was kann man gegen mein spezielles stottern tun?

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3 Antworten

Die Symptomatik, die Du zeigst, ist übrigens gar nicht so "speziell". Insbesondere gibt es keine Art von Therapie, die direkt auf eine bestimmte Art von Stottern zugeschnitten ist. Was natürlich ganz individuell berücksichtigt werden muss, ist die psychische Verarbeitung des Stotterns, weil die sich tatsächlich von Stotterer zu Stotterer sehr stark unterscheiden kann.

Zur Antwort von Androctonus kann ich sagen, dass es für Stotterer gar nicht so schwer ist, ohne Stottern zu sprechen. Man braucht nur sein Sprechen genügend stark zu verändern (in Lautärke, Sprechmelodie, Geschwindigkeit, Gebrauch von Pausen, Stimmqualität). Das sind die Variablen, die in der Sprechwissenschaft als "Prosodie" bezeichnet werden. Genügend stark veränderte Prosodie hat flüssiges Sprechen zur Folge. Das kann jeder Stotterer leicht selbst ausprobieren. Wenn man ganz konsequent jede Silbe auf den Schlag eines Taktgebers (Metronom, Klatschen in die Hände - am besten klatscht ein anderer) spricht, stottert man nicht mehr. Dasselbe gilt für sehr lautes Sprechen, sehr langsames Sprechen.

Was "genügend anders" heißt, möchte ich an einem Beispiel erklären: Wenn man langsamer spricht, wird das Sprechen fast immer (etwas flüssiger). Wenn dann noch Stottern vorkommt, halbiert man die Sprechgeschwindigkeit. Wenn dann noch Stottern vorhanden ist, halbiert man die Geschwindigkeit noch einmal, d.h. man spricht vier mal so langsam wie am Anfang. Wenn das noch nicht reicht ... usw. Wenn man dann pro Sekunde (oder pro zwei, vier, acht ... Sekunden) nur langgezogen jeweils ein Wort spricht, ist alles Stottern weg.

Auf diesem Prinzip beruhen eine große Zahl von Stottertherapien. Man bringt den Patienten am Anfang eine mehr oder weniger stark "verfremdete" Sprechweise bei, in der das Sprechen zwar sehr "seltsam" klingt, das aber vollkommen stotterfrei ist. In der Regel wenden die Betroffenen diese Sprechweise nicht an, und müssen sich dann von den Therapeuten anhören, dass sie unmotiviert, faul und widerständlich (Festhalten an der Krankheit) sind.

Man sieht: Die Sache ist nicht so einfach. Deswegen gibt ein eine Reihe von Therapeuten, die nicht mehr das Hauptziel verfolgen, das Stottern "weg" zu machen (Therapieziel null Stottern), sondern das Hauptziel ist, das Stottern so zu verändern, das es für den Betreffenden und seine Zuhörer leicht erträglich ist. Für den Stotterer ist es vor allem wichtig, das entsetzliche Erlebnis des Kontrollverlustes (und damit der Sprechangst, besser: Stotterangst, zu beseitigen oder abzumildern.

Das Sächseln ist höchstwahrscheinlich kein Problem - eher im Gegenteil. Die hartnäckige Bemühung um eine Aussprache und Prosodie des dialektfreien Sprechens kann auch eine Form des veränderten Sprechens sein, die zu verbesserter Sprechflüssigkeit führt.

Wer hilft? Logopäden, die auf Stottern spezialisiert sind. Merke: "Spezialisten leisten Besonderes." Anfragen in Foren sind auch gut, aber nur als erster Schritt.

Deine Symptomatik nennt man tonisches Stottern. Lösungen: Entweder den weichen Stimmeinsatz üben oder eine Atem- und Sprechtechnik anwenden. Beides kann man lernen. Mit Atem- und Sprechtechniken habe ich viele gute Erfahrungen sammeln können. Ich habe früher selbst sehr stark gestottert. Meist ähnlich wie Du.

Unter dem Link http://www.stop-stottern.de/forum/stottern/besprechung/zwerchfell-animation-190/ findest Du eine Anleitung. Sie ist zwar nicht gut strukturiert, weil es einzelne Beiträge sind, aber ich denke, Du kannst was damit anfangen. Richtig angewendet funktioniert das nahezu hundertprozentig. Wenn Du Fragen dazu hast, dann melde Dich in dem Forum an und schreib mir oder stell Deine Fragen ins Board. Mein Username dort ist "Hans".

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg.

Da geht man zu einem Logopäden und macht einen Kurs. Das dauert meist gar nicht lang, und man spricht ohne zu stottern. Man sollte da so frühzeitig wie möglich machen, desto schneller lernt man es.

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