Was kann/muss die Gesellschaft für eine gute Integration von Migranten tun?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo H.,

da ich in diesem Bereich arbeite, kenne ich mich recht gut aus.

Das Feld was die Gesellschaft betrifft ist ja riesig! Das kann Deine Schwester unmöglich alles in die Arbeit reinbringen!!! Vielleicht kann man dazu ein paar Sätze in der Einleitung schreiben, aber wirklich darauf eingehen?!

Da geht es ja um Bleibeperspektive (ganz wichtig!!!), finanzielle Versorgung, Zugang zu Bildung (Sprach- und Integrationskurse, Kindergärten, Schulen, Ausbildung, Fachschulen, Universitäten), Wohnen, Zugang zum Arbeitsmarkt, Zugang zum Medizinsystem, Zugang zu Beratung (Flüchtlingsberatung, Migrationsberatung, Erziehungsberatung) und jeder dieser Punkte hätte noch dutzende Unterpunkte. Man könnte auch hunderte Seiten diskutiren, was schon gemacht wird und woran es noch hakt.

Für Erzieher:

Prinzipiell eine offene, aufgeschlossene Grundeinsteillung von Leitung und Team und gleichzeitig eine gute Kommunikations- und Konfliktkultur im Team - dafür braucht man eine kompetente und gut ausgebildete Leitung

Sehr viel Tolleran, Geduld und Einfühlungsvermögen 

Es wäre sehr gut, wenn es Erzieher mit Migrationshintergrund, Sprachkenntissen oder speziellen Kentnissen (z.B. zu Religion, Kultur, Traumatisierung) gäbe.

Eingehen auf Essenswünsche bzw.Organisation dass Rücksicht genommen werden kann

Vorlesestunden oder Kinderliedersingen durch Muttersprachler einbauen

Projekte zum Thema

Material zum Thema (z.B. Bilderbücher)

Kinder anregen von iher Heimat zu erzählen oder z.B. dazu Bilder zu malen und darüber zu sprechen, was in Dtl. anders ist

Aus meiner Sicht sehr wichtig: Viele geflüchtete Kinder sind traumatisiert, zum Teil schwerst. Die Erzieher sollten sich dessen bewust sein und zu dem Thema fortbilden! Traumatisierung kann natürlich auch einheimische Kinder betreffen. Es soll ca. jedes 10. Kind Opfer von Sexuellem Missbrauch sein. Erzieher müssen Grundlagen zum Umgang mit traumatisierten Kindern wisssen!

Angemessen Raum geben über Fluchterfahrungen oder schlimme Erlebnisse zu sprechen

Organisation von kultursensibler Erziehungsberatung - z.B. Kooperation mit Erziehunsberatungsstelle

Vielleicht Informationsveranstaltungen für Eltern organisieren

Integrationsveranstaltungen organisieren wie z.B. internationaler Grillabend, internationales Frauenkafee, internationale Volkstanz-Gruppe, gemeinsame Ausflüge

Eingehen auf Feiertage von verschiedenen im Kindergarten anwesenden Kulturen - z.B. Kindern die Möglichkeit geben darüber zu sprechen oder diese Feste auch im Kiga zu feiern oder zu spielen.

LG, Hourriyah

Wenn ich das alles lese, frage ich mich ernsthaft, wer wohin integriert werden soll! Das was hier aufgezählt und wahrscheinlich ja auch irgendwo schon praktiziert wird, integriert niemanden, sondern schafft kleine Inseln, praktisch kleine Staaten in unserer Gesellschaft und dient der Förderung ewiger Konflikte!

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@RBMannheim

Willst du, dass Migranten sich integrieren, oder willst du, dass sie uns kopieren? Dass im Kindergarten für uns selbstverständliche Angebote existieren ist ja wohl klar. Dass sich nicht nur die Zuwanderer mit unserer Kultur beschäftigen, sondern wir uns auch mit ihrer, trägt ungemein dazu bei, dass sie sich willkommen und respektiert fühlen, und das wiederum fördert den Willen zur Integration.

Ich bin sehr dankbar für diese Antwort, davon können wir sehr viel verwenden.

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@RBMannheim

@RBMannheim

Durch Verständnis, Rücksichtnahme und Entgegenkommen bauen wir Brücken, auf denen die Migranten dann zu uns kommen können.

Inseln bilden sich dort, wo man sagt "Die Einwanderer haben sich uns anzupassen", denn gerade dann schaffen sie sich ihre Inseln.

Wird z.B. im Kiga nicht die Möglichkeit geboten, dass die Kinder kein Schweinefleisch essen müssen, werden muslimische Eltern ihre Kinder entweder so lange wie möglich zu Hause behalten oder in islamische Privatkindergärten bringen. Das behindert die Integration definitiv.

Haben die Kinder im KiGa keine Gelegenheit sich mit dem Einzubringen, was sie sind, was sie mitbringen (z.B. durch die von mir genannten Vorschläge) werden sie sich auch zurück ziehen und nicht einbringen.

Wenn man von Integration keine Ahnung hat, sollte man nicht auf Antworten von Leuten rumhacken, die sich auskennen! Wo ist überhaupt Deine Antwort?!

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Die Leute mehr über die Kulturen informieren und Einblicke geben, z B könnten Erzieher und Erzieherinnen so in der Art spielerische Projektwochen machen wo man sich jede Woche mit einer Kultur befasst, Geschichten vorlesen, typische Gerichte gemeinsam kochen usw.

m.E. genau der falsche Ansatz. Man sollte sie zuvörderst über die eigene Kultur aufklären und sie für sie zu begeistern suchen. Alles andere führt zu Relativismus und trägt letztlich wenig dazu bei, den Willen zur Integration zu fördern.

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Ja, über die deutsche Kultur. Exkursionen zu bedeutenden deutschen historischen Gebäuden, deutsche Märchen und Mythen erzählen, am besten in der jeweiligen Region angesiedelte oder Museumsbesuche, wo man z.B. eine Ausstellung über die Expressionisten besucht und dann im Kindergarten oder der Schule die Aufgabe stellt, eines davon nachzumalen. Das kulturelle Zentrum ihres Denkens soll am Ende die deutsche Kultur sein und nicht ein gut gemeintes buntes Allerlei, das von gewissen Ideologen forciert wird, aber nichts Integratives mit sich bringt und bringen kann. Ihre eigenen Kulturen kriegen sie schon zu Genüge bei ihren Eltern und in ihrem sozialen Umfeld mit. Es muss also in erster Linie um Identitätsstiftung gehen, da Integration am Ende heißen muss: "Ich fühle mich in erster Linie Deutschland verbunden" und nicht "Ich bin Türke, Muslim, und wenns sein muss und es um Sozialleistungen geht Deutscher". Wohin letzteres führte, ist ja bekannt. Es geht jetzt darum zu schauen, wo man bei Kindern ansetzen und aus vergangenen -wie gesagt: gut gemeinten- Fehlern lernen kann, damit es das nächste mal nicht noch einmal scheitert.

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@EastClintwood2

Was ist denn deutsche Kultur? Das Hermannsdenkmal oder Auschwitz? Marlene Dietrich oder Heinrich George? Benenn das doch mal konkret.

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@AalFred2

Ich habe mal in GF ,die Frage gestellt...was ist die deutsche Kultur????

600 Augen haben es gelesen.40 Antworten.Unzählige Kommentare...Außer fleißig und ehrgeizig,sauber gewissenhaft,gab es keine  einzige klare Antwort.

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Das Problem ist auch, dass die Deutschen selber und nicht zuletzt deutsche Pädagogen ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihrer Geschichte und Identität haben und genau jene ansteckende Begeisterung für die eigene gewachsene Kultur nicht vermitteln können, die es gerade bei Kindern bräuchte (weil gerade bei ihnen die Neugier noch am ausgeprägtesten ist), die sich integrieren möchten (und sich aufgrund des Relativismus der Einheimischen fragen "in was denn genau?").

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ich schließe in meiner Aussage die deutsche Kultur natürlich mit ein. Allerdings finde ich es nicht richtig sich ausschließlich mit der deutschen Kultur zu befassen da ja auch die Gruppen der Kindergärten usw vermutlich gemischt sind. die Idee mit den Besuchen bedeutender historischer Gebäude find ich gut

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Integration beruht auf gegenseitigem Interesse, Respekt und entgegen kommen.
Immer nur nur  verlangen führt nur zu mehr distanzierung.

Wenn die Gesellschaft die "fremden" mehr persönlich Kennenlernen würden als über ZDF oder Bild, dann klappt es auch besser mit der Integration.

Es verhält sich ähnich wie bei einem Puzzle. Ein Puzzleteil muß passen und an der richtigen Stelle eingefügt werden. Ein Nachhelfen mit der Schere nimmt der Sache den Sinn.

Die Gesellschaft kann Möglichkeiten bereitstellen, aber integrieren muß sich jeder selbst. Wer dazu paßt, hat gewonnen, und wer nirgends dazu paßt, wird sich auch dann nicht wohlfühlen, wenn man mit der "Schere" nachhilft.

Hallo D.,

Dein Vergleich hinkt. Du hast Recht, dass ein Puzzel und seine Teile nicht veränderbar sind. Aber sowohl Gesellschaften als auch Menschen verändern sich ständig.

Es ist auch nicht so, dass Fremde wie fehlende oder überflüssige Teile in eine vorgefertigte Gesellschat rein kommen, sondern die Gesellschaft verändert sich bereits dadurch, dass sie dazu kommen.

Wo Du recht hast ist, dass manche Menschen sich problemlos integrieren und anderen das nicht gelingt. Das manche mehr motiviert sind und manche weniger. Und dass man Integration nicht erzwingen kann.

Vielleicht wolltest Du das sagen?

LG, Hourriyah

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@hourriyah29

Egal, wie sich die Gesellschaft verändert oder nicht, was dazu kommt, muß auch dann passen. In einem Puzzle passen üblicherweise alle Teile, auch wenn das Suchen und Einfügen schwierig ist. Was wirklich nicht paßt, gehört zu einem anderen Puzzle.

Menschen sind keine Puzzleteile, sondern Menschen sind formbar. Doch ich meine, jeder muß sich selbst formen. Andere auf Biegen und Brechen umstricken wollen, kann nur schief gehen. Demzufolge gehört eine Menge guter Wille des Einzelnen dazu, innerhalb des Volkes in Form von Bereitstellung der Möglichkeiten (damit Migranten passen können bzw. sich anpassen können), und bei Migranten die Bereitschaft, sich anpassen zu wollen, aber auch die Fähigkeit, es zu können.

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Ohne das wir Flüchtlinge integrieren,klappt keine Integration. Selbst wenn der Neubürger  interessiert und willig sind.

 Uns ,15000 Einwohner 388 Flüchtlinge wurde klar,dass wir mit ihnen leben wollen und nicht ,eine gefrustete Randgruppe unter uns ertragen wollen.Wir wollten modern ,aufgeschlossen und nicht zu Angstbürgern und Wutbürgern zählen.Wir wollten es anders machen,als 1960 mit den Türken.

Wir stellen jeden Neuankömmling einen Begleiter zur Verfügung.Ihm wird alles gezeigt,wo ist was...

Wer möchte,nimmt jemand in seiner Familie auf,wie wir. Es gibt eine Woche erholen für die Neuen,dann müssen sie die Deutschkurse besuchen,die die pensionierten Lehrer absolvieren.Ob sie die Erlaubnis zum bleiben bekommen,einen Integrationskurs besuchen dürfen,wann die Papiere kommen ,ist uns egal.Sie sind gelañgweilt,deppressiv und einsam.Die Euphorie in dem golden Land angekommen zu sein,verflogen.

Lässt man sie jetzt in der Bude hocken,gelingt keine Integration.

Also auf die Füße treten fördern und sie wissen lassen,dass sie mitten drin stecken und es erwartet wird ,sich zu engagieren.Es gibt natürlich viele Begenungfeste,ein Hartz4 Kaufhaus für jeden Bezieher.Sie halten sich für sehr wichtig,für ein willkommendes Mitglied der Gesellschaft. Die jenigen die sich in der Kammer vor Christen isolieren wollten haben wir auch gehabt,doch die Dolmetscher haben tagelange Gespräche geführt und alle sind zurück.Sie konnten sich mit der Emazipation,mit der Freiheit und Demokratie nicht anfreuden.

Fazit nach 2 Jahren.

Alle können sehr gutes Deutsch,auch die Frauen.Alle Ü45 Männer arbeiten.Alle bis 18 jährigen sind jetzt in der Oberstufe.Die Ü18 machen eine Ausbildung ab August oder fangen im September die Uni an.

Nach einem halben Jahr einer bei der Feuerwehr,nach einem Jahr ,2 bei Johanniter. Ab August Ausbildung zum Notfallassistent.

Ohne uns,kein so großen positiver Erfolg.

Wichtig als Erzieherin einen Info- und Kennenlern- abend.Die Vorurteile sind unter den Eltern und Erzieher teilweise riesig.Den Kinder niemals das Gefühl geben ,unsere Kultur,wäre die bessere.Das ist sie nicht...nur anders.Und deshalb VON seiner Kultur erzählen lassen.

Von dem Familienbund,der Gastfreundschaft und die heilige Ehe und Familie können wir viel lernen,sie ist teilweise in unserer Kultur verloren gegangen..

Ich finde euer Engagement wahnsinnig toll. Wir haben das in einem Teil des Textes mal als Beispiel für gelungenen Einsatz und gelungen Integration erwähnt.
In welcher Stadt lebst du denn, wenn ich fragen darf?

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