Was machen religiöse Menschen in 2-3 jährigen Beziehungen (verlangen, sex)?

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25 Antworten

Ich bin absolut dagegen, dass man schon nach kürzester Zeit miteinander im Bett landet. Das Bildungsniveau hinsichtlich sexueller Aufklärung, fruchtbare/unfruchtbare Tage, Wirkungsweise der Pille, Anwendung von Kondomen, etc. ist erschreckend niedrig. Das überrascht mich immer wieder bei so manchen Fragen hier.

Allein deswegen sollte man ein bisschen Reife erreicht haben, bevor man "es"  mit einem Partner tut.  Auch wenn man es sich mit 15 oder 16 nicht vorstellen kann, weil es ja auch so etwas wie den Gruppenzwang gibt, ... man versäumt nix, wenn man eine Zeit lang zuwartet.

Die Szenerie, die Du beschreibst... ich halte nichts davon, mein  Leben, auch nicht mein Sexualleben von meiner Religiosität abhängig zu machen.  Wenn man einen Partner hat, den man liebt und von dem man geliebt wird, was soll das bringen, das jahrelange Warten?

 Ich gehe noch einen Schritt weiter. Ich würde mit so einem Partner auch Sex haben, wenn ich NICHT sicher wäre, dass es jemals zu einer Heirat kommt.

Jungfräulichkeit wird oft völlig überbewertet. In ferner Vergangenheit war eine jungfräuliche Braut die Gewähr dafür, dass der frischgebackene Ehemann nicht versehentlich die Nachkommen eines Konkurrenten großzieht bzw. eine ledige Mutter ohne Versorger mittellos zurückbleibt. Daher haben praktisch alle Religionsstifter den vorehelichen Verkehr zur "Sünde" erklärt und entsprechend sanktioniert - was ja auch durchaus gut gemeint und mangels Alternativen wie zuverlässiger Empfängnisverhütung der einzig mögliche Weg war. Daher hat diese Praxis und das Ideal der Enthaltung bis zur Ehe auch Eingang in viele Kulturen gefunden.

Leider gibt es immer noch Kulturen, welche diese (und andere - ich sag nur "Ernährungsvorschriften") gut gemeinten jahrhundertealten Regeln bitterernst nehmen ohne diese in den Kontext der heutigen Zeit zu setzen - bis hin zum (Ehren-)Mord... .


Dank Geburtenkontrolle, Safer Sex und Vaterschaftstest sind die eigentlichen Beweggründe für die Forderung nach Jungfräulichkeit längst obsolet. Jetzt geht es nur noch um den obskuren Begriff der "Ehre" - wobei meiner Meinung nach der wichtigste Beweggrund die Angst vor dem Vergleich ist ("Was ist, wenn meine Frau/mein Mann mit einem meiner Vorgänger mehr Spaß hatte...?").

Interessant ist, dass dieses Ideal dann allerdings oft mit allerlei Doppeldeutigkeiten umgangen wird. So ist es manchen Muslimen gestattet eine Zeitehe einzugehen - d.h. ein Mann kann eine Frau (Prostituierte) für eine Stunde "heiraten" und verstößt so nicht gegen heilige Gebote. Viele Gläubige - auch in der christlich-amerikanischen "Purity-Bewegung" haben einfach bis zur Ehe ausschliesslich Oral- und Analverkehr und bleiben so "rein" und "jungfräulich" bis zur Ehe... . Sex ist ja auch etwas, was den Partner nicht "abnutzt" oder "entweiht" - warum also das ganze Bohei?

Zum Thema "Hintertürchen" (engl. "Loophole") gibt es ein schönes Video: 

Ob man also sein modernes Leben nach den Buchstaben uralter Schriften und Gebräuche richtet und ein schlechtes Gewissen haben muss, weil man nicht mehr lebt wie vor tausend und mehr Jahren, muss jeder für sich entscheiden bzw. sich überlegen, ob er sich von anderen Menschen (Pfarrer, Imam, Rabbi oder sonstwem) sein Leben diktieren lassen möchte.

Menschen mit gesundem Selbstbewusstsein begrüßen es, wenn die Frau/der Mann auch noch andere Erfahrungen hatte, denn sonst fragen sich viele erst später, wie es denn mit einem anderen Partner wäre und gehen irgendwann fremd... . Da Sex auch ein wichtiger Faktor in einer Beziehung ist (auch wenn einige Moralapostel dies immer wieder bestreiten), sollte man sich auch im Bett verstehen. Hier den Partner erst zu heiraten und dann herauszufinden, ob man die gleichen Vorstellungen von gutem Sex hat, ist als würde man an der Schiessbude versuchen einen Treffer zu landen - blind und mit nur einem Schuss. Viel Glück dabei... .

Es ist keine Kunst zu sagen "Du bist die/der tollste Frau/Mann", die/den ich kenne - wenn man keine(n) Andere(n) kennt! Das romantische "Bis das der Tod Euch scheidet" dauert im wirklichen Leben laut Statistik im Schnitt 7-8 Jahre - dabei sind die vielen Ehen, die nur wegen den Kindern, der "Ehre", der Bequemlichkeit oder purer Angst zusammenbleiben, noch gar nicht berücksichtigt!

Die Vorstellungen einer romantischen Hochzeitsnacht zweier Jungfrauen ist in der Praxis dann auch weit weniger romantisch als verkrampft, bemüht und peinlich - dann lieber eine(n) Partner(in) mit Erfahrung.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren



Danke für deine Antwort aber das mit der "Zeitehe" machen nur "Muslims" die den Islam für Ihre eigene Zwecke nutzen. Im Koran steht nirgendwo dass man eine Nuxtte heiraten soll wenn man es nicht mehr aushält. Man soll sich nach dem koran einfach einen runterholen und gut ist. 

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@lipsgame

Du bezeichnest diejenigen als Nu**e die eine Zeitehe eingehen. Denkst du jemand der Zina macht ist nur ein Stück besser?

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@schnah

Hab ich das IRGENDWO behauptet? Das Zina besser ist??? 

Ein Mann der Sex will ohne Sünde zu machen heiratet doch quasi für eine kurze Zeit eine nuxtte, das meinte er doch auch selber in seinem Text, oder nicht? 

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In meiner Antwort stand "manchen Muslimen...". Von den vielen Themen, über die sich die verschiedenen muslimischen Glaubensrichtungen bekriegen, ist die Zeitehe nur Eines. Andere Strömungen verbieten sogar das Schachspiel, weil es zu sehr vom Beten ablenkt - und damit praktisch aus dem gleichen Grund wie den Sex...😜
Enthaltsamkeit ist meiner Einstellung nach gegen die Natur und macht aus niemandem automatisch einen besseren Menschen.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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@RFahren 

  • Das ist deine persönliche  Interpretation der Gründe warum der Geschlechtsakt in die Ehe gehören solle .
  • Die du hier merkwürdigerweise als die Internen Erklärungen  der jeweiligen Religion selbst deklarierst .
  • Mit den Tatsächlichen Gründen und Erklärungen hat das leider gar nichts zu tun ,denn so ist aus Christlicher Sicht , die Ehe ist der Bund zwischen Mann und Frau ,Gott dazu ist der Dritte im Bund .Der Geschlechtsakt besiegelt den Bund.der Geschlechtsakt ist weit mehr als ein Zeitvertreib ,er ist der Ort wo der Mensch am Schöpfungswerk Gottes  Teil haben  kann .  
  • Und dient des weiteren  auch zum Schutz der Kinder die gezeugt werden können in jedem GV .

_____________Die Vorstellungen einer romantischen Hochzeitsnacht zweier Jungfrauen ist in der Praxis dann auch weit weniger romantisch als verkrampft, bemüht und peinlich - dann lieber eine(n) Partner(in) mit Erfahrung._______

Woher weisst du das denn ?

 du hast das doch niemals selbst  erlebt ! 

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@waldfrosch64

Wie an anderer Stelle bereits gesagt: Wenn die Priester, Rabbis und Imame dieser Welt ihre Predigten mit "Meine persönliche Meinung ist..." beginnen, werde ich den Stil meiner Antworten nochmal überdenken.

Ich habe schon verschiedene Dreier erlebt - allerdings meist mit zwei Frauen und ganz ohne Gott - war trotzdem megageil!

Worüber wir uns einig sind, ist dass das Verbot von Vorehelichem Sex dem Schutz der Mutter ohne Versorger (und damit ihren Kindern) dienlich WAR als es noch keine zuverlässige Empfängnisverhütung gab.

Woher weisst du das denn ?

 du hast das doch niemals selbst  erlebt ! 


DOCH: Entjungferung (meine eigene und die meiner Partnerin) sowie eine Hochzeitsnacht habe ich (an drei getrennten Terminen) erlebt - und sehe keine Möglichkeit, dass das Zusammentreffen dieser drei Ereignisse dem Gesamterlebnis in irgendeiner Form zuträglich gewesen wäre. Wirklich nicht. Versprochen!


Seid nett aufeinander!
R. Fahren
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Also ihr wisst ja das man vor der Ehe, egal welche Religion, keinen Sex haben darf.

Das ist nicht richtig. So warn beispielsweise der Buddhismus lediglich vor "sexuellem Fehlverhalten". Dieser wird im Palikanon, Anguttara Nikaya X. 176 und V. 287-292 erklärt.


Demnach soll man keinen Geschlechtverkehr mit Kindern, Verlobten, Verheirateten, Nonnen und Strafgefangenen haben, da diese jeweils bereits unter einer Form von Schutz stehen.

Sex vor der Ehe ist für buddhistische Laienanhänger genau so wenig ein Problem wie Masturbation - so lange man verantwortungsbewusst mit der Sexualität umgeht und keine übertriebene Anhaftung entwickelt.

Bei Mönchen und Nonnen sieht das natürlich anders aus, aber das ist schließlich nicht Thema der Frage.

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