Was macht denn ein/eine Mediator/Mediatorin?

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4 Antworten

Das Wort Moderator hat einen weiten Begriffsumfang und bezeichnet eine Person, die in einer Kommunikation eine lenkende Rolle hat. Ein Mediator ist ein Vermittler in einem Konflikt. Er ist in einem speziellem Bereich tätig, der zu Moderation in einem weiten Sinn gehört. Moderator(in) und Mediator(in) haben insofern etwas miteinander zu tun.

Die Wörter haben einen lateinischen Ursprung. Das Verb moderari bedeutet "mäßigen, zügeln, steuern, lenken, leiten, regeln" und hat einen Bezug zu dem Substantiv modus (Art und Weise; Maß). Das Adjektiv medius bedeutet "mittlerer, mitten, in der Mitte stehend, dazwischenliegend, neutral, unparteiisch."

Ein Mediator führt Mediation durch, ein Verfahren zur gewaltfreien und konstruktiven Beilegung eines Konfliktes zwischen mehreren Personen/Parteien auf freiwilliger Grundlage. Er schafft für sie als neutrale dritte Person einen strukturierten Rahmen, um in einem abgesicherten Prozeß zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, die ihre Bedürfnisse und Interessen berücksichtigt. Der Mediator sorgt vor allem für eine richtige Art des Mitteilens von Tatsachen und Gefühlen und des gegenseitigen Zuhörens in einer angenehmen, vertrauensfördernden Atmosphäre. Teilschritte sind:

1) Information über das Vermittlungsverfahren, Abschließen einer Vereinbarung und gemeinsames Abstimmen des weiteren Vorgehens

2) Anfertigung einer Themaliste durch Sammeln der Streitpunkte und Wünsche

3) Erkundung der Positionen, Interessen und Hintergründe durch Ermöglichung einer umfassenden Darstellung der Sichtweisen und eines vertieften Austausches

4) Entwicklung von Ideen und Formulierung konkreter Lösungsmöglichkeiten, die bewertet werden können

5 ) Erstellen einer Abschlußvereinbarung

Eine ausführliche Darstellung der Tätigkeit vom Bundesverband Mediation steht bei http://kuerzer.de/dNGENU01i .

Mediation ist eine professionelle Technik konstruktiver Konfliktbearbeitung, die international zunehmend Beachtung und praktische Anwendung findet. Mediatoren/innen sind allparteilich und neutral. Sie ermöglichen den Konfliktparteien, im geschützten Raum miteinander ins Gespräch zu kommen, sich gegenseitig zu respektieren und hinter den verfochtenen Positionen ihre Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche zu erkennen. Die Regelung des Konfliktes wird mit Unterstützung des allparteilichen Vermittlers von allen am Konflikt Beteiligten gemeinsam und selbstverantwortlich erarbeitet und im wechselseitigen Einverständnis angenommen. Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten von Mediation gehören die Bereiche Schule, soziale Institutionen, Familienrecht, Arbeitswelt und Wirtschaft.

ich denk das ist einfach ein neutraler ringrichter. zwei parteien machen nicht 2 rechtsanwälte reich um sich zu beharken, sondern sprechen über den mediator ihre probleme an.

Bei der gerichtsnahen Mediation sind doch auch immer die beiden Rechtsanwälte dabei. Und wenn die Parteien, um ein Gerichtsverfahren zu vermeiden, zu einem Mediator gehen, ist der meistens auch noch Anwalt und verdient damit seinen Lebensunterhalt. Das ist auch gut so, denn der Mediator muss ja die nötige Rechtskenntnis haben.

Die Zeiten, in denen Anwälte mit Privatmandanten reich werden konnten, sind übrigens Geschichte.

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akasor.de/wasistmediation

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