Was macht die baskische Sprache, so mysteriös?

5 Antworten

Du verwechselst zwei unterschiedliche Dinge: die Phonetik einer Sprache und die genetische Abstammung. Die Phonetik umfasst u.a. die Aussprache einer Sprache - und natürlich haben benachbarte Sprachen oft ähnliche phonetische Elemente. Eine Sprache besteht aber auch aus der Lexik, der Grammatik und der Semantik.

Und die baskische Grammatik (und die Lexik, also die Wörter) ist völlig anders als die spanische Grammatik. Und die Wörter haben (bis auf wenige Ausnahmen, sei = 6) keinen gemeinsamen Ursprung. "sei" ist wohl ein spanisches Lehnwort.

Die anderen Zahlen sind erkennbar völlig unterschiedlich von den spanischen Zahlen:
bat bi   hiru lau        bost  sei   zazpi zortzi bederatzi hamar
un dos tres cuatro cinco seis siete ocho  nueve       diez

So sind "bederatzi" und "nueve" sicher unterschiedlichen Ursprungs. Nur "nueve" hat einen indogermanischen Ursprungs (verwandt mit "neuf" oder auch "neun"). Ein Wort wie bederatzi lässt sich so aber nicht erklären.

Die baskische Sprache hat ganz sicher einen anderen Ursprung als die spanische(nur letztere ist eine Weiterentwicklung der lateinischen Sprache). Keine andere Sprache in Europa (auch keine finno-ugrische Sprache) hat eine polysynthetische Verbformation wie im Baskischen. Keine andere Sprache in Europa denkt "ergativ" - solche Sprachen findet man erst wieder weiter im Osten (im Kaukasus - aber auch diese Sprachen sind nicht eng mit dem Baskischen verwandt, da gibt es fast nur typologische Ähnlichkeiten, lexikalische Ähnlichkeiten z.B. mit dem Tschetschenischen sind minimal, wenngleich etwas über 0%).

Zuek egunkariak erosten dizkidazue. (baskisch)
Ihr kauft die Zeitungen für mich.
Vosotros compráis los periodicos para mí. (spanisch)

Wo siehst du da Ähnlichkeiten zwischen dem baskischen und dem spanischen Satz? Ich sehe null Ähnlichkeiten (egunkariak = los periodicos = die Zeitungen).
Lies dir mal durch, wie eine Verbform wie "erosten d-izki-da-zue" gebildet wird, dann sag mir, welche Sprache das auch so macht. :)

Die Abspaltungstiefe der baskischen Sprachschicht dürfte 10.000 Jahre oder noch älter sein. Damals gab es noch keine indogermanischen Sprachen in Mittel- und Westeuropa. Die kamen später, und heute sind praktisch alle Regionen dort "indogermanisiert" worden - bis eben auf das Baskenland. Dieses Alter übertrifft auch das Alter der Ausbreitung keltischer Sprachen.

Keltische Sprachen haben Spuren im Baskischen hinterlassen (vor der Ausbreitung des Imperium Romanum), aber Baskisch ist auch keine keltische Sprache vom Ursprung her.

Lexikalisch hat die baskische Sprache nichts Mysteriöses, der Einfluss der Nachbarsprachen bzw. -dialekte ist klar.

Grammatisch dagegen hat sie mit unseren indogermanischen Normen gar nichts zu tun, da ist sie wirklich höchst verwirrend.

Für mich hört sie sich nach einem spanischen Dialekt an

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@eriboo

Dann solltest Du mal ein paar Worte vergleichen. Es gibt keinerlei Gemeinsamkeiten mit dem Spanischen. Außer vielleicht einigen wenigen Lehenswörtern.

Wikipedia: "Das Baskische ist nach dem überwiegenden Urteil der einschlägigen Forschung mit keiner anderen bekannten Sprache genetisch verwandt. Es wäre also eine sogenannte isolierte Sprache, während alle anderen heutigen Sprachen Europas zu einer größeren Sprachfamilie gehören: entweder zu den indogermanischen, den uralischen, den Turksprachen oder – wie das Maltesische – den semitischen Sprachen."

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@Mediachaos

Hört du denn spanischen ajtzent nicht in dem Video?

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@eriboo

Wie schon gesagt:

Lexikalisch liegen durchaus "Gemeinsamkeiten" mit Nachbarsprachen (Latein, Gaskonisch, Aragonesisch, Guipuzcoanisch, Navarrisch, Bizcayisch, Keltisch...) vor.

Das Wiki-Zitat von Mediachaos ("mit keiner anderen bekannten Sprache genetisch verwandt") gilt nur fürs Grammatisch-Syntaktische.

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@eriboo

Spanischer Akzent ist selbstverständlich dadurch bedingt, dass die Basken mehrheitlich zweisprachig aufwachsen und dadurch sprachliche Eigenarten abfärben.

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@eriboo

75% der Basken sprechen bevorzugt Spanisch, 6% beide Sprachen der Rest bevorzugt Baskisch. Aber die Sprache selbst ist völlig anders.

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Nach Spanisch klingt da nichts, sondern eher wie eine Mischung aus Holländisch und Russisch.

Misteriös ist, dass der Ursprung des Baskischen ungewiss bzw. unbekannt ist und man man dort das Latein vor 2200 Jahren nicht angenommen hatte und erst viel später sein Druidendasein aufgab und den Wortschatz erweiterte.

WARUM ist da ein Komma vor dem "so"? Ist das ein Nebensatz? Oder was um alles in der Welt macht das Komma da?

Manchmal hat man eben ein Komma übrig und streut es mal so ein, damit es nicht alt wird....

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Ich finde daran nix mysteriös

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