Was mache ich bloß mit dieser Schülerin?

37 Antworten

Ich denke nicht, dass mangeldes Desinteresse das Problem ist. Sehr wahrscheinlich ist sie die ganze Nacht wach oder kann nicht richtig schlafen. Dies kann mehrer Gründe haben:

- Familienzuwachs

- Spielsucht

- Falsche Ernährung und Sportverhalten

- Falsche Einnahme von Schlaftabletten oder anderen Tabletten die z. B. eine beruhigende Wirkung haben

- Fernsehsucht

- Internetsucht

- Familäre Probleme

- Beziehungsprobleme

- Nebenjob

- Ungünstiges Hobby

- Burn Out

- .......

Da sie sich quer stellt ist es natürlich schwierig herauszufinden was es ist. Eine heftige Methode wäre z. B. die Androhung von Unterrichtsausschluss oder dass sie Nachsitzen muss, wenn sie im Unterricht schäft. Weiß leider nicht in wie weit dies möglich ist. Oder sie hat am laufenden Band solche Gespräche bis sie mal redet oder man schickt Briefe an die Eltern bis mal eine Antwort kommt. Ist zwar alles nicht die supertolle Lösung, aber ich denke wenn es so weiter geht hat das gesundheitliche Folgen. Vielleicht kann man auch irgendwie einen Psychologen hinzuziehen.

Weiter Anmerkung:

Wenn Gespräche nicht helfen da sie zu verschlossen ist, dann könnten Sie ihr ein Notizbuch schenken unendlich ihr erklären, dass jeder ein Ventil braucht, wenn sie es nicht bei Ihnen macht dann soll sie ihre Gedanken und sorgen ganz für sich aufschreiben! Nur der Vorschlag reicht nicht das schafft Sie sich nie an, aber wenn das Ding vor einem liegt und es einem dreckig geht oder wenn man im Zimmer daran vorbei läuft dann fängt man irgendwann an und fühlt sich danach erleichtert. Menschen können selbstzerstörerisch sein und nicht gerettet werden wollen. Mehr können sie nicht machen als ihr Möglichkeiten Nähe zu legen. 

Deine Sorgen sind begründet und das Verhalten weist auf ein psychisches Problem hin. Das solltest Du nicht vergessen. Die beste Hilfe wäre wenn Du Dir gerade für diese Schüler professionelle Unterstützung holst. Ihr hat doch sicher Schulspsychologen bei euch. Mit einer Sitzung wird es nicht getan sein. Sie braucht eine Vertrauensbasis um sich zu öffnen. Es scheint etwas vorzuliegen was der Schülerin Probleme macht und sie belastet.

Also die Schülerin schläft ein... ist jedoch halbwegs intelligent und sozial engagiert... Ehrlich: ich würde ihr einfach ein Campingbett und Schlafsack hinstellen. Irgendwie kriegt sie zu wenig Schlaf. Warum auch immer... Will nicht darüber reden, warum auch immer... Dann stärkt dieses Mädchen doch wenigstens dadurch, dass sie sich mal ausschlafen kann... Vielleicht kann ihr die Schule auch einen Ruheraum zur Verfügung stellen. Wenn sie dann mal ausgeschlafen ist, kann man nachfragen, was los ist... Davor ist jede Befragung und Nachhakerei eine einzige Quälerei.

Übrigens: auch für mich waren die Schulzeiten mit dem frühen Schulbeginn (7.45h mit 45 Minuten Anreise) ein Graus, der total gegen meine innere Uhr gearbeitet hat. Bin froh, dass ich das nicht mehr mitmachen muss (heute zwei Studien abgeschlossen und erfolgreiche Managerin, aber dennoch ist mein wahrer Luxus, dass ich - abgesehen von fallweisen Ausnahmen - nur mehr dann aufstehe, wenn ich von selbst aufwache und den Wecker verweigere...)

Hallo, jetzt mal aus der Sicht von einer Schülerin:

Mir ging es bis vor einem guten halben Jahr ähnlich, ich war aus verschiedenen gründen immer müde und habe oft vor mich hingestarrt bzw einfach am Tisch gelegen. Bei mir fing das alles schon in der 4. Unterstufe Gymnasium an und ab der 5. haben diverse Lehrer mal mehr mal weniger mir zu helfen, oder wie ich es oft empfunden habe, bezwecken das ich mit dieser "Spinnerei" aufhöre. Es wurde seitens der Lehrer einiges versucht. Ich wurde speziell behandelt, besonders gefördert. Ich habe mich ehrlich gesagt teilweise gefühlt als würden mich alle für komplett krank und dumm halten. An Zeiten wo die Lehrer wieder damit nachließen, hat mir die Aufmerksamkeit plötzlich gefehlt. Ich finde jetzt im Nachhinein als 17. Jährige dass dieses "Kopfzerbrechen" seitens der Lehrer wirklich wahnsinnig nett ist, aber niemanden wirklich hilft. Ich habe einem Lehrer gewisse Details anvertraut und ein normales Lehrer-Schüler Verhältnis ist jetzt kaum noch möglich. Es ist wirklich toll, dass du dir sorgen um deine Schüler machst, aber besorg der Schülerin professionelle Hilfe. Mach den Eltern so freundlich wie möglich klar, dass sie das braucht. Du kannst ja zb dich über Kinder und Jugendpsychater in der Nähe informieren und ein paar Kontaktstellen raussuchen. Aber wenn sie keine Hilfe will/annehmen kann, bringt es nichts wenn du dich schlecht fühlst. Die professionellen Hilfen sind da und ein bisschen Selbstverantwortung kannst du meiner Meinung nach selbst Jugendlichen zutrauen. Ich habe übrigens Psychotherapie und war 2 Monate im KH. Die Leute dort wissen wie man auf "solche Jugendliche" eingeht.

Wegen Selbstverantwortung: Ich hatte Probleme, in die Richtung Psychose/Schizophrenie wenn ich keine psychologische Hilfe bekommen hätte, hätte ich es wahrscheinlich nicht so schnell geschafft, da wieder rauszukommen. Wenn überhaupt. Ich war diejenige die die für gesorgt hat das es zur Therapie und zum Krankenhausaufenthalt kommt. Aber ich muss dazu sagen dass meine Mutter das alles finanziert hat, weil die Krankenkasse ja doch nicht alles übernimmt und sich außerdem im Zuge der gemeinsamen Therapien um 180° geändert hat. Für Jugendliche deren Eltern sich nicht im Geringsten für ihre Kinder interessieren und Jugendliche die auch sonst keinen Erwachsenen Ansprechpartner haben, kann ich mir vorstellen, dass sie mit einer psychiatrischen Krankheit überfordert sind und man in diesem Fall als Lehrer schob helfen soll. Aber wie gesagt versuch der Familie mal Hilfe zu hohlen, Psychator können besser einschätzen ob sie wirklich krank ist oder einfach keine Lust hat. Das habe ich mir hald zu dem Thema gedacht :) Viel Glück!

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