegt wird, ist enttäuschend. Viele Zusammenhänge sind unlogisch. Vor allem aber passiert zu viel Handlung in geringer Zeit, die Entwicklung der Charaktere kommt dabei viel zu kurz.

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Mal ganz von der sehr krassen und unberechenbaren Gewaltdarstellung, ist Tarantino auch für die spannenden Plots und die ziemlich langen und detaillierten Dialogszenen berühmt. Oftmals geht es bei diesen Dialögen um sehr nebensächliche und belanglose Dinge. Aber Tarantino ist einfach dafür bekannt, diese Nebensächlichkeiten ins Rampenlicht zu rücken.

und das ist dazu sogar unterhaltsam!! danke

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@Xenam

Richtig. Vorallem, sind es auch oftmals Dinge, die unser Leben begleiten. Und diesen Dingen schenken wir irgendwann keine Beachtung mehr...

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@UKfella

ja und man denkt sich so: Hey das kenn ich doch von mir! was die charaktere im film auch ein stück weit sympathischer macht

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@Xenam

Eine meiner Lieblingsdialöge. Pulp Fiction.

Vincent: "Was ist ein Pilot?"

Jules: "Du kennst doch diese Serien im Fernsehen?"

Vincent: "Ich seh' nie fern."

Jules: "Ja, aber dir ist schon klar, dass es eine Erfindung namens Fernsehen gegeben hat, und dass sie in dieser Erfindung Serien zeigen?"

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@UKfella

zu geil, dialoge kann er schreiben, da gibts nichts zu diskutieren

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Im Grunde parodiert er in allen seinen Filmen die Gewalt. Er zieht sie ins Lächerliche und niemand kann sich in seinen Filmen gruseln. Man hat immer ein Lächeln im Gesicht auch wenn das Blut in Strömen fließt und die Gehirnmasse den Leuten ins Gesicht spritzt. Seine Filme sind immer amüsant und nie schockierend.

Nur der Hype. In den USA gilt man als intelligent und intellektuell, wenn man in Gesprächen ganz viel zu den "Movies of Täräntiiiiiinou" sagt, und well, this director Täräntiiiiinou, he's soooo good, I love those movies, you know...? Musst mal solche Unterhaltungen von Pseudo-Kennern belauschen, da gibt es den Tarantino-Faktor, je öfter man diesen Namen nennt, umso intellektueller kommt man rüber. Öde.

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