Was kostet es sich in ein Studiengang einzuklagen zb an der uni Potsdam für Psychologie oder Patholingustik ,geht es auch alleine ohne Anwalt?

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6 Antworten

ohne Anwalt hast Du keine Chance

Es gibt spezialisierte Anwaltskanzleien, die machen fast nichts anderes. Du findest sie im Internet. Da findest Du ggf. auch die Kosten. Mit Anwalt, Glück und Vergleich kannst Du getrost mit mindestens 1000 € rechnen - mit Pech natürlich auch, denn auch wenn Du verlierst musst Du den Anwalt bezahlen.

Die Frage, die sich mir immer stellt ist, willst Du das wirklich?
Also ich stelle mir vor, dass ich Dekan der Fakultät für Psychologie bin und Du Dich bei mir eingeklagt hast, ich drei, vier Mal zu einem Verwaltungsgerichtstermin musste und dann irgendwie sehen musste, dass ich Dich auch noch in meinen Vorlesungen und Seminaren unterkriege .... und dann sitzt Du vor mir in der Prüfung.
Tja, das verlangt a) ein sehr solides Wissen und entsprechende Fähigkeiten Deinerseits und
b) ein geläutert Maß an Großmütigkeit bei mir als Prüfer.

Klar gibts dann noch immer die Möglichkeit sich den Studienplatz einzuklagen und dann mit einem Studenten einer anderen Universität zu tauschen. Allerdings wird das terminlich ziemlich knapp, denke ich.

Man müsste jetzt Statistiken haben, wie viele Studenten, die sich einen Studienplatz erklagt haben, auch an genau dieser Uni in genau der eingeklagten Studienrichtung einen erfolgreichen Abschluss hingelegt haben. Ich kenne keine, d.h. weder eine Statistik noch einen solchen Absolventen.

Die Studenten, die sich eingeklagt haben und die ich kenne, sind alle nicht mehr an der Uni, in die sie sich eingeklagt haben. Die Klageverfahren haben jeweils fast bzw. leicht über ein Jahr gedauert. Eine hat auf das Einklagen verzichtet und klagt nur noch auf Schadensersatz (da ging es allerdings nicht um das Einklagen des Platzes sondern um das Einklagen einer Höherstufung in den Semestern, da der über die ZVS erhaltene Platz ein Erstsemester-Platz war).

Ich würde Dir eher zu Praktika bzw. einer Ausbildung in der jeweiligen Fachrichtung raten und einem damit verbundenen, sinnvollem Aussitzen der Wartesemester. Vor allem dann, wenn Du dir den Anwalt mal nicht eben so leisten kannst.

Bitte nimm es mir nicht übel - aber Psycho ist ein stark lernbetontes Studium - und wenn Du da bei dem "einfachen" Abiturstoff Schwierigkeiten hattest, die Dich nicht auf 1,0 - 1,2 haben kommen lassen - dann würde ich mich nicht unbedingt im Studium vor einen Prüfer setzen, bei dem ich mich eingeklagt habe. Er / Sie könnte mir zeigen wollen, dass die Ablehnung gerechtfertigt war ...

Viel Erfolg!

Bellape 14.08.2017, 17:54

Warum sollte der Dekan einer Fakultät irgendwas mit den Prüfungen zu tun haben?

Schon mal was von anonymisierten Klausuren gehört?

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MistrF 16.08.2017, 19:26
@Bellape

schon mal was von mündlichen Prüfungen gehört?

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Wie willst du dich den Ohne Anwalt irgendwo reinklagen? Hast du vor nebenbei noch Jura erfolgreich zu absolvieren? 

Und ganz ehrlich, wenn du nicht mal Abi gut geschafft hast, wieso glaubst du dann das du ein Fach wie Psychologie mit so einem schweren NC schaffst?

Leiste doch lieber deine Wartesemester ab, mach n Praktikum oder n FSJ oder irgendwas was dir angerechnet wird.

Zulassungsbeschränkungen in stark überlaufenen Studiengängen sind eine rechtlich zulässige Notmaßnahme der Hochschulen, um den Lehrbetrieb noch ordnungsgemäß durchführen zu können. Wenn Du speziell für dich eine Zulassung beanspruchst (obwohl Du im regulären Vergabeverfahren nicht zugelassen wurdest), dann musst Du zum einen nachweisen, dass die Hochschule einen Rechtsverstoß begangen hat (etwa indem sie ihre Studienplatzkapazität falsch berechnet hat) und dir zum anderen damit   einen Schaden zugefügt hat (da Du z.B. im regulären Vergabeverfahren die Zulassung etwa genau um die zwei Plätze verpasst hast, die jetzt streitig sind). Es kann also nicht geschehen, dass jemand mit vielleicht einem Notendurchschnitt im Abitur von 4,0, in einem Rechtsstreit erfolgreich durchsetzen könnte, dass er in jedem gewünschten Studiengang zugelassen wird. Du kannst nicht durchsetzen, dass Du gegenüber anderen abgelehnten Bewerbern, die aber besser auf der Vergabeliste gereiht sind (etwa wegen besserer Note) vorgezogen wirst, weil das gegenüber diesen ungerecht wäre. Natürlich gibt es noch die Härtefallquote und andere Sonderquoten aber die spielen zahlenmäßig keine große Rolle. Diesen Weg kannst Du nur mit einem Rechtsanwalt beschreiten und wenn Du da eine qualifizierte gute Vertretung suchst, dann werden 1000 Euro bei weitem nicht reichen.                                                                                                     Da bei solchen Klagen ein Erfolg ungewiss ist, ist es ratsam, sich schon vorher zu überlegen, was man im negativen Fall macht.   

Also realistisch gesehen bist du da bei 10.000€. Je nach Studiengang, Auswahlkriterien und woran es letztlich gescheitert ist, kann der Beitrag natürlich nach oben oder unten variieren.

Ohne Anwalt geht das jedoch nicht.

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