Was mach ich mit unserem aggresiven Hund

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7 Antworten

Blinde Hunde sicherer zu machen, sie zu führen und ihnen das Sehen zu ersetzen ist nicht einfach und funktioniert oft recht gut über das Hören, das Riechen und Körperkontakt - also körperliches Führen.

Dass deine Hündin auf Ansprache nicht reagiert kann auf den Verlust des Hörsinnes hinweisen und das solltest du beim Tierarzt abklären lassen. Oft liegt das bei alten Hunden an der Durchblutung der kleinen Blutgefäße im Ohr und Kopf - das solltest du behandeln lassen.

Dass Vertrauen und körperliches Anleiten lassen kann man aufbauen. Auch der Hund kann lernen Körperbalance zu verbessern. Für blinde Hunde eignet sich dazu Longierarbeit. Vertrauensaufbau kann man mit Tellington Touch forcieren.

Das alles kannst du dir von einem guten Hundeverhaltenstherapeuten beibringen lassen.

Du wirst dich also - auch weil er blind ist - intensiver mit deinem Hund zusammen bemühen müssen. Nur auf dem Kissen liegen - das muss und soll nicht sein - mit etwas Übungen wird auch dein Hund wieder sicherer und dadurch umgänglicher werden.

Viel Glück euch Beiden.

Im Großen und Ganzen stimme ich Dir zu, möchte aber eine weitere Möglichkeit beleuchten: Erst einmal ist Dein Hund fast blind, wahrscheinlich kann er auch nicht mehr so gut hören und auch mit dem Riechen wird es nicht mehr so weit her sein, aber: Er ist auch 14 Jahre alt!

Rechne es einmal in Menschenjahre um und Du wirst feststellen, dass sich dann für Dich auch einige Dinge geändert haben. Ein so alter Hund braucht mehr Ruhe, als ein gesunder junger Hund. Da sie nicht mehr richtig sieht, wie soll sie dann die Geräusche, die sie ja wahrscheinlich auch nur noch schemenhaft zuordnen kann, einordnen? Für sie ist jetzt erst einmal alles gefährlich - in ihren Augen. Ihrer Art nach, beißt sie mal erst alles weg.

Dazu kann es manchmal auch im Alter eines Hundes kommen, dass sie Marotten entwickeln, ganz einem alten Menschen nachempfunden, und die letzte Konsequenz wäre auch eine beginnende Demenz, die es auch bei alten Tieren gibt. Ich habe eine demente Katze mit 19 Jahren gepflegt und ich weiß, dass das eine sehr schwierige Zeit ist. Da hilft dann auch kein Verhaltenstherapeut.

Spielen wird ja wahrscheinlich auch nur auf Grund der Behinderungen eingeschränkt gehen.

Eventuell musst Du einmal in eine gute Tierklinik. Sollte es sich um eine Demenzerkrankung handeln, gibt es Medikamente, die die Symptome etwas erleichtern.

Ansonsten gib ihr etwas mehr Ruhe. Kündige Dich an, wenn Du an ihr vorbei gehst. Das kann ein leises Glöckchen sein oder eine leise Ansprache. Dann erschrickt sie nicht und erkennt Dich früh genug. Keine grobmotorische Handhabung mit dem Hund, der ja nicht weiß, wie ihm geschieht. Auch das Hochheben immer ankündigen, indem Du ihn erst streichelst und auf ihn einredest. Ich sehe oft Leute, die ihre kleinen Hunde einfach von der Erde hochheben. Das kann in einem solchen Fall fatal sein, denn er sieht Dich nicht, hört Dich nicht und wird einfach hochgerissen. Kannst Du Dir dann vorstellen, wie er sich fühlt? Ehe er Dich - in dem Alter - dann riecht, ist es zu spät.

Und dem Tierarzt gebe ich recht: Das ist doch kein Grund, den Hund einzuschläfern! Das weiß man doch, dass diese Zeit kommt, wenn man sich einen Hund anschafft! Du schläferst doch auch nicht Deine Oma oder Deinen Opa ein, weil er nicht mehr so kann wie Du es willst! Im übrigen, wer meint, die beißen nicht, soll mal ein Praktikum in einem Pflegeheim machen, da würde er so einige Überraschungen erleben!

Ich wünsche Dir auf jeden Fall noch eine gute Zeit mit ihm.

LG Felli

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Vorrangig solltest Du Deine Einstellung zum Hund ändern. Kann es sein, dass sie Dir Leid tut? Denn ihr Verhalten deutet darauf hin. Es ist Vermenschlichung zu meinen, ein blinder oder tauber Hund sei hilflos. Sie kommen mit ihrer Behinderung wesentlich besser klar als man denkt. Du solltest die Führung übernehmen, dann hat Deine Hündin noch einen schönen Lebensabend. Immer wieder wird die Meinung vertreten, dass man einem alten Hund nichts mehr beibringen kann. Ist aber nicht so. Gib ihr zu verstehen, dass Du so ein Verhalten von ihr nicht duldest. In einem Rudel wird keine Rücksicht genommen. Jedem Rudelmitglied (auch wenn es blind und taub ist) wird klar zu verstehen gegeben wo die Grenzen sind. Ich weis, dass es schwer für uns Menschen ist, weil wir uns selbst so einen Situation nicht wünschen, aber Mitleid ist hier fehl am Platz. Wenn sie merkt, dass sie Dir in der Führungsqualität vertrauen kann, wird sie ihr Verhalten auch wieder ändern.

Es tut mir sehr leid für euren Hund. Ich vermute, dein Hund hat Angst. Er weiß nicht, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Es wäre wohl verkehrt, ihn jetzt zu verhätscheln. Vielleicht solltet ihr mal mit einem guten Tierpsychologen sprechen. Mein Hund (13) wird auch langsam blind und immer ängstlicher. Ich weiß da leider auch noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich versuche, sehr klar zu sein im Umgang mit ihm, gebe klare Richtlinien vor, verhätschel ihn schon mal gar nicht und lasse auch manchmal voll den Boss raushängen. Ich glaube, das gibt ihm Sicherheit, er beruhigt sich dann jedenfalls immer recht schnell.

Du hast Recht, der Hund sieht nichts mehr und ist verunsichert. Sie verteidigt Ihr Revier, welches sie nicht sehen, aber riechen kann.

Also musst du wohl eher über die Nase an sie herankommen, Dinge die sie vom Geruch her kennt sollte sie beruhigen.

Stellt sich doch die Frage ob der Hund noch Lebensfreude hat, bei dem Stress. Artgerecht ist es auch leider nicht mehr. Ich habe auch einen Hund, der 14 ist, hätte er das Problem, würde er eingeschläfern, denn ich denke dieser Stress bringt das Tier um!

Hmm, ich weiß ja nicht was dem Hund fehlt, aber mit einem Hund muss man viel spielen und ihm Zeit widmen. Wenn er aggro wird könnte das daran liegen dass ihm menschlicher Umgang fehlt. oder er braucht Medikamente - KEIN WITZ - Denk nicht ich will mich darüber lustig machen aber es gibt auch beruhigungsmittel für 4-Beinige Freunde. Eventuell helfen die ja. Aber versuch erstmal mit ihm öfter zu spielen und raus an die frische Luft zu gehen...

knall nicht gehört? was hast du im leben nicht mitgekriegt?

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Beruhigungsmittel für 4-beinige Freunde? Mann-o-mann, wir haben schon so viele Menschen-Psychos und nun sind die Hunde dran?

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könntest du nachvollziehen wenn du blind würdest, dass du auch Angst vor Geräuschen hast? Bestimmt. Und so geht es deinem Hund jetzt. Er muss sich erst an die veränderte Situation gewöhnen. Vielleicht hilft es, wenn ihr in ihre Nähe geht, dass ihr sie beim Namen ruft, so nach dem Motto: "Hallo Hund ich bin da"....

das geht aber schon ein halbes jahr so

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@Kubsi

bei dem einen geht es schneller, beim anderen nicht und beim anderen nie.

Sprecht sie doch einfach immer an wenn ihr in ihre Nähe kommt.

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Alles verständlich! Aber: auch der Hund!

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