Was macht der Notarzt bei Crystal Meth Konsum?

7 Antworten

Moin,

es gibt keine spezifische Therapie im Falle einer Intoxikation mit Crystal Meth (die vergleichbar wäre mit der Gabe von Opiatantagonisten wie Naloxon bei z.B. Heroinintoxikationen oder der Gabe von Flumazenil bei Intoxikationen mit Benzodiazepinen). Der Arzt, egal ob Notarzt am Notfallort oder Diensthabender auf der Intensivstation, würde nach Notwendigkeit verfahren. Treten Herzrhythmusstörungen auf, werden die behandelt. Treten Blutdruckspitzen auf, werden die behandelt. Ist der Patient massiv agitiert, wird er medikamentös gedämpft. Ist der Patient bedingt bis gar nicht ansprechbar, zeigt keine Schutzreflexe, atmet nicht oder nur unzureichend o.ä. wird eine Narkose eingeleitet und er wird beatmet. Die einzelnen Medikamente aufzuführen würde hier eindeutig den Rahmen sprengen... ;)

So oder so ähnlich würde die Therapie der akuten Intoxikation ablaufen. Die langfristige Therapie des Abhängigkeitssyndroms in einer psychiatrischen Einrichtung, ob auf eigenen Wunsch des Patienten oder auf gerichtliche Anordnung hin, ist natürlich eine andere Baustelle, die ich jetzt nicht näher beleuchten werde.

Habe ich deine Fragen soweit beantwortet oder ist noch etwas offen? Dann frag natürlich gern nochmal weiter!

Lieben Gruß ;)

Das können ganz verschiedene Maßnahmen sein:

- Bei Hyperthermie kann eine mechanische Kühlung angeordnet werden

- Bei einem Herzstillstand, kann eine Wiederbelebung zwecks Defibrillator erforderlich sein

- Künstliche Beatmung stellt notfalls die Sauerstoffversorgung sicher, wenn die Atmung z.B. aufgrund eines Herzstillstandes aussetzt

- Bei einer allergischen Reaktionen müssen entsprechende Antiallergika verabreicht werden

- Da es kein Antidot gibt und es bei der Kombination mit downern zu Herzrhythmusstörungen kommen kann, muss eine andere Medikation z.B. durch Neuroleptika angewandt werden um die Nebenwirkungen zu minimieren

Erst einmal ist Crystal Meth lebensbedrohlich. Daher wird der zzuständige Notarzt auch sofort die Vitalfunktionen (Blutdruck, Puls, EKG, Pupillen) überprüfen und überwachen, Kochsalzinfusion anlegen und auch bei wachen Patienten Sauerstoff zuführen.

ImKrankenhaus werden diese Patienten weiterhin überwacht (Intensiv oder Normalstation) und zwar solange bis das Gift aus dem Körper ist

Wenn eine Wieder Aufnahme der Droge nicht ausgeschlossen werden kann, wird gegebenenfalls noch eine Konsultation eines Psychiaters veranlasst mit gegebenenfalls Übernahme in die Psychiatrie.


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