Was mache ich falsch beim Abnehmen bzw. beim Sport?

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10 Antworten

Das Wichtigste zuerst: Vergiss die Zahl auf der Waage, denn die hat sehr wenig Aussagekraft. Wichtigster ist, dass du dich in deinem Körper wohlfühlst und er sich durch den Sport weiterentwickelt. Das muss sich nicht unbedingt im Gewicht widerspiegeln.

Zunächst ist man immer zu einem großen Anteil seiner eigenen genetischen Veranlagung unterworfen. Wer von Natur aus eher kräftiger ist, wird es viel schwerer haben, auf Dauer Kilos zu verlieren, als jemand, der naturschlank ist. Der Körper wehrt sich dann einfach mit Händen und Füßen dagegen, seine Sicherheitsreserven aufzugeben. Genauso kann ein vom Typ her hagerer/schmaler Mensch noch so viel essen und noch so faul auf dem Sofa hocken, er wird es kaum schaffen, sich sichtbare Speckpolster anzufuttern. Du musst also ein Stück weit deine eigene Veranlagung akzeptieren und dich innerhalb deiner Möglichkeiten bewegen.

Dann sagt das Körpergewicht nicht unbedingt etwas darüber aus, wie schlank oder sportlich man nach außen hin wirkt. Das hängt sehr viel von Faktoren wie Beinlänge, Breite der Hüftknochen und Muskelanteil ab. Wer etwa kurze Beine und ein vom Knochenbau her breites Becken hat, wird auch dann realtiv stämmig aussehen, wenn er laut BMI normalgewichtig oder gar untergewichtig ist, während ein schmaler und lang gebauter Typ auch nach BMI leichtem Übergewicht oft immer noch wie eine Bohnenstange aussieht. Vergiss also BMI oder sonstige generalisierten Maßstäbe. Man kann nicht alle Menschen in einen Topf packen.
Gerade bei Kraftsport gewinnt man durch den stärken Muskelaufbau an Gewicht, bei ausdauerreichem Sport legt man zudem durch einen höheren Wasserhaushalt und wachsende Glykogenspeicher (Kohlenhydratspeicher in Muskeln/Leber als schneller Energielieferant) ein wenig zu. Auch wenn man aufgrund des höheren Energiebedarfs mehr isst oder sich ballaststoffreich ernährt, geht die Zahl auf der Waage etwas nach oben, weil einfach Magen und Darm mehr gefüllt sind. Das alles hat aber nichts mit Fettgewebe zu tun, sondern ist im Gegenteil einfach ein Nebeneffekt von sportlicher Aktivität.

Ich würde mir da nicht so viele Gedanken machen, sondern einfach weiter trainieren und nach Lust und Appetit essen (insbesondere auch genug, dass du satt wirst, denn der Körper muss die verlorene Energie wieder auffüllen). Dein Körper wird sich auf den Trainingsreiz dann von selbst so anpassen, wie es notwendig oder sinnvoll ist. Einen positiven Effekt kann es haben, wenn du beim Sport nicht immer ein- und dasselbe Programm abspulst, sondern immer mal Abwechslung reinbringst und deine Routine etwas veränderst. Wenn man keine neuen Reize mehr setzt, dann kann auch die körperliche Weiterentwicklung irgendwann stagnieren. Das heißt nicht, dass du nun längere Sporteinheiten machen musst, aber vielleicht kannst du mal alternatives Training machen oder Intervalle mit erhöhter Intensität einfügen. Mach das aber nur, wenn du auch Lust darauf hast, denn Zwang oder Stress sorgt eher für Gewichtszunahme oder Leistungsabbau. Wenn du dich mit deinem jetzigen Training gut fühlst und du keine besonderen Ziele hast, dann kannst du natürlich auch alles so beibhalten.

Mozemaus 27.07.2016, 12:04

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort

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igelball 27.07.2016, 14:03
@Mozemaus

Gerne :). Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen weiteren sportlichen/körperlichen Fortschritten und hoffe, dass dir irgendetwas von den Tipps hier (auch von anderen Antwortgebern) weiterhilft.

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Vertausche mal die Gewichtung zwischen

- Ausdauersport

- Kraftsport

Bei mir hat gut angeschlagen:

85 % Ausdauer / 15 % Kraft

In welchem Pulsbereich radelst Du auf dem Ergometer?

100 W erscheinen mir etwas lasch und nicht wirklich fordernd, erst recht nicht, wenn das nur 30 Minuten sind.

Sind die 100 W konstant eingestellt oder ergeben sich diese 100 W bei einer vorgewählten Pulsfrequenz am Ende des Workouts?

Also wenn ich das mit meinen Werten vergleiche (ich wiege in etwa genau so viel wie Du), kann ich locker über 60 Minuten auf dem Ergometer 150 W treten, ohne dabei 90 % HFmax zu reißen.

Verkürze ich das Training auf 45 Minuten, kann ich 170 W treten, ohne 90 % HFmax zu reißen.

Tipp: Finde Deine individuelle Stundendauerleistungsgrenze.

Taste Dich an diese heran, beginnend mit 115 W bei 60 Minuten.

Wenn Du nach 60 Minuten 90 % HFmax nicht überschreitest, dann geht im nächsten Training die Belastung um 5 W nach oben.

Du wirst sehr schnell den Unterschied zwischen dem bisherigen Zeitverschleiß und dem nun beginnenden Training bemerken.

Faustformel: HFmax = 220 - Lebensalter

Empfehlung: Lege unter das Ergometer ein paar Handtücher, die den Schweiß sofort aufsaugen.

Günter

Es kann viele Ursachen haben, warum Du nicht weiter abnimmst.

Ich zähle mal ein paar auf:

- Wasser im Gewebe (hormonell bedingt)

- zuviel Alkohol/Saft/Brause (Zuckerbomben, Alkohol wandelt der Körper in Zucker (und Glykol) um)

- Stoffwechsel hat auf Sparflamme umgestellt (weil Du zu wenig isst)

- Es ist die Phase, wo man null abnimmt, die aber nach sechs Wochen vorbei geht

Lass Dich beim Gynäkologen checken (Wechseljahre sind Diätkiller, das Problem kenne ich), ob Dein Hormonspiegel okay ist.

Bitte Deinen Hausarzt um Ernährungstipps (viele Hausärzte sind auch Ernährungsberater)

Frag den Trainer im Fitnessstudio, ob Dein Trainingsplan optimal ist oder verbessert werden kann.

Weiterhin viel Erfolg! Gib nicht auf!

Ah ein mir nicht unbekanntes Phänomen: Ohne dich aus der Ferne untersucht zu haben wirst du gerade massiv Muskeln und Ausdauer aufbauen (60min Kraftsport ...). Muskeln sind schwerer, daher wirkt es, als ob du nicht abnehmen würdest. Vergleiche deine Ausdauer mit Februar, da wird sich doch schon einiges getan haben.

Ansonsten: Wenn du in einem Fitnessstudio bist, sprich mal mit einem Trainer.

Nun, du wirst mehr Kalorien bei diesen 3 Mahlzeiten zu dir nehmen, als du verbrauchst. Drum nimmt man dann halt nicht ab. Nach 17 Uhr nichts zu essen hilft nicht, wenn man vorher viele Kalorien zu sich nimmt. Muskeln sind allerdings auch schwerer als Fett, dass sollte man nicht vergessen. Für den Bauch musst du gezielte Bauchübungen machen.

Der Bauch ist nun mal der Körperteil, der sich jedem Abnehmen am hartnäckigsten widersetzt. Was u. a. dran liegt, dass die Fettzellen nicht nur unter der Haut, sondern auch an den Organen anliegen und jede Menge Platz haben. Auch die Haut ist da sehr dehnbar...

Da hilft wirklich nur konsequentes Bauchtraining (Muskelstraffung), dann nimmt man auch da SEHR langsam ab.

Du isst vermutlich immer noch zuviel Kalorien. Führe mal eine Woche lang akribisch genau ein Ernährungstagebuch, indem du aufschreibst und abwiegst, was du im Einzelnen alles isst. Dann wirst du ganz schnell merken, wo dein Fehler liegt.

Zum einen bringt es zum Muskelaufbau nichts jeden Tag Sport zu machen, da die Muskeln in den Ruhephasen wachsen. Zum zweiten solltest du vielleicht erst einmal Übungen zur Fettverbrennung anstreben, da Fettzellen nicht gleich in Muskelzellen umgewandelt werden können. Eiweißshakes würde ich nicht nehmen.. wenn du nämlich deinen Energiebedarf schon gedeckt hast wird das überflüssige Eiweiß als Fett gespeichert und dann bringt es ja auch nichts :) Bin kein Profi aber das sind die Dinge die ich auch schon seit einigen Jahren anwende. Hoffe ich konnte dir helfen. LG Maria

Offenbar hast du ja bereits 7 Kilo abgenommen. Erst einmal herzlichen Glückwunsch dazu!

Warum es jetzt stagniert, kann verschiedene Gründe haben. Du musst bedenken, dass du durch den Sport auch Muskeln aufbaust, und Muskeln sind eben noch schwerer als Fett. Außerdem lässt sich leider nicht kontrollieren, wo der Körper als erstes Fett abbaut, dass ist individuell unterschiedlich und kommt auch darauf an, wo am meisten Fett vorhanden ist. 

Darf man fragen, was du außer den Smoothies so zu dir nimmst? Vielleicht wäre es auch sinnvoll, eine Art Ernährungstagebuch zu führen. So hast du mehr Kontrolle über das, was du isst und kannst besser dafür sorgen, dass du nicht mehr als 1500 Kalorien am Tag zu dir nimmst. 

Eine gewisse Stagnation beim Gewichtsverlust ist aber normal. Da heißt es, durchzuhalten, denn irgendwann geht es auf jeden Fall weiter. 

Mozemaus 27.07.2016, 10:03

Hallo

Erstmal Danke für Deine Antwort. Den Smoothie gibt es gegen 6 Uhr, bestehend aus frischem Obst,Walnüssen, Buttermilch und Naturjoghurt. Gegen 11 Uhr gibt es meist zwei Dinkelbrötchen ohne Schmierfett und meistens mit Käse. Gegen 17 Uhr dann da was andere Leute zum Mittag essen. Fleisch und deftige Soßen nicht sehr oft.

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Bambi201264 27.07.2016, 12:02

Wahrscheinlich hat sie schon elf oder zwölf Kilo abgenommen und drei, vier Kilo Muskeln aufgebaut :)

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Was hast du konsumiert (Essen und Trinken) als du die 89kg "erreicht" hast?

Mozemaus 27.07.2016, 10:08

Ich habe 6 Wochen zucker Entzug gemacht, da Zucker bis dahin mein größtes Problem war.

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Vierjahreszeit 27.07.2016, 10:22
@Mozemaus

Das habe ich vermutet. Und nun läufst du Gefahr von einem extremen Verhalten zu einem anderen zu wechseln. Ernähre dich normal, indem du nur soviel Zucker zu dir nimmst, wie der Körper benötigt. Ansonsten: Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß. Alles wohl portioniert und in Mengen, die dein Körper verarbeitet - natürlich unter Berücksichtigung, dass du abnehmen willst - und solltest. Denn mit 82 kg wiegst du immer noch ca. 11 kg. zuviel. Ich empfehle dir Langstreckenlaufen zu beginnen, weil diese Sportart ideal für die Gewichtssteuerung und -kontrolle ist. Nur nicht überfordern! Steigere dich so, dass du immer durch die Nase atmen kannst. Versuche intensiv zu atmen (regt die Verbrennung von Kalorien an) und atme möglichst lange aus - ohne dich zu verkrampfen. Du merkst dann im Laufe des Trainings schon, in welchem Atemrhythmus zu dich am besten bewegst.

Und: kontrolliere täglich dein Gewicht, um ggf. rechtzeitig dagegen steuern zu können. Beschäftige dich mit dem Thema "Kalorienbedarf". Informationen hierzu gibt es im Internet genug.

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