Was kostet dieser Dienstwagen?

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Die Leasingrate ist vermutlich nur der Ordnung halber aufgeführt.

Entscheident für die 1%-Regel ist der Bruttolistenpreis. Was am Ende an Kauf- oder Leasingrate bezahlt wird, spielt keine Rolle.

Der geldwerte Vorteil setzt sich zusammen aus 1% des Bruttolistenpreises und 0,03% des Bruttolistenpreises pro km des kürzesten Weges zwischen Wohn- und Firmensitz (regulärer Arbeitsort - gilt auch für Außendienstler die von zuhause direkt zum Kunden fahren - also das, was z.B. auch für die Pendlerpauschale zum Arbeitsort in der Firma bei Privatfahrzeug-Nutzung Relevanz hat). Wohnst du 20km von der Arbeit weg, musst du 1+(20*0,03)=1,6% des Listenneupreises versteuern (nicht zahlen).

Der geldwerte Vorteil ist ein fiktives Einkommen das steuer- aber nicht sozialversicherungspflichtig ist. Bei den 20km Distanz musst du 1,6% von 40.000 Euro = 640 Euro nicht zahlen, sondern versteuern. Das sind bei 25% Steuer 160 Euro die du im Monat zahlst.

Vorsicht ist geboten bei Steuerprogression. Fikives Einkommen ist auch Einkommen für die Erhebung des Steuersatzes. Wenn du mit realen 640 Euro Mehrverdienst von 25 auf 30% Steuer steigen würdest, tust du dies auch mit 640 Euro geldwertem Vorteil. Dein gesamtes Gehalt plus geldwertem Vorteil wird dann nicht mit 25 sondern mit 30% besteuert. Dann kostet dich der Wagen nicht nur 192 statt 160 Euro, sondern dir gehen auch 5% mehr vom Gehalt flöten. Bei 4000 Euro Brutto also noch mal 200 Euro.

Die Zahlen sind fiktiv, da ich keine Muße hatte, die echten Werte für Steuerprogression und Einkommensteuer nachzugucken. Rechnet sich halt leicht mit den Zahlen.

Wenn Steuerprogression für dich keine Rolle spielt, da du gehaltstechnisch weit genug weg bist, oder sie kleiner ausfällt als im Rechenbeispiel, hast du ein supergünstiges, neues, tolles (unterstelle ich mal bei 40.000 Liste) Auto, das auch noch regelmäßig zum Ende der Leasingzeit erneuert wird, inkl. Steuer, Versicherung und Wartung (alleine die würde ja privat schon höher ausfallen als die Steuer und davon ist das Auto noch nicht gekauft und hat noch keinen Wert verloren).

Beide Werte sind obere Grenzwerte. Kostet ein Auto brutto 35.000 aber 900,- Leasingrate, ist er schon zu teuer.

Der Dienstwagen ist eine nicht geldwerte Sachleistung, die ebenfalls versteuert werden muss. Der Wert dieser Zusatzleistung wird mit 1% vom Neuwert pro Monat angesetzt. bei 40 TEUROS wären das 400,- pro Monat. Darauf musst du nun Einkommensteuer bezahlen, wobei der Steuersatz ja bei jedem anders ist oder sein kann. Hast du aufgrund deines Gesamteinkommens z.B. einen Steuersatz von 25%, werden dir also 100,- pro Monat mehr an Einkommensteuer abgezogen. Diese 100,- fehlen dir dann effektiv in der Tasche dafür, dass du den Dienstwagen auch privat nutzen darfst und alle Kosten des Wagens von der Firma übernommen werden. Hast du 40% Steuersatz, würden dir vom Finanzamt 160,- pro Monat mehr abgezogen.

Darauf musst du nun Einkommensteuer bezahlen, wobei der Steuersatz ja bei jedem anders ist oder sein kann. Hast du aufgrund deines Gesamteinkommens z.B. einen Steuersatz von 25%, werden dir also 100,- € pro Monat mehr an Einkommensteuer abgezogen...

Zu beachten ist hierbei unbedingt, dass es sich hier um den Grenzsteuersatz handelt und nicht um den geringeren Durchschnittssteuersatz!!!

Siehe Beispiel Urlaubs-/Weihnachtsgeldzahlung: vom 13.Gehalt bleibt ja auch nicht mal die Hälfte netto übrig (z.B. 5.000 € Sonderzahlung ergibt gerade mal abzgl. Sozialversich. ca. 20% u. Grenzsteuer ca. 40%, also ca. 60% Abzug!)

Also bei einem Durchschnittssteuersatz von 25% wirkt sich der Grenzsteuersatz mit ca. 40% aus - ergo hast du ca. 160 € netto weniger :-((

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1% von 40.000 € sind 400 €, dazu kommen noch die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Das heißt, Dein Arbeitslohn oder Gehalt erhöht sich brutto um 400+x €, Du zahlst für diesen Mehrbetrag die Steuer.

Die Höhe der Leasingraten, die Dein Arbeitgeber bezahlt, sind ohne Belang für Dich.

Giwalato 

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