Was mache ich bloß mit dieser Schülerin?

41 Antworten

Wenn es ein Kind wäre, welches die fünfte oder sechste Klasse besuchte, würde meine Antwort anders auffallen, aber die Schülerin ist in der zehnten Klasse und somit 15 oder 16 Jahre alt(!)

In dem Alter würde ich den Schülern zutrauen, so viel zu machen, wie sie wollen und mich als Lehrer verstärkt darauf konzentrieren, welche Ergebnisse erzielt werden. Eine 16-jährige brauchst du nicht mehr motivieren oder gar erziehen. Bei den meisten wird es sogar so sein, dass je mehr du es versuchst, desto mehr werden sie sich quer stellen.

Wenn die Leistungen passen, dann ist doch alles gut. Sind sie so schlecht, dass die Versetzung gefährdet ist, dann ist das eben so. Sind die Leistungen so schlecht, dass man eher das Ziel "Realschulabschluss" in Aussicht stellen sollte, dann freut sich eben der nächste gute Realschüler auf den Platz und darauf, eine Chance zu bekommen, Abitur zu machen. 

Was ich sagen will ist, dass du in dem Alter viel mehr der natürlichen Auslese vertrauen kannst. Das filtert sich von selbst.
Andere beginnen mit 16 bereits ihre Ausbildung und fangen damit an, zu lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.

Diese 17jährige bekommt offensichtlich zu wenig Schlaf und will nicht sagen, woran es liegt.

Die meisten hier glauben, dass es bei ihr zu Hause ein Suchtproblem der Eltern, die nie erreichbar sind, gibt.

Sie spricht immer nur von ihrem Vater und ist im letzten halben Jahr von einem 1,8 auf einen 3,2-Notenschnitt abgerutscht: Das ist HEFTIG.

Und auffällig.

Du bist neu an der Schule und stellst fest, dass alle Lehrer sich darum nicht kümmern, obwohl sie es wissen. Nur ein Kollege ist bereit, Dich zu unterstützen. Auch das ist seltsam, ich dachte immer, in solchen Fällen helfen die Lehrer.

Und auch, wenn das Mädchen bald volljährig wird und ihr dann eh keiner mehr "reinreden" kann, auch ich würde versuchen, das zu klären.

Noch mehr Vermutungen:

1. Die Eltern haben sich gerade getrennt, die Mutter ist weg und sie muss ihre kleineren Geschwister trösten, die mit der Situation noch weniger klar kommen.

2. Zu Hause ist alles bestens, aber das Mädchen hat ihren ersten Freund und macht nachts etwas anderes als schlafen: Sex, Snapchat, wer weiss?

3. Es gibt ein neues Spiel, das sie online spielt bis "der Arzt kommt". Nicht nur Jungs werden spielsüchtig...

Wie auch immer, Du kommst nicht drum herum, einen Hausbesuch zu machen. Heute.

Mit Einladungen etc., das dauert alles zu lange.

Viel Erfolg! :)

Hallo liebe Kollegin,

kenne Dein Problem selber (wenn auch in abgewandelter Form).

Ich bin aufgrund der schulpolitischen Lage in einem Bundesland als Studienrätin vor anderthalb Jahren an eine Gemeinschaftsschule gewechselt.

Einer der Schüler in meiner sechsten Klasse, der mir Kopfzerbrechen bereitet(e), ist ein reichlich verwahrloster Junge mit ADHS, der sich bis vor kurzem weigerte, sein Ritalin zu nehmen, ungewaschen und stinkend wie ein Iltis in die Schule kam und, wenn er nicht wie ein Großer störte, schnarchend auf dem Tisch lag.

Was tun?
Wenn ich ihn zur Ordnung rief, wurde er richtig aggressiv, schrie, dass er mich hasste, war unverschämt, das volle Programm halt.
Ein dreiviertel Jahr lang habe ich ihm richtig Zunder gemacht - und sobald er den winzigsten Ansatz bot, bis über den Klee gelobt.
Zusätzlich habe ich den Schulpsychologen eingeladen, der eine Doppelstunde bei mir hospitierte, um mich dann auführlich zu beraten.

Die Mutter war auch nur sehr schwer erreichbar und scheinbar ziemlich überfordert. Irgendwann hatte ich sie dann mal, und erklärte ihr, dass ihr Junge bitteschön in Zukunft geduscht und in von ihr gewaschenen Klamotten auftaucht, sie persönlich samt Blick unter die Zunge kontrolliert, ob er seine Tablette geschluckt hat und sie spätestens um 21:00 sämtliche multimediale Geräte einsammelt, damit er nicht weiter seine Klassenkamerade nachts um eins per WA aus dem Schlaf reißt.
Ihn habe ich mir zusätzlich auf einem Ausflug geschnappt, mich bei ihm entschuldigt, dass ich ihn immer so hart angehe und erklärt, warum ich das mache. Dass es ein Zeichen von Interesse und Fürsorge ist, wenn ihn ein Lehrer so piesackt.
Darauf reagierte er total super und wir trafen dann ein "gentlemen´s agreement": Ich wolle mehr Geduld mit ihm haben, er sich mehr bemühen. Das haben wir mit einem Eis besiegelt - seitdem ist er wie ein Welpe, der sich um Aufmerksamkeit und Wohlwollen bemüht und, das ist das Verrückteste, andere Störenfriede in der Klasse richtig zurechtweist.
Freitag nach der Zeugnisausgabe hat er sich, als er die positive Verbesserung in seinem Zeugnis gesehen hat, sogar bei mir bedankt, dass ich das letzte Jahr so streng mit ihm war! Hach... :-)

Aus der Beschreibung Deiner Schülerin vermute ich, dass zuhause im großen Stile etwas im Argen liegt. Möglicherweise ist sie nicht nur sehr sich selbst überlassen, sondern muss aufgrund von Krankheit oder Suchtproblematiken Verantwortung aus der Welt der Erwachsenen übernehmen, die man ihr in ihrem Alter nicht zumuten sollte. Das würde nicht nur ihr verantwortungsvolles Sozialverhalten erklären, sondern auch, warum sie Anweisungen von Erwachsenen erstmal in Frage stellt.

Weiß ja nicht, ob die Vorgehensweise für Dich so passen würde, aber ich würde sie mir beiseite nehmen und ihr erklären, dass wir ein ernsthaftes Gespräch führen müssten. Ich würde erstmal alles aufzählen, was mir positiv an ihr auffiele. Und dass sie nicht verpflichtet sei, mir irgendwelche persönlichen Sachen preiszugeben, dass ich dann aber nur mutmaßen könnte, was bei ihr vorgeht. Und dass das mir große Sorge bereite. Gleichzeitig könne ich bei allem Verständnis weder die zu erreichenden Lernziele außer acht lassen, noch Ausnahmeregelungen für sie anwenden, das wäre den Klassenkameraden gegenüber nicht fair. Ihr muss klar werden, dass es so für sie nicht weitergeht, Du aber gewillt bist, sie zu unterstützen und auf ihre Vorschläge diesbezüglich einzugehen.

Was die Eltern betrifft:
Sprich mit Deiner Schulleitung (melden macht frei..), lade die Eltern zu einem Gesprächstermin in die Schule (3 Terminalternativen zu unterschiedlichen Uhrzeiten vorgeben) und wenn sie ihren elterlichen Pflichten nicht nachkommen (laut Schulgesetz sind sie ebenso für ein Gelingen des schulischen Miteinanders verantwortlich), frag Deine Schulleitung, ob man ggf. das Jugendamt einschalten sollte.
Hole auf jeden Fall den Schulpsychologen ins Boot (wobei Du für eine Unterrichtsevaluation die schriftliche Einverständnis der Eltern brauchst..).

In ganz hartnäckigen Fällen empfehle ich außerdem den unangekündigten Hausbesuch. Zeitaufwendig, kann aber bei desinteressierten Eltern Wunder wirken! Für solche Besuche empfiehlt sich übrigens ein formelles Outfit, um Dein Auftreten als Vertreter einer amtlichen Institution zu unterstreichen. ;-)

So, was ein Lex... Hoffe, das hilft Dir ein wenig weiter!

LG,

UnionJane

Ach super, vielen lieben Dank für diesen ausführliche Antwort! Du hast mir echt sehr weitergeholfen.

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@Mosesikjesajaja

Sehr gerne!
Als Lehrer sollte man ja nicht immer nur Einzelkämpfer sein, sondern auch mal Synergien nutzen.

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Leider wurde eine Ausführliche Antwort meinerseits zensiert bzw. gelöscht grundlos, ich schreibe die einfach noch mal als Kommentar hier. Die andere Antwort enthielt keine Beleidigungen, ich habe einfach eine andere Meinung dazu die hier anscheinend nicht erwünscht ist.

Der Teil der an die Fragestellerin ging:
Das Mädchen könnte mit ihrem 10 Stunden+ Job Schule ansich schon überfordert sein, nebenbei muss man Freundschaften pflegen und meistens wenn man nicht aus irgendeiner Familie kommt die einen alles in den Arsch steckt auch für sein Geld arbeiten um sich Sachen wie Klamotten(1 normales paar schuhe kostet mittlerweile knapp 200€) oder Handys(ein Handy um die 500-1000) zu leisten.

Das man da ohne übertriebenen Koffein oder Drogenkonsum einschläft im Unterricht kann passieren, da können auch die Eltern nichts für oder sonst jemand eher die Leute die so viel von den Kindern abverlangen. Dem Mädchen im Abschlussjahr das Jugendamt auf den Hals hetzen aus langeweile wäre schon krass unangebracht, versuch die auch nicht mit deinen Pädagogen Spielen einzuwickeln das ist fast eine erwachsene Frau rede normal mit der sonst kommt die sich verarscht vor!

Der Teil der an UnionJane ging:

Ich habe bisschen den glauben an die Menschheit verloren als ich deinen Text gelesen habe.. Du nötigst die Eltern von einem kleinen Jungen da harte Amphetaminderivate reinzupumpen bis der funktioniert obwohl er das offensichtlich nicht verträgt und sich geweigert hat!! Du behauptest und bist vermutlich auch noch selbst davon überzeugt das es an deiner Pädagogischen Kompetenz liegt das der Junge bessere Leistungen bringt?! Der kommt jeden Tag voll auf Sendung in die Schule und funktioniert deswegen, du hast dir deinen Job einfacher gemacht auf kosten seiner Gesundheit!!

Da du Eltern scheinbar öfter rätst Ritalin zu verteilen kennst du sicherlich auch die Nebenwirkungen die du in der Schule nicht mitbekommen wirst oder?

Der Junge wird nie anständig wachsen und Probleme mit den Knochen haben, auch sein Penis(normal bei Amphetaminen, wie das Ergebnis ist wenn der Jahrelang jeden Tag drauf ist kannst du dir denken oder?) ist davon betroffen!

Es wird vermutlich zu problemen mit dem sexualverhalten in der Pubertät kommen, der junge wird häufig an Suizid denken, Schlafprobleme haben und wenn er wirklich alt werden sollte eines tages relativ sicher früh an demenz und/oder parkinson erkranken!!

Halte dir das mal vor Augen wenn du diesen kleinen Jungen siehst, das ist deine Pädagogische Leistung!

Das Problem ist das wenn er alt genug sich gegen die Medikamente zu wehren es schon zu spät ist, nach jahrelangen ritalin konsum hat man praktisch keine aufmerksamkeitsspanne mehr ohne und kann auch nicht wirklich auf das wissen zurück greifen das man sich auf ritalin angeeignet hat!

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@arkani564

In aller Bescheidenheit möchte ich von mir selbst sagen, dass Freund und Feind zumindest ETWAS Positives über mich behaupten, nämlich dass ich über eine gewisse Schlagfertigkeit in allen Lebenslagen verfügte.

Angesichts des Kommentars von arkani indessen weicht meine erwähnte mögliche Fähigkeit einer andächtigen Sprachlosigkeit, die ihresgleichen sucht und in der ich weiterhin verharre..

Sachma, arkani, ist das, was du bezüglich UnionJane schriebst, deine TATSÄCHLICHE Ansicht ??? Wenn ja - es fällt mir schwer, den Rahmen des Höflichen nicht zu verlassen - , bin ich es, der den Glauben an die Menschheit (okay,an einen User) zu verlieren droht.

Es ist ja nicht nur die beleidigende Form deiner äußerst ominösen Darlegung, die ich, hätte ich Zeit, in ihre Einzelteile zerlegen würde, sondern ihr völlig abstruser Inhalt.

Aber - und das muss ich abschließend hinzufügen - vielleicht reicht mein Urteilsvermögen auch nicht aus - auf Grund meiner kläglich spärlichen (bewusste Tautologie !! ) 41 Jahre als Ex-Lehrer...

Kopfschüttelnd und fassungslos - pk

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@paulklaus

Applaus, Applaus, paulklaus!

Dennoch schwant mir, dass unser selbsternannter Experte Deiner Meinungsäußerung ohne explizite Argumente nicht zu folgen vermögen wird.

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@UnionJane

Ohne mir gänzlich sicher zu sein, bin ich doch von einem gewissen Optimismus beseelt dahingehend, dass ich hoffe, mit dem Umstand leben zu können, arkani "ohne explizite Argumente" meinerseits von hinnen ziehen lassen zu müssen...

pk

1
@arkani564

(Oh wie ich dieses dogmatisch-pauschalisierende Abcanceln von Fachpersonal durch selbsterklärte Experten liebe... Aber nun gut, ich will mal dieses Geschmäckle von Elfenbeinturm-Arroganz ignorieren und mich bemühen, ganz ernsthaft auf diesen Beitrag zu reagieren..)

Arkani, erstmal zur geschilderten Schülerin:

Wenn ein/e Jugendliche/r
- tagsüber ein abnormes Schlafbedürfnis zeigt,
- misstrauisch und verschlossen ist,
- in kürzester Zeit einen starken Leistungsabfall aufweist,
- leistungsstark, aber -unwillig und unorganisiert ist,
- weisungsberechtigten Respektspersonen aus Prinzip mit Widerspruch begegnet,
- und Eltern hat, die ihren Pflichten zur Zusammenarbeit mit der Schule offenbar nicht oder nur schwer nachkommen...

...dann muss man keine Leuchte sein, um ganz klar zu erkennen, dass hier ein massives Problem vorliegt.
Der Besuch eines Gymnasiums plus ein Nebenjob ist für ansatzweise leistungsfähige Schüler kein Problem, sofern die restlichen Rahmenbedingungen halbwegs stimmen. Definitiv sollte so etwas NIEMALS zu wiederholtem Einschlafen im Unterricht führen!
In den wenigen Fällen, bei denen ich das bislang jeweils EINMAL (!!) erlebt habe, hat sich bei Nachforschung jedesmal herausgestellt, dass da ganz massive Probleme im Hintergrund standen (z.B. Mutter im Koma wg Alkoholmissbrauchs, Übermüdung wg regelmäßiger 14stündiger Onlinesessions aufgrund häuslicher Verwahrlosung, Drogenmissbrauch..).

Insofern kann ich nur empfehlen: Wehret den Anfängen!

Was das von mir zitierte Beispiel meines Schülers mit ADHS-Diagnose betrifft:

Oh ja, in der besten aller Welten würde ich mir wünschen, dass...

- Medikamente wie Ritalin nicht nötig wären, sondern durch Therapie, gesunde Ernährung, regelmäßigen Sport, einen geregelten häuslichen Lebensablauf, ein funktionales Elternhaus und ausreichend schulische Betreuung und Unterstützung durch psychologisch ausgebildetes Differenzierungs-Personal aufgefangen werden könnten,
- Bürger wie Du freiwillig mehr Steuern zahlen würden, damit die Politik endlich mal ausreichend Personal bewilligen,
- sowie die für eine differenzierende Arbeit nötigen zusätzlichen Räume zur Verfügung stellen würde,
- ein nicht geringer Teil der Elternschaft sich auf ihre erzieherischen Aufgaben und ihre Pflichten zur Mitwirkung am schulischen Gelingen besinnen würde,
- Bürger wie Du uns hochmotivierte, fachlich und praktisch  langjährig ausgebildete Fachkräfte (LA Gym? 5 Jahre Mindeststudienzeit + 1 Jahr großes Latinum + 2 Jahre Referendariat + mit Vertretungsverträgen gefüllte Wartezeit zwischen Studium und Ref... ergibt mal eben 8 Jahre netto bis zum vollen Einstieg ins Berufsleben!) durch ein wenig Respekt  oder im schlechtesten Fall durch Stillschweigen in unserem mehr als anspruchsvollen Job unterstützen würden, statt uns durch Polemik in den Rücken zu fallen,
- ....

Ich kann Dich beruhigen,
- der "kleine" Junge ist bereits jetzt einen halben Kopf größer als ich (und ich habe Gardemaß).
- er hat seit der regelmäßigen Einnahme das erste Mal Freude am und Erfolg im Unterricht und dadurch die für seine seelische und geistige Entwicklung so nötige Selbstwirksamkeitserfahrung; er bekommt endlich seine Impulshemmung in den Griff und prügelt sich infolge dessen nichtmehr jede Pause; ach ja, eine süße Freundin hat er seitdem auch.
- Ich verordne oder empfehle keine Ritalin-Einnahme; das entscheiden Fachärzte in Absprache mit den Erziehungsberechtigten. Sehr wohl weise ich Eltern aber darauf hin, wenn das Kind über die Einnahme lügt, damit der Arzt aufgrund dieser Fehlinformation die Dosis nicht höher und höher ansetzt.

Ich bin kein Freund von Dauermedikamentation, dennoch sehe ich es in der harten Realität als die Wahl des geringsten Übels.
Vielleicht hast Du noch nie mitbekommen, wie ein einzelner ADHS-Schüler ultimativ den gesamten Unterricht sprengen kann.
Nun ja, ich stelle sowohl für mich, als auch für die restlichen zwei Dutzend Schüler den Anspruch auf körperliche Unversehrtheit, ein intaktes Gehör, einigermaßen unzerrüttete Nerven und - ach ja, a minor detail - das Recht auf tatsächliche Unterrichtszeit.

Verschroben, ich weiß.

2
@UnionJane

...da Du, Arkani scheinbar aber als Experte für die Ritalin-Einnahme problemlos in der Lage wärst
- einen solchen Schüler im ganz normalen Klassenverband zu unterrichten,
- Deinen Stoff auf drei Leistungsniveaus durchzubringen,
- außerdem sämtlichen weiteren Kindern* gerecht zu werden
- UND am Ende des Tages mit einem Lächeln aus dem Unterricht zu gehen,

lade ich Dich herzlich ein, mal ein paar Wochen meinen Unterricht zu übernehmen (von den zeitlich überwiegenden weiteren Pflichten schweigen wir mal großzügig..)

Wenn Du das schaffst, ohne Dir Tinnitus, Dauerkopfschmerzen oder wahlweise einen Nervenzusammenbruch einzuhandeln, den Stoff fachlich qualifiziert durchbekommen hast UND sämtliche Schüler Dich danach zumindest als Mensch und Lehrer  respektieren ("mögen" ist optional), dann zieh ich meinen Hut und lerne sehr gerne von Dir!

(Die Fähigkeit und Bereitschaft, sein eigenes Handeln in Frage zu stellen und stetig dazulernen wollen ist nämlich eine der wichtigsten Eigenschaften eines Lehrers.)

* Im Angebot wären:
Schüler die aufgrund ihrer krankhaften Fettleibigkeit, des zerrütteten Elternhauses oder des Drogenkonsums eines Elternteils depressiv sind, Asperger-Autisten, ADHS-Patienten, hochgradig traumatisierte Flüchtlingskinder (von den Sprachbarrieren schweigen wir mal großzügig..), einfach nur schlechterzogene Sprösslinge, denen man erstmal soziale Grundkompetenzen vermitteln darf, trauernde Scheidungskinder, begabte Schüler, die mit einer hochgradigen LRS kämpfen, sowie stark begabte Schüler, die sich aufgrund mangelnden Selbstbewusstsein nicht aufs Gymnasium trauten, aber dennoch auf erhöhtem Anspruchsniveau gefordert werden wollen...

...und DAS ist einfach mal eine ganz normale Klasse.

In diesem Sinne: Welcome to the real world.

Aber vielleicht beschränkst Du Dich auch besser auf so wichtige Probleme wie blaue Haare, Deinen Listenhund, Deine nichtbezahlte GEZ-Rechnungen und was Dein "billiges Mädchen Dich alles machen lässt... (allein Deine letzte GF-Frage vermittelt schon einen Eindruck, wes Geistes Kind der Verfasser ist..)

So, und nun Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

5
@UnionJane

CHAPEAU bezüglich der Fülle des Wissens, dessen sachliche - wenn auch zwangsläufig hin und wieder ironisierende - Darlegung, last but not least für den geschliffenen Stil.

Fazit: sowohl inhaltlich als auch sprachlich eine Ausnahme in dieser unserer GF-Welt !

pk

2
@paulklaus

...und das als Urteil eines Experten mit jahrzehntelanger Realerfahrung - das weiß ich ungemein zu schätzen!!!

(Was die Ironie betrifft: Wovon sprichst Du?! Wir Lehrer haben doch keinerlei Humor, von dem wir wüssten!)

1
@UnionJane

Richtig, es war mir tatsächlich entgangen, dass wir ja humorlos sind. Mein faux pas sei meiner sprunghaft zunehmenden Altersvergesslichkeit geschuldet.    : - (((

pk

1
@UnionJane

Schön das du dir Sorgen um mich machst, aber die GEZ-Rechnung ist mittlerweile bezahlt bzw. nach schriftverkehr ist denen bewusst geworden das den Ihre Forderungen unrechtens waren.

Mein Listenhund ist in Niedersachsen übrigens kein Listenhund, ein Golden Retriever ist vermutlich aggressiver haha.

Ich finde das verhalten von den Leuten hier manchmal komisch, sobald jemand kritisiert wird sucht er in den Fragen desjenigen und kommt dann damit das dass Leben von demjenigen auch nicht perfekt ist.

Ich mein, auch wenn du jetzt anhand meiner Fragen weißt das ich eine Lederjacke Trage und einen Listenhund habe, ich bin damit zufrieden das ist mein Leben und nicht deins, ich habe mir auch nie gewünscht Lehrer zu werden.

Statt das jetzt als Angriff zu werten und mich vollzuheulen wie schwer dein Job ist, solltest du dir vielleicht echt gedanken machen über das was ich geschrieben habe, das dass nicht aus der Luft gegriffen ist weißt du vermutlich sonst würdest du mich nicht versuchen für mein Lebensstil anzugreifen jetzt.

Les' dir doch einfach mal die Nebenwirkungen zu Methylphenidat durch, ich erfinde das nicht. 

Der etwas genervte Ton kommt weil ich das ganze einfach zum zweiten mal tippen muss weil meine Meinung zensiert wurde, sorry dafür wollte dich nicht angreifen.

Das einzige was ich wollte ist das du dir Gedanken machst bevor du Kindern die Gesundheit ruinierst mit deinen Ratschlägen, du musst dich mit den Nebenwirkungen und Problemen schließlich nicht auseinandersetzen, anscheinend hälst du dich aber für Perfekt und bist Beratungsresistent, aus der Steueraussage schließe ich mal das du dumm bist, du kannst mich ja auch anhand von Fragen beurteilen.

Such dir einen anderen Job oder lass dich krankschreiben wegen Burnout wenn du dem nicht gewachsen bist, ich wünsche dir und vorallem deinen Schülern alles gute machs gut.

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@arkani564

Am besten du liest dir das gar nicht durch, was ein Typ mit blauen Haaren, Lederjacke und mit Listenhund schreibt kann eh nicht stimmen und in deiner heilen Welt ankommen hahaha.

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@arkani564

auch die Nebenwirkungen die du in der Schule nicht mitbekommen wirst oder?

Knapp gesagt: Viele der Nebenwirkungen, die du hier behauptest, sind kaum bis gar nicht belegt. 

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@SarcasticSard

arkani, vermutlich bin ich etwas anderer Ansicht als UnionJane, die es immerhin für lohnenswert hält, sich mit deinem Geschreibsel auseinanderzusetzen, was ich ihr hoch anrechne.

Ich hingegen kann mit deinen nicht nur unterschwellig aggressiven, konfusen, sprunghaften, irrationalen "Gedanken" so gar nichts anfangen - und kann deshalb nur UnionJane zitieren:

"Si tacuisses..."

pk

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@arkani564

es gibt schuhe um 10€ die lange genug halten wenn man sie nicht so zurichten würde wie ich es tue, mein handy hat ca. 200€ gekostet

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@paulklaus

"Lohnenswert"?! Ich bin erstaunt ob dieses Fehlgriffs bei jemandem, der offensichtlich Freude am gepflegten Formulieren hat!

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@helppp321

Wer braucht schon ein Handy? Ich habe keines. Und dann kommen Leute die haben jedes Jahr ein neues, obwohl das alte nicht schrott ist.

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Da das Problem dieser Schülerin offenbar auch im Unterricht anderer Kollegen auftaucht und auch der Vertrauenslehrer mit seinem Latein am Ende ist, bleibt vermutlich nur noch der offizielle Weg. Das bedeutet die Einschaltung der Schulleitung, die dann ein Einladungsschreiben an die Eltern schicken müsste und um ein Gespräch nachsuchen.

Da nicht klar ist, welchen Hintergund das Verhalten der Schülerin hat, muss dies unbedingt geklät werden. Es bleibt abzuwarten, wie die Eltern auf ein solches offizielles Schreiben reagieren. Man kann dan ggf. weitere Maßnahmen ergreifen bis hin zur Einschaltung des Jugendamtes. Von Hausbesuchen halte ich nicht viel, da man dann sehr schnell als Störenfried behandelt wird, der sich in die Privatsphäre seiner Schüler einmischt.

Und da gibt es immer noch Leute, die über den Beruf des Lehrers herziehen,weil man es darin ja sooo gut hat!
Viel Erfolg und alles Gute!

Also ich bin eine Mutter von einem Sohn mit ADHS und LRS. Ich habe sämtliche Varianten was den Schulalltag usw. angeht erlebt.

Den Vorschlag, dass mein Sohn mal auf eine Schule für schwererziehbare besucht für einige Zeit, nahm ich dankend an, im Gegensatz zu vielen anderen Müttern.

Meine Mutter fragte mich damals, sind wir jetzt asozial.

Mein Sohn saß einfach unbeteiligt seit der 1. Klasse im Unterricht und hat nix gemacht. In der Erziehungsschule waren es kleine Klassen, hervorragende Lehrer, die natürlich den Unterricht nur so gestalten konnten, weil das Rahmenbild und die ganzen Möglichkeiten im Zusammenhang mit etwas anderen Schülern gegeben war.

Die LRS-Schwäche entdeckte man erst dort. Er kam in die 4. Klasse und von der Grundschule her, hieß es immer, man wüsste nicht auf was für einem Wissenstand er genau ist usw. Er ist ja sehr gescheit nur kann er es irgendwie nicht umsetzen. Von der Sonnenmännchenvariante, tägliche eigene Einschätzungen von ihm selbst, wurde alles versucht ihn zu motivieren in den Grundschuljahren im Bezug auf den Unterricht.

Er ist eingeschlafen, schaute zum Fenster raus usw. Unterfordert wäre er nicht, hieß es in den ersten 4 Jahren.

5 und 6. Klasse war er dann auf der anderen Schule. Es gab da so viele tolle Unterrichtsmodelle andere Zeiten und zwischendurch Sport und alles war total abwechslungsreich. Den Lehrstoff hatte er sofort nach Überprüfung und sein bestes Zeugnis in den 2 Jahren. Nach der Zeit kam er wieder in seine alte Schule in seine alte Klasse. 2 Wochen Testphase, die Lehrerin war von ihm begeistert, sagte er kann bleiben.

Nach dem er wieder den normalen Schulalltag an der Hauptschule besuchte, sagte er mir, die Lehrerin blickt mal gar nichts, die kannst ohne weiteres an der Nase rum führen.

Wöchentlich war ich bestimmt einmal zum Gespräch. Telefonanrufe bei mir oder anderen Familienmitglieder waren keine Seltenheit. Alle an der Schule waren sehr besorgt. Er selbst machte wieder nichts mehr und widmete sich seinen anderen Fähigkeiten im Schulunterricht, die andere mit begeisterten. 

Bei der Einschulung vor Jahren stand er vor versammelter Mannschaft in der Sporthalle auf mit seiner Schultüte und drehte sich um, sagte, dass hier ist nichts für ihn. Wir waren sprachlos.

Täglich sagte er zu mir 7 Jahre lang, heute geht er nicht in die Schule. Er ging täglich zur Schule, durch enorme Motivationsanregungen usw. die ich ihm gegeben habe. Konsequenz, Strategien usw. Ein Kampf. 

Im Gegensatz zu anderen Eltern die stöhnten über Ferien usw, war das immer die beste Zeit die es gab für uns alle.

Ab der 8. Klasse fing er an zu schwänzen. Die 9. Klasse besuchte er so gut wie gar nicht. Er organisierte sich so, dass er Schulausschluss bekam, was für ihn ja keine Strafe war.

Zur Prüfung ging er in die Schule, da ich zuvor natürlich alles mit den zuständigen Lehrern abgesprochen habe. Er bestand dann seinen Hauptschulabschluss mittelmäßig. 9 Jahre erzählte man mir, der Junge hat so viel Potenzial, ist ja eigentlich top gescheit, keiner konnte sagen woran es lag.

Weiter ging er auf eine normale Berufsfachschule mit praktischem Unterricht in Verbindung mit Praktika usw. 

Schulisch schlecht weiterhin, praktisch gut. Im Betrieb im richtigen Team voll funktionsfähig mit richtigen Strukturen usw. Vorgaben und Strenge sowie Konsequenz.

Er wird ein Handwerk erlernen und ist dabei. Es gefällt ihm, die Abwechslung und er weiß wo sein Weg sein wird.

Als ich ihn fragte, was sagst du in einem Vorstellungsgespräch, wenn du gefragt wirst wegen deinen Noten. Er meinte, ich sage ich habe meine Schuljahren genossen, bzw. meine Kindheit. Ich habe viel gelernt im praktischen, handwerklichen Bereich in der Freizeit. 

In der Schule habe ich mich gelangweilt, irgendwann abgeschaltet und mich versucht daran zu gewöhnen, es meinem Umfeld recht zu machen.

Ritalin wollte er nicht. Kurzfristig haben wir es probiert und seine Lehrerin dachte damals er nimmt es langfristig und als ich beim Gespräch war, sagte sie mir wie gut er sich gebessert hat usw.

Er bekam bessere Noten usw. Ich selbst machte den Fehler, erzählte es bei einem Gespräch usw., dass er die Tabletten eigentlich gar nicht nimmt. Kurze Zeit später hieß es wieder, es ist furchtbar mit ihm.

Seine Cousine, die in der gleichen Klasse saß wie er, erzählte täglich zuhause, die Lehrerin beschäftigt sich nur mit ihm. Sie beobachtet ihn die ganze Zeit. 

Ich selbst mache keinem Lehrer einen Vorwurf, da ich meinen Sohn kenne.

Ich bin der Überzeugung, trotz allem, hat jeder versucht das Beste zu geben in den Schuljahren. Die Klassenlehrerin sagte allerdings in einem Gespräch sie möchte ihn nicht mehr, nachdem er sich bewährt hatte und von der Erziehungsschule zurück auf die normale Schule konnte.

Ich selbst fragte damals, warum er nicht auf der Erziehungsschule bleiben konnte in einer kleinen Klasse, was natürlich super war. Es ging nicht mehr, wegen den Kosten. Die Kosten für das hervorragende Schulsystem dort wurde vom Staat getragen usw., dadurch konnten halt auch kleine Klassen unterrichtet werden bis zum Gymnasium usw.

Ich denke eher es liegt an den Vorgaben die ein Lehrer hat. Das ganze Schulsystem müsste für Kinder mit anderen Begabungen auch in eine andere Richtung organisiert werden können.

Das häusliche Umfeld spielt natürlich auch eine Rolle die Familienstruktur, Probleme, Alltag. PC-Internet usw.

Ich selbst habe seit Geburt sämtliche Unterlagen aufbewahrt im Zusammenhang mit Ämter, Schule, Ärzte, Schriftverkehr usw., Schuljahre, Vorfälle. 

Tipps, Vorgaben, Ratschläge, usw. Ich habe meine eigenen Linien finden müssen mit ihm und hat man solche Kinder die von den Lehrern auf öffentlichen Schulen unterrichtet werden müssen, wollte ich diese selbst nicht sein.

Sein Bruder studiert, schon immer ein super Schüler ab der 6. Klasse gewesen überall.

Er war in der gleichen Schule und in der 4. Klasse sagte man mir wortwörtlich, der bringts nicht, der kapiert nichts. Sitzen lassen können sie ihn ebenfalls nicht.

In der 5. Klasse musste ich wieder Gespräche führen, da er den ganzen Unterricht störte. Er musste dann auf eine weiterführende Schule. Dort sagte man mir, er muss die 5. Klasse wiederholen.

Er selbst sagte, das macht er nicht. Er ging dann in die 6. Klasse, seit diesem Zeitpunkt musste ich auf keinen Elternabend mehr. Ein Telefonat genügte und man sagte mir, der zieht sein Ding durch.

Vom Schulsprecher, Klassensprecher, Organisator an einer anderen Schule usw. war er für alles zuständig. Heute studiert er erfolgreich. Er wurde ausgezeichnet mit Preisen schon usw.

Aussagen über seinen Bruder macht er nur in der Weise, dass er sagt, unser Schulsystem ist nicht gemacht für Schüler die andere Begabungen haben, als die die vorgegeben sind und eben umgesetzt werden müssen, egal ob das passt oder nicht.

Allerdings, wurde ich sofort informiert von der Schule, wenn irgend etwas nicht in Ordnung war. Eine Schule hat ja die Unterlagen über Handynummer, Adresse, Festnetz usw. Ich wundere mich, dass es dann nicht möglich ist, rechtzeitig bei Veränderungen die man an einem Schüler bemerkt, nachzufragen. 

 

  

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