Was macht man so als Philosoph?

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7 Antworten

Entweder, du schlägst eine akademische Laufbahn ein: Hier verfasst du Abhandlungen und Artikel in Fachzeitschriften, hältst Vorlesungen und bemühst dich, einen Lehrstuhl zu bekommen.

Oder du schreibst Bücher: Dann schreibst du einfach Bücher zu philosophischen Themen, möglichst solche, die sich auch verkaufen, d.h. einfach sind.

Wenn du als Philosoph einen gewissen Status hast, kannst du außerdem noch öffentlicher Intellektueller werden: Du nimmst beziehst dann Stellung zu aktuellen Themen.

Natürlichst solltest du dir auch ein Fachgebiet suchen. Philosophische Anthropologie eignet sich da nicht so gut, da sie eigentlich nicht mehr betrieben wird.

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Kommentar von EminemVEVO
24.02.2014, 16:46
Philosophische Anthropologie eignet sich da nicht so gut, da sie eigentlich nicht mehr betrieben wird.

Oh, interessant - warum nicht mehr?

Wenn du als Philosoph einen gewissen Status hast, kannst du außerdem noch öffentlicher Intellektueller werden: Du nimmst beziehst dann Stellung zu aktuellen Themen.

Naja, Precht fand ich eher peinlich bei Lanz...

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Im Prinzip denken viele Menschen über das Wesen Mensch nach.

(Philosophen gehen meistens davon aus, dass jeder Mensch sich damit beschäftigt, dass jeder Mensch vernunftbegabt ist, dass jeder Mensch nach Glück strebt usw. Das ist so, wie das jeder Jurist davon ausgeht, dass die Menschen die Gesetze kennen, jeder Arzt, dass die Menschen den Aufbau des Körpers kennen und jeder Mathematiker, dass die Menschen wenigstens rechnen können.)

Jemand, der Philosophie betreibt, versucht sich auf diese Fragen, zu denen jeder irgendwie eine Meinung hat, systematisch zu nähern, von mehreren Seiten zu beleuchten und mit Ergebnissen anderer Philosophen zu vergleichen. Fachausdrücke sind dafür da, dass man in seinem Fach überall verstanden werden kann und nicht jedes Wort erklären muss oder die Grundlagen von dem erklären muss, was man meint. Das ist aber nichts Philosophentypisches. Wie du selber schon gemerkt hast, haben Informatiker auch ihre eigene "Sprache", genauso wie Mediziner, Juristen, BWLer oder Ingenieure.

Leider ist der praktische Nutzen sehr begrenzt. Wenn man nicht gerade Buchautor werden will, in ethischen Gremien mitwirken will oder lehren will, wird es dünn. Dann kann man es noch wie zum Beispiel Rach machen: von der Mathematik und Philosophie zum Koch: perfekte Voraussetzung

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Kommentar von EminemVEVO
24.02.2014, 16:34

klingt schon irgendwo traurig (bezogen auf den praxisnutzen).... ist es also jedem philosophen eine herzensangelegenheit, der ausübung ihres berufs nachzugehen?

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Die Philosophie ist an sich nicht Wissenschaft, sondern Idealwissenschaft mit der sophia, der Wahrheit und Weisheit, als Zweck. Darum heißt sie eben auch Philosophie, "Liebe zur Weisheit".

Bei Aristoteles entstanden sämtliche Wissenschaften auf der Grundlage der Philosophie.

Die Philosophie ist allerdings nicht nur Wissenschaft, sondern vor allem auch Lebensweise. Darin besteht der praktische Nutzen:

  • Zu wissen, was ich weiß.

  • Zu wissen, was ich will.

  • Zu wissen, was ich tue.

Daraus ergibt sich das Wissen darüber, was ich bin. Und genau damit beschäftigt sich auch die Philosophie als Wissenschaft, mit der folgenden Fragestellung:

"Was ist der Mensch?" - Immanuel Kant

Wissen bedeutet Macht. Zu wissen, wer ich bin, bringt die Macht über mich. Und die Selbstbeherrschung wiederum ist Grundlage aller Tugend, allen Glücks.

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Man klopft weise Sprüche und redet mit den anderen darüber. Der Vorteil als Philosoph ist, dass man den größten Stuss für Wahrheit ausgeben kann - z.B. Marxismus.

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Philosophie kann immer unterschiedlich sein und doch das Gleiche. Die Einstellung, die Ideale und das ganz entscheidende Kriterium: Die Denkweise.

Man weiß, was man weiß, was man nicht weiß, was man wissen will, was man anstrebt.

Allerdings hinterfragt man auch Dinge anders.

So sehe ich z. B. im Sterben in gewisser Hinsicht das Leben, aber auch in jedem Lebewesen das Sterben. Sehe den Kreislauf als Gesamtheit der Dinge.

Philosophie ist immer verschieden von Individuum zu Individuum, denn jeder philosophiert anders daher und man muss sich vor allem eines bewusst sein. Wie man über seine Philosophie philosophiert.

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Kommentar von EminemVEVO
24.02.2014, 19:22

Die Frage ist aber nicht, was Philosophie ist, sondern was ein Philosoph macht... ;-)

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...als Philosoph schreibt man einige Bücher und hofft dadurch etwas Geld zu verdienen. Ansonsten bestreitet er seinen Lebensunterhalt mit Taxi fahren oder in einem Call-Center.

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Kommentar von tenebre
24.02.2014, 17:12

...oder wird Bürgermeister einer norditalienischen Touristenstadt und wirft, wenn man zuwenig über die Bürger philosophiert hat, seinen Schreibtischsessel durch das Bürgermeisterzimmer, dankt eines Tages ab und das mit den Worten: L.M.A.A., ihr Idioten.

lG

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Bücher und Fachartikel schreiben. Auftritte in Cafés und anderen kleineren Locations. Es ist besonders von Vorteil, wenn man öffentlichkeitswirksam Thesen seiner bekannteren Kollegen in Zweifel zieht.

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Kommentar von EminemVEVO
24.02.2014, 16:36

der letzte satz klingt wort gesucht ← sarkastisch wäre doch, wenn man den text nicht wortwörtlich lesen dürfte, ohne von der aussage abzuweichen, oder nicht?

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