Was kann man gegen ein Monopol unternehmen?

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2 Antworten

Das ist ne Glaubensfrage ;-). Die erste Frage die sich stellt, ist das Monopol effizient? Also ist die Wohlfahrt bei einem Monopol maximiert? Wenn ja, ist es eigentlich nicht sinnvoll (gesamtwirtschaftlich gesehen) dieses Monopol aufzubrechen. In der Theorie ist ja bekanntermassen der freie Wettbewerb/Markt die beste Lösung. Jedoch gibt es viele Bereiche, die natürliche Monopole sind (Eisenbahn, bzw. genauer das Schienennetz, man kann nicht 5 verschiedene Gleise nebeneinander bauen).

Gegen Monopole (Kartelle/Kartellabsprachen sind ja eigentlich in den meisten Ländern verboten und dagegen kann auch rechtlich vorgegangen werden) kann man nicht so einfach etwas machen. Bei einem natürlichen Monopol, kann man z.B. den monopolistischen Teil zwangsabspalten und dann könnte sich ein Wettbewerb entwickeln. jedoch hat der bisherige Monopolist immer einen Grössenvorteil, der eigentlich nicht einholbar ist.

Üblicherweise wird gegen Monopolsiten mittels Regulierung vorgegangen. Das kann z.B. eine Trassenvergabestelle bei der Bahn sein oder eine Kommission, welche die Preise bei den Elektrizitätsversorgen überwacht/reguliert.

Eine Verstaatlichung ist selten eine Lösung für dein Problem. Welcher Staat will schon ein Unternehmen übernehmen um dann Geld reinzupumpen.

Hab den Artikel jetzt nicht gelesen, aber ich nehm an, Swatch hat einfach eine Übermachtsstellung? Dagegen kann man nur sehr schwer etwas sinnvolles machen. Einerseits handelt es sich bei mechanischen Uhren sowieso um ein Luxusobjekt, was eine Regulierung meines erachtens von vornherein obsolet macht. Andererseits kann eine Firma, die wirklich eine Vormachtsstellung hat grundsätzlich billiger (Grösseneffekte) produzieren. Sollte man nun ihren Marktanteil verkleinern, würde ihre Produktion teuerer werden und die Konkurrenz könnte ja auch nicht billiger produzieren. Nun wäre es zwar möglich, dass dadurch der Preis fallen würde, aber das ist absolut nicht sicher, es kann sein, dass dann alle auf einem teuerern Niveau produzieren.

Ein klassisches Bsp. zur Regulierung wären Price Caps, dabei legt eine Regulierungsbehörde eine Preisobergrenze für ein Produkt fest. Das würde dann den Preis senken. ZU mehr Konkurrenz würde es aber nicht führen. Ausserdem sind solche Preisfestlegungsprozesse extrem schweirig und KOSTEN eben auch.

Ein Luxusgut wie dieses rechtfertig meines Erachtens keine Regulierung. Dafür ist das Marktsegment einfach zu klein und auch aus sozialer oder politischer Sicht nicht relevant.

Ich hoff, ich hab mich einigermassen verständlich ausgedrückt, aber Regulierung ist ein sehr schweiriges Gebiet und es gibt dabei auch nicht diese eine korrekte Lösung.

FeaRBieR 25.02.2011, 08:00

Danke dir für diese klasse Antwort. Erklärt wieso mir kaum was sinnvolles eingefallen ist ;)

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Mit wem sollen denn Monopole Preise absprechen? Du meinst Kartelle. Naja, solange es keine staatlichen Monopole sind, ist doch jeder frei ein Konkurrenzunternehmen zu gründen! Seit das Monopol der dt. Post gefallen ist, gibt es doch andere Postdienstleister zB. Telekom dito. Bedenke, dass der Artikel 8 Jahre alt ist. Seit dem hat sich ne Menge geändert.

FeaRBieR 24.02.2011, 19:41

Ok, Kartelle triffts wohl besser. Ich hatte regionale Monopole im Kopf, die sich aus einem Oligopol entwicklet, in dem die Preise abgesprochen werden.

Na sicher hat sich in den 8 Jahren was entwickelt, aber ähnliche Fälle gibt es sicher auch noch heute.

Konkurrenzunternehmen, die neu auf den Markt kommen und denen das Know-How fehlt, werden sich nicht durchsetzen können. Daher müsste man sie subventionieren, doch kann der Staat das einfach so? Subventionen sind ja eher üblich um Unternehmen in wirtschaftlich schwache Regionen zu locken oder zukunftsorientierten Unternehmen eine Chance zu geben.

MfG

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boingsel 24.02.2011, 19:52
@FeaRBieR

Naja aber so richtig gibt es kaum Monopole, wo der Verbraucher jetzt krasse Nachteile hat. Daher hat der Staat auch kein Interesse das zu subventionieren. Luxusprobleme und so.

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