Was lernten die Schüler aus der DDR unmittelbar nach dem Mauerfall?

6 Antworten

Es war ein heilloses Durcheinander. 

Meine Töchter waren zu der Zeit in der fünften und dritten Klasse. Während es bei der Kleinen noch relativ gesittet zuging, da sie ja noch in der Unterstufe war, war es bei der Großen schon ein bisschen mehr konfus. 

Sie hatte im September noch lehrplanmäßig mit Russisch angefangen und musste das auch bis zur zehnten Klasse fortführen. Aber dann wurde Englisch auch zum Pflichtfach, was vorher Wahlfach war. 

Die Lehrer wussten nicht so recht, was sie unterrichten sollten, da die Lehrpläne in der BRD ja Bundessache waren. In der DDR waren sie überall gleich - in allen Bezirken. Die Allgemeinbildung war besser. 

Ich schüttelte nur mit dem Kopf, als meine Große in der neunten Klasse als Hausaufgabe "Sätze bilden" auf hatte. Hä? Das hatten sie doch schon in der Unterstufe gelernt. 

Deshalb fand ich es auch so ungerecht, dass jeder Schüler aus dem Osten, der in den Westen zog, automatisch eine Klassenstufe zurückgestuft wurde. Als wenn unsere Kinder minderwertig gewesen wären. Nein, das waren sie nicht. Meiner Meinung nach hatten sie sogar eine bessere Ausbildung genossen. 

Und mir ist auch unverständlich, warum so wenig Wert auf Allgemeinbildung gelegt wird. Da können in den Abiturstufen Fächer abgewählt werden. Ich glaube, so sollen nur mehr Fachidioten gezüchtet werden. 

Dummes Volk regiert sich leichter. 

Auch in den neuen Bundesländern, war Schulpolitik Ländersache.

Denn auch damals gab es keine Bundesweiten Lehrpläne, so dass jedes neue Bundesland das selbst entscheiden konnte. Und wenn man mal vom Dialekt absieht, wurde in der DDR auch Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie, usw. unterrichtet. Und die den Fächern zu Grunde liegenden Regeln hatten gar nichts mit dem Staat zu tun. Das betraf eher so Fächer wie Sozialkunde, Politik und Wirtschaft.

aber gabs in der ddr nicht z.b. auch russisch statt englisch? das st ja schon zemlich extrem der unterschied!

dein vorredner behauptet das gegenteil, dass es da einen einheitlichen plan gab!

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@Kurfuerstendamm

@immofachwirt: erstens gab es keine Bundesländer in der DDR und zweitens gab es einen einheitlichen Lehrplan von Rostock bis Dresden (sinnbildlich).

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@Kurfuerstendamm

Die DDR nannte ihre Bezirke auch nicht neue Bundesländer.

Wenn du die Überschrift nochmal genau studierst wirst du schnell feststellen, dass ich von der Zeit nach der Wiedervereinigung spreche.

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In der DDR gab es einen Lehrplan, der in der ganzen Republik bindend war.

Meine erste Tochter war 1989 gerade in die 5. Klasse gekommen, und musste demzufolge noch russisch lernen - bis zum Ende der 10. Klasse.

Nach der Einheit wurde der Lehrplan angepasst, da es ja jetzt einen gesamtdeutschen Staat gab.

Diskriminierend empfand ich jedoch, dass Schüler, die aus der ehemaligen DDR in die alten Bundesländer übersiedelten, grundsätzlich eine Klasse zurückgestuft wurden. Als wenn sie dümmer wären. Dabei war in der DDR der Lehrplan viel umfassender. Es wurde eine hohe Allgemeinbildung vermittelt. Auch die Lehrausbildung war umfassender. Deshalb fand ich auch diskrimierend, das Berufsschulabschlüsse in den alten Bundesländern nicht anerkannt wurden.

Leider wurde der Lehrplan an die alten Bundesländer angepasst: Ich glaubte, meinen Augen nicht zu trauen, als meine Tochter in der 9. Klasse die Hausaufgabe hatte, Sätze zu bilden. Das hatten meine Kinder bereits in der 3. Klasse.

Hey Virginia, es war eben doch nicht alles schlecht, auch wenn manche das immer wieder behaupten. LG

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