Was leisten Rennfahrer bzw was hat Motorsport mit Sport zu tun?

5 Antworten

es ist echt interessant. Beim Motorsport kommt so eine Frage öfters. Aber bei einer Sportart wie z. B. Bobfahren, da hab ich so eine Frage noch nie gesehen.

Naja ... die hohen G-Kräfte wurden ja schon genannt. Dazu kommen noch die extremen Temperaturen im Auto.

Nur mal 2 Beispiele aus der amerikanischen NASCAR Rennserie. Das Herbstrennen in Martinsville 1998. Die Lufttemperatur betrug etwa 35-40°C. Die Rennstrecke ist ein Oval, umgeben von hohen Tribünen, so staute sich die Hitze noch mehr. Da das Oval sehr kurz ist (eine halbe Meile, also nur 800 Meter lang), bedeutete das: erst kommt eine kurze, starke Beschleunigung, dann starkes runterbremsen in die Kurve, mit hohen G-Kräften. Das 2mal pro Runde - und das Rennen besteht aus 500 Runden.

Die Fahrer trugen Kühlanzüge. Bei Ricky Rudd ging der aber gleich zu Rennbeginn kaputt. Es gab einige Fahrer, die wegen der Hitze aufgeben mußten. Auch Rudd war kurz davor aufzugeben. Teilweise konnte er nicht mal mehr mit seinem Team per Funk sprechen, da ihn das zu sehr anstrengte. Aber er hielt durch und gewann das Rennen nach 3 1/2 Stunden sogar. Das Siegerinterview gab er, während er am Boden lag, mit Sauerstoffmaske. Er hatte sich total verausgabt.

Und dazu das krasse Gegenteil: Talladega. Das Oval ist sehr groß, 2,66 Meilen lang (über 4 km lang). Die Rennwagen erreichen dort Geschwindigkeiten von etwa 320km/h. Da die Autos alle fast gleichstark sind und die Rennstrecke sehr breit ist, fahren da 3-4 Autos über mehrere Runden nebeneinander - bei Tempo 320. Und das mit einem winzigen Abstand von wenigen Zentimetern. Da müssen die Fahrer natürlich hochkonzentriert sein, damit es zu keinem Unfall kommt - und das etwa 3 Stunden lang. Dieses Rennen ist zwar körperlich nicht so anstrengend, aber mental dafür umso mehr.

Ziemlich viel. Konkrete Sache: Beim Bremsen lasten auf Formel 1 Fahrer bis zu 6G. In Kurven bis knappe 5. Diese 6G muss der Kopf inklusive 4kg Helm noch halten können. (Das sind so ca. 60kg die dann am Kopf lasten). Ne nette Nebeninfo: Die Verzögerung in einem F1 Auto ist so hoch, das die Piloten nicht einatmen können (Aussage von Nico Rossberg).

Oder anderes Beispiel: Die Arme die bei 5G noch in der Lage sein müssen zu lenken. Das sind ebenfalls um die 60kg, die da auf den Armen lassten. Das ist alles keine Kaffeefahrt was die da machen. Das ist wirklich Hochleistungssport. Und das alles 1,5 Stunden oder im Langstreckensport bis zu 3 Stunden lang und ggf. auch noch bei über 40°C Onboardtemperatur.

Und falls du das nicht glaubst, gönn dir mal den Spaß um fahr ne Runde Kart. Wenn du die Möglichkeit hast, frag gleich nach einer Doppelrunde (1x20min). Ich wette, du kommst raus wie nach dem 1. Mal Muckibude. (Eine standesgemäße Fahrweise vorrausgesetzt natürlich).

Setz dich mal für eine halbe Stunde in ein Go-Kart und fahre es am Limit.

Dann denke darüber nach, dass du in einem Rennaut keine frische Luft hast, du aber mit sehr viel größeren Geschwindigkeit und Belastungen umgehen musst, und du nicht eine halbe Stunde, sondern eher 2-3h "auf Rille" fährst.

Danach reden wir weiter, ob das anstrengend ist oder nicht.

Findet ihr Motorsport ist kein Sport?

Ich hab da so ein kleines Problem. Ich bin 15 und fahre Rennkart. Das ist für mich persöhnlich( und ich wage es von mir zu behaupten dass ich körperlich fit bin) schon ziemlich anstrengend und echt schweißtreibend, vorallem ab 45 minuten am stück wie im Training oder so. Höhere Motorsportklassen sind noch viel anstrengender weil die G Kräfte viel stärker wirken und es auch heisser wird. Meine Freundin ist der Meinung dass Motorsport nur "sitzen" ist und man da nur gas geben und das Lenkrad ´drehen muss. Das "weiß" sie und sie lässt sich auch nicht von ihrer Meinung abbringen. Ich weiß für mich selber wie anstrengend es ist und das auch im vergleich zu den anderen jungs in meinem club. Könnt ihr mir bitte versichern dass motorsport nicht nur sitzen ist und man noch mehr machen muss als lenken, gas geben und existieren Danke im Vorraus

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