Was macht es für einen Sinn - 4. Gebot?

19 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe es nicht mit den Geboten.

So wie manche Eltern sich ihren Kindern gegenüber verhalten, haben sie (die Eltern) es nicht verdient, geehrt zu werden.

Allerdings stammt das Gebot aus einer Zeit, in der es an der Tagesordnung war, Kinder zu züchtigen.

Ich kämpfe - auch hier - dafür, dass Kind (von Geburt an) mit Respekt, sprich Achtsamkeit, behandelt werden.
Ich gehe auf die Barrikaden, wenn hier Vorschläge zum respektlosen, erniedrigenden Umgang mit Kindern kommt.

Lieber schwimme ich in einem anderen Fluss als mit den, auf Konsequenzen und Grenzen setzenden-Erziehungsfans im gleichen Fluss zu sein.

Nein - du solltest dich an deine Kindheit erinnern - auch an die miesen Zeiten.
Nur so hast du die Möglichkeit, selbst im Umgang mit (eigenen) Kindern etwas zu ändern.

Wer nicht kapiert hat, was mit ihm passiert ist, kann auch nichts ändern.

www.elternmorphose.de

Danke fuer den Link. Der hat mir sehr geholfen. 

1

Danke fürs Sternchen :)

0

Hallo anonymos….,

die Formulierung der Gebote ist 2500 bis 3000 Jahre
alt. Sie sind traditionelle Kurzformeln. Es ist nicht nötig, darüber zu
diskutieren, in welcher Zeit und welcher soziologischen Lage sie entstanden
sind, da es für den Christen nicht auf den Wortlaut, sondern auf den Sinn
ankommt. Und der ist zeitlos.

Die Gebote sind in ihrer Formulierung sozusagen der
Finger, der auf etwas hinweist. Sie sind eigentlich ein Generationenvertrag,
der beide Seiten verpflichtet, einander zu ehren. Das lässt sich in vielen
Stellen aus dem Alten und Neuen Testament sowie den Apostelbriefen (Paulus vor allem) nachvollziehen.

Was unter „Ehren“ zu verstehen ist, kannst du etwa bei Jesus Sirach, Kap.3  nachlesen:

Hört, ihr Söhne, was das Recht des Vaters ist, / und handelt danach, damit es euch gut geht. Denn der Herr hat den Kindern befohlen, ihren Vater zu ehren, / und die Söhne verpflichtet, das Recht ihrer Mutter zu achten. Wer den Vater ehrt, erlangt Verzeihung der Sünden, / und wer seine Mutter achtet, / gleicht einem Menschen, der Schätze sammelt. Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den eigenen Kindern, / und wenn er betet, wird er Erhörung finden. Wer den Vater achtet, wird lange leben, / und wer seiner Mutter Ehre erweist, der erweist sie dem Herrn. Wer den Herrn fürchtet, ehrt seinen Vater / und dient seinen Eltern wie Vorgesetzten. Mein Sohn, ehre deinen Vater in Wort und Tat, / damit aller Segen über dich kommt.

Der Segen des Vaters festigt die Wurzel, / doch der Fluch der Mutter reißt die junge Pflanze aus. Such deinen Ruhm nicht darin, den Vater herabzusetzen, / denn das ist keine Ehre für dich. Die Ehre eines Menschen ist die seines Vaters; / wer seine Mutter verachtet, sündigt schwer.

Und dann etwas mit der aktuellen Diskussion um Altersheim und Dementenpflege:

Mein Sohn, wenn dein Vater alt ist, nimm dich seiner an / und betrübe ihn nicht, solange er lebt. Wenn sein Verstand abnimmt, sieh es ihm nach / und beschäme ihn nicht in deiner Vollkraft! Denn die Liebe zum Vater wird nicht vergessen, / sie wird als Sühne für deine Sünden eingetragen. Zur Zeit der Bedrängnis wird sie dir vergolten werden; / sie lässt deine Sünden schmelzen wie Wärme den Reif. Wie ein Gotteslästerer handelt, wer seinen Vater im Stich lässt, / und von Gott ist verflucht, wer seine Mutter kränkt.

Beispiel aus dem NT: „Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf
daß sie nicht scheu werden.“ (Kolosser 3,21) und „ Und ihr Väter, reizet eure
Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Vermahnung zum Herrn.

(Epheser 6,4)

Es ist übrigens das einzige Gebot, mit dem eine
positive Verheißung verbunden ist, wenn man es einhält.

Praktisch zeigt sich das heute auch: Wenn das
Verhältnis zwischen Eltern und Kindern stimmt, haben beide Seiten
Riesenvorteile davon.

Was du da schreibst, was Eltern angeblich durften,
widerspricht geradezu dem Gebot.

(Der etwas primitive Anhang, den du nennst: Das
ignoriere ich noch nicht mal!)

Bei Schlägen denkst du vermutlich an: Sprüche 13,24
Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht.
Zunächst steht das ja nicht mal im Gebot.

Aber nur der radikale Fundamentalist würde sich jetzt
an den Wortlaut mit den entsprechenden Folgen halten. Ziel des Spruches ist
aber nicht das Schlagen, sondern die Liebe zum Kind. Und die Bibel ist eben
nicht von ihrem wortwörtlichen Text her zu verstehen, sondern von ihrem Sinn
her. Und liebevolle Erziehung sieht eben heute anders aus.

Ich bezweifle, dass es immer hilfreich ist, Fragen sehr theoretisch anzugehen.

Es ist egal, was in der Bibel steht, entscheidend ist, ob und wie es dir um den Kopf gehauen wurde.

Ich vermute, dass du sehr religiös erzogen wurdest.
Das ist nur eine Form der schlechten Erziehung, es gibt auch andere Formen.

Wenn deine Eltern dir nicht einen Weg zu einem erfüllten Leben gezeigt haben, musst du ihn alleine finden.
So leid es mir tut, ich kann daran nichts ändern.
Es gibt auch keinen Sinn dahinter, du hast einfach nur Pech gehabt.

Und zurück zu blicken ist da nur gelegentlich hilfreich, denn der Weg geht immer nach vorne.
Vielleicht schaut man nach hinten, um sich zu orientieren, vielleicht will man einfach nur mal schauen und sich daran freuen, wie weit man schon gekommen ist.

Wenn dir dein Weg nicht klar ist, oder dir Mut oder Kraft fehlen, ihn zu gehen, dann bitte um Hilfe.
Hilfe geben dir Verwandte und Freunde, oder auch mal ein Fremder.
Du musst sie nur suchen und auch annehmen können. Beides kann man lernen.
Und wenn du das nicht kannst, wende dich an Profis. Das ist keine Schande.

Es existiert, das erfüllte Leben, dass du dir wünschst.
Zwar nicht direkt vor der Haustür, aber in erreichbarer Nähe.
Du musst nur losgehen und genau so oft wieder aufstehen, wie du hingefallen bist.
Und wenn du da bist, wirst du feststellen, dass du es erschaffen hast, dein Leben.
OK, vielleicht hast du es auch nur gestaltet, sodass es dir gefällt.

Ich bin ein bisschen schizzo, das hat mir vielleicht sogar geholfen.
Ich habe das andere Leben immer gesehen, aber nicht im Traum gedacht, dass es erreichbar ist, und noch weniger für mich.
Ich wusste, dass es vorwärts und aufwärts geht, auch wenn ich es lange Zeit nicht gefühlt habe.
Von daher konnte mich die Hoffnungslosigkeit auch nie verschlingen.
Ich habe Tage durchgeheult, und doch nie an Selbstmord gedacht.
Nicht an einem Tag in den Jahren der Depression, wo man nicht mal heulen kann, weil man nichts mehr fühlt.

Ich kann dir deinen Weg nicht zeigen, ich kann dir nur versichern, dass es sich lohnt, ihn zu suchen. Und das Suchen ist ja schon der erste Schritt auf deinem Weg.

---------------------------------------------------------------------------------

Und um doch noch deine Frage anzusprechen:

Was man sagt, obwohl es selbstverständlich ist, hat schon seinen Hintersinn.
Man sollte jeden Menschen ehren, heute heißt das wohl schätzen oder respektieren.

Dass die Eltern da gesondert erwähnt werden, bringe ich mit Abraham in Verbindung:
Der wollte seinen Sohn töten, weil sein Vater=Gott das befohlen hatte.

Deswegen nennt man Judentum, Christentum und den Islam auch die "Abrahamitischen Religionen", weil die alle so schräg d'rauf sind, bis zur Hexenverbrennungen und Ehrenmorden.

Da kannst du das 4. Gebot hinstecken.

Wenn Gott der Freie Wille wichtig ist, warum hat er dann Adam und Eva bestraft, als sie diesen benützten?

Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein.

Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Austreibung aus dem Paradies

20 Und Adam hieß sein Weib Eva, darum daß sie eine Mutter ist aller Lebendigen. 21 Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und kleidete sie. 22 Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! 23 Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er das Feld baute, davon er genommen ist, 24 und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu

bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.

Meine Frage: Warum hat Gott so heftig reagiert, als Adam und Eva von ihrem freien WIllen gebrach genommen haben?

Er ist doch allwisend, und hat sie erschaffen. Er hat gewusst, dass die Schlange ihn verraten wird, und Adam und Eva vom baum essen werden. Das macht doch alles gar keinen Sinn? Warum einen Baum erschaffen und ihn direkt vor deren Nase stellen, wenn er nicht will, dass sie davon essen und eh weiß, dass sie davon essen werden? Warum überhaupt so ein experiment machen, wenn er eh weiß, was dabei raus kommt.

Wie hat Gott Adam und Eva erschaffen? Hat er bei der Erschaffung gewürfelt? Oder sie extra so geschaffen, dass sie gegen ihn revolutionieren?

Wenn ich zwei menschen schaffe und bei der erschaffung weiß, dass, wenn ich sie so schaffe, sie gegen mich rebelieren, wie kann ich dann noch auf sie sauer sein? Wenn ich ein computer programm so programmiere, dass es meinem pc schadet, bin ich nicht dann selber schuld?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?