Was können wir tun, wenn der Anwalt nichts erreicht bzw meint er kann nicht mehr machen(weiteres in Beschreibung)?

3 Antworten

wir haben ein Mehrfamilienhaus vor einigen Jahren gekauft und es kern sanieren(?) lassen und uns damals für eine Wärmepumpe in Kombination mit Solaranlagen entschieden zur Beheizung und für das Warmwasser.

Erster Fehler. Diese Version ist zwar sehr sparsam, aber die Profiteure der Einsparung sind alleine die Mieter, nicht die Vermieter. Und zudem ist diese Technik wartungs- und fehleranfällig, weswegen man sie i.d.R. auch nur bei EFH verbaut.

Es ist auch so,dass unser damals verantwortlicher Ingenieur uns seinen "eigenen Mann" vermittelt hat und dabei ein anderes günstigeres Angebot unterschlagen hat.

Beweise dafür? Ansonsten reine Behauptung, die nicht belegbar ist.

Die Firma hat im Prinzip, hier eine überteuerte zudem nicht geeignete Anlage installiert.(Was diese natürlich nicht zugeben, sondern meinen der Wasserstand hier wäre zu niedrig geworden nun und damit wäre die Anlage nicht mehr imstande zu funktionieren. Nur die Sache ist die, der "Brunnenbauer" meinte zu uns im Nachhinein als wir ihm mal von den Problemen erzählten, dass er schon damals dem Ingenieur und der Firma bescheid gesagt hätte, dass der Wasserstand hier zu niedrig für diese Anlage ist.)

In Gebieten mit niedrigem Grundwasserstand ist die gesamte Konzeption von vorneherein obsolet, im Wesentlichen unabhängig vom Anlagentypus. Hier wäre der Planungsingenieur bzw. seine Berufshaftpflicht wegern Planungsfehlern in die Haftung zu nehmen. Dafür bedarf es aber einer Beweissicherung und entsprechend tragfähiger Zeugenaussagen.

Die Firma die, die Heizanlage uns verkauft und installiert hat, war dreimal da und hat unten im Heizkeller Rohre ausgetauscht, seitdem gehen die Heizungen gar nicht mehr. Und obwohl wir alles innerhalb der Garantie gemeldet haben und wurde keines der Probleme behoben und irgendwann hieß es dann, sie können nichts dafür, dass die Wärmepumpe nicht geht, dass liegt am Wasserstand.

Ich vermute, dass die Firma durchaus Recht hat. Insofern geht eine Gewährleistungseinforderung hier ins Leere, wenn die Anlage so ausgeführt und gebaut wurde wie vom Planungsbüro ausgeschrieben.

Wir waren natürlich bei einem Anwalt, dieser beschäftigt sich seit einem halben Jahr nun mit dieser Problematik, aber hat noch keine Ergebnisse erziehlt.

Dann würde ich den Anwalt (sucht Euch einen FA für Baurecht) wechseln und unverzüglich Klage erheben, mit der Bitte an das Gericht, schnellstmöglich eine Beweissicherung zu veranlassen, damit ein bewohnbarer Zustand hergestellt werden kann.

Letzendlich meinte der Anwalt, dass er nun einen Gutachter herrufen will,

Käse. Das Gutachten wird ein Gericht ohnehin erneut beantragen, weil die von den Klageparteien eingebrachten Gutachten im Verfahren wertlos sind. Und den Gutachter müsstet ihr bezahlen, evtl. ohne es je zurückzubekommen. Ein Gutachten kostet in solchen Fällen locker € 5000.-- bis € 10000.--.

jedoch hat er betont, dass das bis zu nem halben dreiviertel Jahr dauern kann bis das Gutachten erstellt wird,

Ja, das ist richtig. Die Gutachter sind auf Monate ausgebucht.

in dieser Zeit dürfen wir auch nicht eine andere Firma rufen damit unsere Anlage ersetzt wird, weil dann nicht mehr feststellbar ist, wer jetzt die "Schuld" trägt. 

Logisch.

Vier Familien(eine mit einem Säugling) sollen jetzt einen Winter lang ohne Heizung hier leben.

Elektroöfen aufstellen als Zwischenlösung, oder eine mobile Heizung anmieten. Anders geht es nicht.

Wie ihr euch vorstellen könnt, ist da seine unzumutbare Situation für alle Bewohner des Hauses. Wir können auch nicht einfach sagen, dass alle bitte sich eine neue Bleibe suchen sollen, zum ersten, weil wir als die Vermieter das Problem beheben müssen theoretisch und auch weil wir die Raten von den Mieteinnahmen bezahlen.

Das Ganze wird auf einen jahrelangen Prozess hinauslaufen, bei dem Ihr letztlich in die Privatinsolvenz rutschen könnten bis es zu einem Urteil kommt. Sofern möglich, sprecht mit der finanzierenden Bank über eine Kreditaussetzung respektive Aufstockung, um die Zusatzkosten respektive Mietminderungen / -ausfälle bis wenigstens Sommer 2016 abzudecken. Die Klage sollte aber unverzüglich erhoben werden, um die Berufs-HP des Planungsingenieurs unter Druck zu setzen, sich auch zu bewegen und das Ganze nicht auszusitzen.

Wenn das nicht möglich ist, bleibt Euch m.E. nur der Weg in die Privatinsolvenz samt Zwangsversteigerung der Immobilie. Zumindest seid ihr dann nach 6 Jahren raus aus der Sache. Viel Glück!

den Anwalt wechseln wennd er sich nach solcher Erfahrung am Ende seiner Möglichkeiten sieht, einen anderen Anwalt suchen, der sich mit der Materie auskennt, z. B. mich oder einen entsprechend qualifizierten Kollegen und dann bei Gericht ein Beweissicherungsverfahren in die Wege leiten, denn das mit einer Klage bis zur Rechtskraft wird dauern.

Da bleibt nur heißes Wasser mit Wasserkocher, Heißen mit Radioator o.ä. Geräten, Waschen am Waschbecken und im Hallenbad duschen.

Wenn die andrne keinen Kontakt aufnehmen, hätte ich selbst zum Telefonhörer gegriffen auch bzgl. Gutachter - Willst Du dass was gescheit gemacht wird, mach es selbst. Beim Ing. habt ihr Euch auf ihn verlassen, statt selbst zu suchen, das wird man ihm schwerlich anlasten können von wegen Eigenverantwortung.

Also können wir auch selbst einen Gutachter rufen und das ganze würde schneller gehen dann?
Würde denn das Gutachten von einem von uns gerufenen Gutachter auch vor Gericht anerkannt werden?

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@Herbstnaechte

Naja ich hätte schon längst den Anwalt gewechselt, wenn der das nicht hinbekommt.

Solange de rgutachter gerichtlich zugelassen ist, ist das kein Problem, aber eben sehr teuer. Sprich Dich auf jeden Fall mit dem Anwalt ab, nicht dass dann zwei Gutachten erstellt werden und ihr die doppelten Kosten habt.

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@Herbstnaechte

Also können wir auch selbst einen Gutachter rufen und das ganze würde schneller gehen dann?

Nein.

Würde denn das Gutachten von einem von uns gerufenen Gutachter auch vor Gericht anerkannt werden?

Nein. Parteiengutachten dienen allenfalls der Vermeidung einer Klage respektive der Herbeiführung eines Vergleichs. Vor Gericht sind sie wertlos.

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