Was können die Gläubiger noch alles tun? Mein Mann hat ein Einfamilienhaus, das wir bewohnen, aber

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9 Antworten

Wenn wir Privatinsolvenz anmelden würden, würde das Haus versteigert, hieß es.

Eine Privatinsolvenz ist dazu gar nicht notwendig. Darauf was pfändbar ist, hat das Verfahren keinen Einfluss. Wenn ein Gläubiger eine vollstreckbaren Titel hat, was bei einer EV der Fall sein dürfte, kann er auch so das Haus vollstrecken lassen. Bei der Privatinsolvenz besteht da nur fast keine Alternative. Bei der EV ist es den Gläubigern überlassen, ob sie das Haus vollstrecken lassen oder nicht.

Da wir weder Geld- noch Sachwerte haben, hat mein Mann vor ein paar Monaten eine eidesstattliche Versicherung abgelegt.

Das Haus ist bei der EV natürlich auch anzugeben !

Die Bank hat als Sicherheit einen Eintrag im Grundbuch.

Das ist wohl Glück im Unglück und hält die Gläuber wohl von der Vollstreckung ab. Denn die Bank bekommt im Falle einer Versteigerung des Hauses das im Grundbuch abgesichtere Geld als Erstes. Ob da am Ende noch was übrig bleibt ist eher fraglich.

Ich selbst habe gar nichts, bin auch nicht im Grundbuch mit eingetragen, nur das HartzIV läuft auf meinen Namen und geht auf ein eigenes Konto von mir.

Beachten sie, das Sie und ihr Mann getrennte Vermögen haben. Sofern sich nicht aus dem Schuldverhältnis eine Gesamtschuldnerische Haftung ergibt. Eine Außnahme gilt nur bei Geschäften des täglichen Bedarfts (sog. Schlüsselgewalt).

Dementsprechend ist das Thema Privatinsolvenz bei Ihnen und Ihrem Mann getrennt zu betrachten.

Sie sollten unbedinkt über einen freihändigen Verkauf des Hauses nachdenken. Vermutlich ist das Haus nicht mehr zu retten. Warten verschlimmert nur ihre Situation. Gehen sie nach Möglichkeit zu einen Schuldnerberater. Außerdem müssen sie es mit der ARGE klären, da sie unmittelbar nach dem Verkauf "Vermögen" haben.

Eine geringe Chance besteht noch, wenn sie Teile des Hauses vermieten, und die Gläubiger die Miete pfänden.

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, ab welcher Größenordnung Gläubiger aufs Haus zugreifen können?? Ich meine, wegen z.B. 500 Euro wird doch keiner ein Haus zwangsversteigern lassen, oder ??

Eine Bagatellgrenze gibt es nicht. Man kann das Haus auch wegen 2,50€ versteigern lassen. Aber wenn das Haus durch die Hypothek schon überschuldet ist wird sich das jeder 3 mal überlegen. Er muß ja erstmal die Versteigerungskosten vorstrecken.

Die Bank hat die Wahl, ob das Haus mit oder ohne Hypotek versteigert werden soll. D.h. es gibt zwei Möglichkeiten.

1.) Gesamtversteigerung, und die Bank betreibt die Versteigerung mit und bekommt ihr Geld vorrangig aus dem Ersteierungserlös. (Davor kommen aber Abgaben und die vorgestreckten Verfahrenskosten.)

2.) Die Bank läßt die Hypothek bestehen, dann muß der Erwerber die Hypothek ablösen, d.h. zahlen.

Da die Hypotekenzinsen von der Arge gezahlt werden, dürfte das Interesse der Bank ein einer Versteigerung recht gering sein. Läßt die Bank aber die Hypothek bestehen, dann besteht für den der die Zwangsvollstreckung betreibt sogar die Gefahr, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

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Wenn d ie Bank eine Grundschuld auf dem Haus hat, müsst ihr sehen, dass diese immer wenigstens ihre Zinsen bekommt., Das Jobcenter würde ja Kosten für das Haus (also auch Zinsen) als Kosten der Unterkunft übernehmen. Ansonsten habt ihr zu Dritte einen Pfändungsfreibetrag. Wenn man euch unter diesen Betrag pfändet, ist das illegal. Quasi würde sich der Gläubiger ja von der Allgemeuinheit bezahlen lassen. Durch die Rente deines Mannes ändert sich nicht wirklich etwas. Die wird ja auf euren Hartz IV Anspruch verrechnet.

Hallo und danke für alle Eure Antworten!!! Da ich hier neu bin, weiß ich noch nicht so genau, wie alles funktioniert! Ich wollte mich gerne allgemein für alle Antworten bedanken!!! Wo und wie kann ich das ?? Liebe Grüße maxundanka

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Eine eidesstattliche Versicherung hindert keinen einzigen Gläubiger daran, trotzdem "nette" Briefe zu schreiben und zu hoffen, daß ihr irgendwas bezahlt. Manchmal leihen sich ja auch welche was von ihren Verwandten oder so, um Schulden zu bezahlen. Die denken sich auch: Probieren kann man ja mal, vielleicht haben wir Glück und es kommt noch was!

Die EV ist nur dazu da, eure Vermögensverhältnisse offen zu legen. Selbstverständlich können die Gläubiger, wenn es Ihnen denn so viel wert ist, die Zwangsversteigerung eures Hauses ins Auge fassen. Selbstverständlich würde dann erst mal die Bank ausbezahlt, da sie im Grundbuch steht, aber vielleicht gibt es ja noch einen Rest, der irgendeinem Gläuber reichen würde. Da ihr die EV abgegeben hat und nicht zahlen könnt, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichikeit demnächst die Zwangsversteigerung auf euch zukommen. Was anderes ist bei euch ja nicht mehr zu holen!

Ihr solltet euch wirklich Hilfe holen, sonst bleibt ihr ewig diesem Druck der Schuldenlast ausgesetzt. Und für euren Sohn ist es besser, wenn er eine wirklich gute Ausbildung bekommt, dann ist er nämlich in der Lage, sich sein eigenes Vermögen zu schaffen! Das ist viel mehr wert, denn wenn er einen guten Beruf und damit ein gutes Einkommen hat, ist ihm mehr geholfen, als wenn er euer klein Häuschen bekommt, wo er vielleicht später sowieso nichts mit anfangen kann, weil er beruflich ganz woanders lebt!

Mit dem Offenbarungseid habt ihr 3 Jahre Ruhe und dann müsst ihr gegebenenfalls den nächsten Offenbarungseid für weitere 3 Jahre leisten. Ich würde euch dringend empfehlen, eine Schuldnerberatung auf zu suchen. Die ist kostenlos und dort könnt ihr euch Rat holen. Die setzen sich auch mit den Gläubigern in Verbindung wenn es nötig ist.

3 Jahre Ruhe ? Du bekommst nur keinen neuen Besuch vom Gerichtsvollzieher ! Selbstverständlich müsst Ihr euer Vermögen zum Bezahlen der Schulden einsetzen. Nach "Wollen" geht es nicht. Du kannst auch nicht Teilvermögen "für den Sohn" zurückhalten. Das heißt, dass auch das Haus eingesetzt werden muss. Wenn Ihr das nicht freiwillig macht, wird irgendein Gläubiger die Zwangsversteigerung beantragen.

Was ich nicht verstehe ist: Wenn dein Mann erwerbsunfähig ist, warum kannst du dann nicht arbeiten ?

Wenn die Schulden aus einem Geschäft also einer Selbständigkeit kommen, dann muss doch nicht zwangsläufig mit dem Privatvermögen gehaftet werden, oder? Das kommt doch auf die Gesellschaftsform an.

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@schlumpi2705

Wenn die Schulden aus einer anderen Rechtsform stammen, sind es nicht die eigenen Schulden. Wäre also kein Thema ! Und bei einem Einzelunternehmen gibt es keinen Unterschied zwischen Privat und Betriebsvermögen.

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@schlumpi2705

Dies gilt aber nur, wenn die Gewerbetätigkeit über eine juristische Person (Gmbh) gelaufen ist. Da lässt sich die Bank aber nicht darauf ein. Deswegen will sie ja die Grundbucheintragung- Dann ist man auch wieder in der persönlichen Haftung.

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Ihr solltest schleunigst zu einem Schuldnerberater, am besten bei einen öftentlichen Träger so wie Charitas, Arbeiterwohlfahrt oder Diakonischeswerk. Die Gläubiger können euch das Haus pfänden, das geht zwar nicht von heute auf morgen aber doch einiger maßen schnell.

Solange ihr Schulden habt müßt ihr auch mit "Belästigungen" von Gläubigern rechnen.Wenn dein Mann zuhause ist kannst du doch arbeiten gehen. Beim VDK kannst du Rechtsberatung bekommen. http://www.vdk.de

woher kommen denn die etlichen Gläubiger? Beim Amtsgericht könnt ihr Euch für 10 Euro einen Rechtsberatungsschein besorgen. Dann Termin beim Anwalt machen, hingehen und beraten lassen.Bekommt ihr denn Wohngeld? Steht Euch auch beim Eigenheim zu

Du könntest dir eine Arbeit suchen. Bei einem 13-jährigen Sohn sollte das kein Problem sein, zumal der Mann ja zu Hause ist.

Ich weis nicht wiso, aber zwischen den Zeilen gelesen, mein ich, daß ihr Mann ein Pflegefall ist.

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@Schlumpfine66

es hört sich für mich an, als wäre er auf grund seiner erkrankung nicht mehr arbeitsfähig und bekommt invalidenrente, die ist niedriger wie die reguläre rente

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@iris66

Hallo und danke für alle Eure Tips. Ich kann zur Zeit nicht arbeiten gehen, weil ich meinen Mann pflegen muß und auch mein Sohn zur Zeit gesundheitliche Probleme hat. Leider haben wir die Rente noch nicht trotz Sozialgericht und VDK. Das Verfahren läuft immer noch ... Die LVA will einfach nicht zahlen, weil mein Mann erst 57 ist. Mit seinen 70% Schwerbehinderung könnte er mit 60 sowieso in Rente gehen. Uns fehlen also die drei Jahre.

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@maxundanka

Die 70 % Behinderungsgrad sagen ja noch nichts über die Arbeitsfähigkeit. Ein Blinder z. B. ist zu 100 % behindert kann aber einen vollen Arbeitsplatz ausfüllen.

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