Was kostet ein normal gutes Hörgerät für ältere Menschen?

10 Antworten

Ihre Mutter muss zuerst zu einem HNO. Über ein Audiogramm wird die Form und der Grad der Schwerhörigkeit ermittelt. Die Verordnung für Hörgeräte wird bei einem Hörgeräteakustiker vorgelegt. Dieser macht dann noch einmal ein Audiogramm und sucht dann ein geeignetes Hörgerät aus. Die Krankenkasse bezahlt für zwei Hörgeräten ca. 780 Euro (ist abhängig von der Krankenkasse!). Sind die Hörgeräte teurer, muss der Differenzbetrag (= Eigenanteil)zum Festpreis selber getragen werden. Vom Hörgeräteakustiker müssen zuerst eigenanteilsfreie Festpreisgeräte angeboten werden. Pro Hörgerät wird eine Verordnungsgebühr in Höhe von 10 Euro erhoben. Dazu kommt noch ein geringer Eigenanteil für die Ohrstücke.

Es wird wohl immer sehr auf das Telefonieren geachtet. Telefonieren kann meine Mutter ohne Hörgerät sehr gut, da wir das Seniorentelefon laut gestellt haben. Es ist ihr auch egal, ob das Hörgerät einen "Bügel" hinter der Ohrmuschel hat. Hauptsache, sagt sie, sie versteht wieder alles vernünftig.

Ich bin jetzt 52 Jahre alt und muss seit 13 Jahren beidseitig Hörgeräte tragen. Schwerhörigkeit ist nicht nur eine Sache des Alters. Es gibt verschiedene Formen der Schwerhörigkeit und ich will es jetzt nicht kompliziert machen. Eine einfache Ursache wie z.B. Ohrenschmalz, der sich vor dem Trommelfell als größeres Stück festgesetzt hat, beeinträchtigt die Schallleitung. Dann hört man wirklich alles nur leiser. Bei der anderen Form der Schwerhörigkeit fallen bestimmte Tonhöhen aus und der Betroffene versteht entweder hohe Töne, tiefe Töne oder den normalen Sprachbereich schlechter bis gar nicht mehr. Hier liegt die Ursache im Innenohr. Das Verstehen von Sprache ist erschwert, weil einzelne Buchstaben nicht mehr gehört werden. Folge: Wörter müssen geraten werden. Dann gibt es noch Fälle, bei denen beide Formen zusammen auftreten. Die Ursache für eine Schwerhörigkeit kann nur ein Ohrenarzt feststellen. Hörgeräte können auch nicht vorbeugend gekauft werden. Und Hörgeräte werden auch auf die jeweilige Hörsituation angepasst. Bei einer Hörverschlechterung müssen dann nicht unbedingt neue Hörgeräte angeschafft werden. Beruflich habe ich mit vielen älteren Menschen zu tun, die ihre Hörgeräte als Verbesserung ihrer Lebensqualität empfinden. Generell muss im Umgang mit Schwerhörigen einiges beachtet werden: Schon vor dem Gespräch Blickkontakt aufnehmen und auch während eines Gespräches halten, damit notfalls vom Mund abgelesen werden kann. Dann muss auch deutlicher und etwas langsamer gesprochen werden. Das haben wir alle im ersten Schuljahr gelernt und im späteren Leben leider wieder verlernt. Kurze Sätze werden besser verstanden und gedeutet, und wenn trotzdem mal nachgefragt wird, muss das Gesagte geduldig wiederholt werden. Jeder Mensch macht etwas unbewusst: Er setzt Mimik und Gebärden beim Sprechen ein. Für Schwerhörige sind Mimik und Gebärden zusätzliche und unentbehrliche Hilfsmittel, um etwas zu verstehen.

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