Was machen Hebammen, wie wird man eine richtige Hebamme und wie viel verdient man als Hebamme?

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4 Antworten


Hebammen sind die Fachfrauen für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.

Hebammenhilfe umfaßt die Betreuung in der Vorsorge, die Geburt, die Nachsorge, sämtliche Fragen zum Stillen, der Babypflege, sowie die Begleitung in der Phase der Rückbildung.

Es gibt in Deutschland zwei Wege, den Beruf der Hebamme zu erlernen:

Die althergebrachte Ausbildung erfolgt an einer der 58 Hebammenschulen im Bundesgebiet und es wird ein Ausbildungsgehalt gezahlt. Aufnahme-Voraussetzung sind die Vollendung des 17. Lebensjahr, physische und psychische Eignung, Mittlerer Abschluss oder gleichwertiger Abschluss oder Hauptschulabschluss plus mindestens zweijährige Pflegevorschule oder Hauptschulabschluss plus erfolgreich abgeschlossene zweijährige Berufsausbildung oder Hauptschulabschluss plus Erlaubnis Pflegehelfer/In. Bedenke aber, dass knapp 70% der Hebammen das Abitur haben. Die Ausbildung zur Hebamme dauert 3 Jahre und schließt mit dem Examen ab.

Mittlerweile gibt es aber auch einen Bachelorstudiengang (z.B. in Bochum, Fulda und Berlin) zur Hebamme.

Der Beruf der Hebamme ist nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen, süße Babys, selbstbestimmende, kraftvolle Gebärende und glückliche Mütter..

Als Hebamme begleitest du auch Geburt mit weniger schönem Ausgang; stille (Tod- oder Fehl-) Geburten, Geburten von behinderten oder missgebildeten Kindern bis hin zu nicht mit dem Leben zu vereinbarende Fehlbildungen, dramatische Notfälle unter der Geburt mit Bedrohung des Lebens von Mutter und Kind, Geburten von unerwünschten Kindern...

Du kommst mit sämtlichen Ausscheidungen in Berührung; Blut, Fruchtwasser, Urin, Kot, Erbrochenes... Nicht jede werdende Mutter ist frisch geduscht, wohlduftend und gut gepflegt...

Nicht selten kommst du mit bakteriellen und viralen Infektionen und Pilzerkrankungen in Kontakt; Syphilis, Toxoplasmose, Gonorrhoe, Chlamydien, Varizellen, Masern, Mumps, Tuberkulose, B-Streptokokken, Röteln, Cytomegalie, Herpes simplex, Hepatitis B und C, HIV, Humanes Papillomavirus...

Du arbeitest als angestellte Hebamme im Schichtdienst; nachts, am Wochenende, an Feiertagen..., springst bei Krankmeldungen häufig ein und machst oft Überstunden, immer mehr Schreibkram und weniger Zeit für die eigentliche Hauptaufgabe und das alles bei chronischer Unterbesetzung...

Du arbeitest als freiberufliche Hebamme schlecht bezahlt, in einer ungeklärten Versicherungsproblematik und in Dauerbereitschaft...

Im Krankenhaus wirst du nach Tarif bezahlt (gleich einer Krankenschwester) und arbeitest bei Vollzeit 38,5 Stunden, freiberuflich rechnest du über die Gebührenverordnung mit den Krankenkassen ab.

Es ist ein stressiger, verantwortungsvoller, manchmal auch trauriger und unterbezahlter Beruf und er ist vielfältig, erfüllend und wunderbar.

Auf jeden Fall - sowohl um einen Einblick in den Beruf zu erlangen als auch um deine Chancen bei deiner Bewerbung für einen Ausbildungsplatz zu erhöhen - empfehle ich dir ein Praktikum. Das kannst du, wenn du etwas älter bist z.B. im Krankenhaus, in einer Hebammenpraxis, im Geburtshaus und/oder bei einer freiberuflichen Hebamme machen.

Schau mal unter

http://www.ausbildung-hebamme.de/Bewerbung-Hebammenausbildung.html

Alles Gute für dich!


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Hier einige Links: 

Was macht eine Hebamme? » Ausbildung und Aufgaben einer ...

www.windeln.de/magazin/schwangerschaft/hebammen/was-macht-eine-hebamme.html

Die Aufgaben einer Hebamme - Vornamen.ch

www.vornamen.ch/magazin/schwangerschaft.../die-aufgaben-einer-hebamme.html 

Hebamme - Gehalt und Verdienst - Ausbildung.de

www.ausbildung.de/berufe/hebamme/gehalt/

Hebamme / Entbindungspflege – Gehalt, Verdienst, Lohn

https://www.gehaltsvergleich.com/gehalt/Hebamme-Entbindungspfleger

Beruf Hebamme - Ausbildung Hebamme

www.ausbildung-hebamme.de/Beruf-Hebamme.html
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Du bist 11. Deine Ideen was du gerne werden würdest, werden sich noch so oft ändern. Zu deinen anderen fragen haben User schon was geschrieben

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Kommentar von SejlaBucan
30.05.2016, 23:11

Ich weiss, trotzdem ....

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Der Beruf stirbt aus weil man die Versicherung nicht mehr bezahlen kann.

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Kommentar von isebise50
30.05.2016, 23:40

Ah ja, und wer betreut dann in Zukunft die Gebärenden?

Laut Hebammengesetz kann eine Hebamme eine normal verlaufende Geburt alleine leiten. Ein Arzt dagegen darf eine Frau nur in Notfällen ohne eine Hebamme entbinden. Diese Hinzuziehungspflicht gibt es nur in Deutschland. Sie gilt übrigens auch bei einem Kaiserschnitt.

Sollte der Hebammenberuf aussterben, dann möchte ich den Frauen- oder Kinderarzt sehen, der nachts, am Wochenende oder Weihnachten ein offenes Ohr hat, geschweige denn die Bereitschaft für einen Hausbesuch zeigt.

Die Hausgeburtshilfe liegt in Deutschland bei unter 2 Prozent. Ca. 20
Prozent aller Geburten in Kliniken werden von freiberuflichen Hebammen betreut. Diese sind zunächst von den extrem gestiegenen Versicherungsprämien betroffen.

Den großen Rest leiten angestellte Hebamme in Krankenhäusern, welche (noch) die Versicherungsprämien zahlen.

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