was kann man gegen overloads machen?

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3 Antworten

Das ist individuell verschieden.
Wichtig ist, dass du deine individuellen Auslöser findest und dagegen Strategien entwickelst. Und lernst, sie so früh wie möglich zu bemerken, um rechtzeitig handeln zu können, zum Beispiel auch rechtzeitig Rückzug suchen zu können, und sei es nur kurz auf der nächstgelegenen öffentlichen Toilette oder sowas.

Hilfsmittel können zum Beispiel MP3-Player und Ohrstopfen gegen akkustische Reize und Sonnenbrille gegen visuelle Reize sein.
In der Öffentlichkeit ist Stimming ja so eine Sache, aber ein Knautschball oder Handschmeichler in der Tasche ist recht unauffällig und kann ggf. hilfreich sein.

Ich mag diesen Blogbeitrag dazu ganz gerne:
http://blog.realitaetsfilter.com/2012/12/05/ueberlebenspaket/

Finde heraus, was die Auslöser sind.

Bei mir ist es Sonnenlicht- ich habe eine Brille, die sofort dunkel wird, sobald ich an Tageslicht komme. Bei Sonnenschein ist sie fast schwarz. Wenn Du keine Brille trägst, nimm eine Sonnenbrille.

Geräusche waren es auch- ich habe damals in Deinem Alter immer Kopfhörer auf gehabt. Ich habe meine Musik gehört.

Wenn Du Menschenansammlungen nicht vermeiden willst oder kannst, geh mit engen vertrauten Menschen hin. Ich raste kaum aus, wenn andere dabei sind. Meine Mitmenschen wissen, dass ich bei akuten Anremplern an die Seite gehe und etwas Ruhe brauche.

Gerüche- meine Parfübatelungen usw.

Du musst selbst herausfinden, was bei Dir welche Reaktion auslöst. Je älter man wird, desto besser kompensiert man. Aber desto mehr staut sich, so ist die ursache eines Overloads neben äußerer Faktoren wie Licht und Geräusche auch emotionale Überforderung usw.

Hallo IchBinEinNichts,

ich weiß nicht wie alt du bist und kann daher deine Lebenserfahrung nicht einschätzen.

Ich bin schon im 7. Lebensjahrzehnt und habe im Laufe meines Lebens mich selbst intensiv beobachtet, also Releflexion durchgeführt. Auf diese Weise kann man allmählich, eine ausreichende kognitive Leistungsfähigkeit vorausgesetzt, seine Grenzen erkennen und so schon vorher Maßnahmen ergreifen, dass es gar nicht zum Overload kommt. Das hilft meistens - sicher nicht immer; also mit gewissen Overloaderlebnissen wirst du immer rechnen müssen. Aber es ist ja schon viel wert, wenn man diese Situatuon in ihrer Häufigkeit zumindest reduzieren kann.

In der Pupertät sind diese Overloads bei den meisten Autisten gehäuft; das ist / war zumindest bei den über 200 Autisten so, die ich inzwischen persönlich kennen gelernt habe. Mit dem Erwachsensein stabilisiert sich das meistens. So hast du ja gute Chancen, deine Problematik in den Griff zu bekommen.

IchBinEinNichts 09.06.2014, 14:34

Bin jetzt 18, also kann es sein dass sich meine Situation so in ein paar jahren stabilisiert (also ich mein ja nicht dass es völlig weggeht, aber dass es besser wird)? Werde natürlich auch in Therapie gehen müssen, aber gewisse Sachen können tatsächlich von selbst "ausheilen"? Und diese selbstreflektion, da habe mich auch schon damit beschäftigt, doch stehe leider erst am Anfang.

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WPOAS 09.06.2014, 17:06
@IchBinEinNichts

Mit einem Alter von 18 Jahren steckst du mitten in der schwierigsten Phase.

Reflexion kann und muss man tatsächlich erst lernen - und das können nicht alle! Dazu ist deine Frage hier aber ein guter Anfang. Ein guter, mit Autismus vertrauter Therapeut kann dabei sicher helfen.

Aber "ausheilen" wird da nichts, sondern man lernt zu kompensieren, man erkennt und übt Strategien, die helfen, das Problem zu überwinden.

Es hilft auch, sich mit anderen erwachsenen, also geübten Autisten auszutauschen. Auch das Lesen von Erfahrungsberichten hilft:

siehe meine Website www.as-tt.de

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