Was kritisierte die 68er-Bewegung?

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2 Antworten

Bei der 68er Bewegung wollte sich das - wir reden hier mal vom deutschen - Studententum erstens gegen seine Elterngeneration auflehnen, die das Land in den Abgrund gestürzt hatte. Man kam auf den Gedanken, ein Hit'ler hätte nur deshalb das Volk in diesen Krieg führen können, weil diesem Volk generationenlang unter einer harten autoritären Erziehung der Selbstbetimmungswille, die Menschlichkeit und der gesunde Menschenverstand herausgeprügelt worden. Das wollte man beenden, indem man demokratische, Autoritäten per se in Frage stellende Ideen entwickelte. Außerdem verlangte man von den Eltern, zu den Verbrechen des Dritten Reiches Stellung zu nehmen, aufzuarbeiten und nicht länger mit schwitzender Aufbau-Arbeit totzuschweigen.Zweitens richteten sich die 68er gegen den Vietnamkrieg der Amerikaner, der als ungerecht und brutal begriffen wurde. In vielem schossen die 68er über ihre Ziele hinaus, eine ihrer Metastasen war die RAF. Sie sorgte aber im Nachgang für eine stabile, liberal (NICHT FDP!) ausgerichtete und tragfähige Demokratie, die wir heute genießen, es sei denn die Polizeiknüppel tanzen in Stuttgart, Frankfurt Startbahn West oder Gorleben auf unseren Rücken. Im Großen und Ganzen aber leben wir heute unverkrampfter als in den Fünfzigern und Sechzigern.Die 68er begannen übrigens an den Universitäten, ehe sie auf die Straße gingen. (Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren...)Vegiß aber nicht, dass es auch in anderen Ländern eine 68er Bewegung unterschiedlicher Ausprägung gab. Denken wir an Frankreich. Daniel Cohn-Bendit könnte Dir da mehr erzählen. In den USA wurde die Hippiebewegung maßgeblich vom 68er Geist mitgeprägt.

Vielen Dank für's Sternchen!

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