Was kann man gegen den Drang, sich zu Ritzen, machen?

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6 Antworten

Hallo :)

Ich hoffe zwar, dass du inzwischen schon eine mögliche Lösung für dein Problem gefunden hast, dennoch habe ich noch ein paar Tipps dafür, wie man mit akuten Stresssituationen umgehen sollte, in denen man sich selbstverletzen möchte.

Das Wichtigste eigentlich, das man Vorneweg wissen sollte, ist, dass man mehrere Dinge (so genannte Skills) hintereinander ausprobieren muss (so genannte Skill-Ketten).
Was bei wem hilft, das ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, dem Einen hilft das, der Nächste kann damit gar nichts anfangen. Wichtig ist, dass man sich nicht entmutigen lassen darf, wenn das Erste, was man probiert, nicht gleich klappt. Wie auch immer, hier sind meine Skills:

Sich ablenken:
- Jemanden anrufen, Jemanden besuchen, ins Kino gehen, Sport treiben, Fernsehen, etwas schreiben, You-Tube-Videos anschauen
- Jemandem etwas schenken, etwas Schönes für einen anderen Menschen tun
- (fröhliche) Musik hören, Comics lesen, eine lustige Fernsehsendung anschauen
- Etwas lesen, Rätsel lösen, leise rückwärts zählen, sich auf einzelne Farben in Bilder konzentrieren
- Mit der anderen Hand schreiben (z.B. links statt rechts), jonglieren
- Eis in die Hand nehmen, etwas Scharfes schmecken, Wechselduschen, Kieselsteine in die Schuhe legen, einen Igelball drücken, eine Brausetablette lutschen, ein Gummiband am Handgelenk tragen, daran ziehen und loslassen
- Sich in Gesellschaft von anderen Menschen begeben

Sich beruhigen:
- Einen Sonnenuntergang ansehen, ein Bild/Poster genau betrachten, aufräumen, die Natur betrachten, an einem schönen Ort spartieren gehen
- Das Lieblingslied singen, auf Naturgeräusche achten (Vögel, Regen)
- Creme sorgfältig auftragen, Parfum benutzen, eine Duftkerze anzünden, Kochen/Backen
- Etwas Leckeres Essen, ein warmes Getränk trinken, Achtsam eine einzige Sache essen, wirklich schmecken, was man isst
- ein Tier streicheln, sich massieren lassen, ein Bad nehmen, die Haare gründlich bürsten, jemanden umarmen

Den Augenblick verändern:
- sich etwas Angenehmes vorstellen, sich an schöne Erlebnisse erinnern
- Tief und bewusst atmen, Entspannungsübungen machen, den Gesichtsausdruck bewusst verändern
- Die schmerzhafte/stressige Situation vorübergehen wegschieben, sich eine Mauer vor dem Schmerz vorstellen
- Die Aufmerksamkeit in der schmerzhaften Situation auf alle positiven Aspekte richten, die man finden kann
- sich gemütlich zurückziehen, eine Pause nach Arbeit machen, Zeit im Freien verbringen
- sich selbst Mut machen ("ich kann es aushalten", "es wird vorbeigehen", "ich werde es schaffen")
- sich an einen inneren sicheren Ort begeben

Anderes:
- Pro und Contra von Selbstverletzung auf kurze und lange Sicht abwiegen
- Entgegen dem Gefühl handeln (z.B. Obwohl man lieber zu Hause bleiben möchte, beispielsweise einkaufen gehen)

Dann gibt es noch eine Übung, die mir persönlich sehr hilft. Die Übung besteht darin, dass man als erstes drei Dinge aufzählt, die man sieht (z.B. ein Poster an der Wand), dann drei Dinge, die man hört (z.B. Autos, die vorbeifahren) und schließlich drei Dinge, die man (körperlich) fühlt (z.B. Den eigenen Arm, der auf der Armlehne aufliegt, spüren). Danach wiederholt man das Ganze, sucht allerdings nur nach jeweils zwei Dingen, die man sieht/hört/fühlt, danach das Ganze mit jeweils einer Sache, die man sieht/hört/fühlt. Man kann sich anstrengen, jedes Mal andere Dinge zu finden, dann wäre es eine Übung, die ablenkt. Ein anderer Ansatz wäre, die gleichen Dinge aufzuzählen, das macht einem dann bewusst, dass sich nichts verändert hat, obwohl eine gewisse Zeit vergangen ist. Ich weiß nicht, ob du das kennst, aber manchmal hat man das Gefühl, das man in den eigenen Gedanken untergeht, diese Übung kann einen dann schnell wieder in die Realität zurückholen.

Ich hoffe sehr, dass ich dir und auch anderen helfen konnte. Viel Glück weiterhin!

Lg Merlchen1607

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Kommentar von Merlchen1607
21.04.2016, 01:15

Ps: Wenn du den Drang nach Selbstverletzung spürst, dann ist es immer eine gute Entscheidung, sich von außen Hilfe zu holen, d.h. außerhalb der Familie und dem Freundeskreis, auch, wenn es evtl. sehr viel Überwindung kostet, sich einzugestehen, das man (professionelle) Hilfe braucht. Bitte lass dir helfen, es gibt einen Weg aus dem Ritzen hinaus, auch für dich. Bleib stark! Ich habe schon gelesen, dass du mit deinen Eltern nicht darüber reden möchtest. Psychologen und alle Ärzte sowie Psychiater haben Schweigepflicht!

Ein guter Weg, zu einem Therapeuten zu gelangen, ist es, zum normalen Hausarzt, bzw. Kinderarzt zu gehen. Die "Ausrede" für deine Eltern wäre, dass du dich gerne einmal durchchecken lassen möchtest, also eine Routineuntersuchung. Bei dieser Untersuchung kannst du dann bevor sie richtig beginnt deinen Arzt oder deine Ärztin in den "wahren" Grund deines Termins einweihen. Ärzte bieten nahezu jedes Mal auf Wunsch eine Liste mit Therapeuten und Psychiatern an. Du könntest den Arzt oder die Ärztin dann im weiteren Verlauf des Gesprächs fragen, ob sie oder er mit deinen Eltern sprechen könnte, da du dich unsicher fühlst, selbst mit ihnen darüber zu reden. Meist verstehen Ärzte, das Jugendliche nicht sehr gerne mit ihren Eltern über Probleme reden mögen. Wenn dein Arzt oder deine Ärztin dann alles in die Wege geleitet hat (dir eine Liste mit Therapeuten herausgesucht hat, mit deinen Eltern gesprochen hat), dann braucht es meist nur einen Anruf bei einem der Therapeuten (den du selbst tätigen kannst) und du kannst dich bei dem Therapeuten vorstellen. Die ersten Gespräche kosten nichts, sie gelten als "Kennenlernen". Wenn du dann einen Therapeuten gefunden hast, dann müssen deine Eltern ein Formular unterschreiben, mit dem sie einer Therapie zustimmen, sofern du noch unter 15 Jahren bist (bist du älter, kannst du eine Therapie auch ohne das Wissen deiner Eltern anfangen). Im Anschluss muss ein Antrag an die Krankenkasse für die Kostenübernahme der Therapiestunden gestellt werden, den entweder deine Eltern stellen können oder du gemeinsam mit deinem Therapeuten, der dich sicherlich dabei unterstützen wird.

Das hört sich für den Anfang immer sehr viel an, aber es ist weniger schlimm als gedacht. Und es lohnt sich.

Bitte spring über deinen Schatten und beginne eine Therapie, mit dem richtigen Therapeuten ist sie Gold wert. Ich wünsche dir viel Kraft für die Zukunft :)

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Also wie schon andere gesagt haben hilft Sport oft.. was mir aber auch hilft ist musik machen z.b... und bei depri stimmung Keine traurige Musik hören sondern eher fröhliche dann wird man selbst auch wieder besser gelaunt
Hoffe dass ich dir ein bisschen Helfen konnte

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Ein Coming Out hilft da enorm weiter. Sich öffnen und seine Probleme herausschreien. Anderen mitteilen, wasd mit einem los ist.

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Sports hilft meiner Ansicht nach wirklich am besten. Optimalerweise in irgendeinem Verein, dann hängt es weniger von deiner Motivation ab als zum Beispiel beim joggen gehn. Such dir am besten was, was dich so richtig auspowert, damit du danach träge/müde bist.

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Kommentar von NightxMare
20.04.2016, 21:20

Ich geh auf ein Gymmi, da ist nicht viel Zeit für Hobbys oder Sport. Ich musste alle Hobbys aufgeben.

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Du muss unbedingt deinen jimllischen Vater kennenlernen. Er liebt dich und hat dich für ihn geschaffen. Das ist die Bedeutung des Lebens, dass du immer in der Gegenwart deines Schaffers bist. Er füllt dich mit seinem Geist, dem Heiligen Geist und der Heilige Geist bringt dir (in dein Herz) den Frieden, die Freude und die Liebe Gottes, so dass du niemals mehr daran (sich ritzen) denken wirst. Jesus liebt dich mein Freund, rede einfach mit Ihm und sag Ihm, du willst ihn kennenlernen. Wenn du es willst, wird Er sich dir offenbaren. 

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Kommentar von NightxMare
20.04.2016, 21:18

Ich wurde vor kurzem Konfirmiert, und hab mir vorgenommen ein besserer Mensch zu werden.

Hat nicht geklappt...

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Vielen helfen Ersatzhandlungen, wie ein Gummiband an die Haut schnalzen, Chilischoten essen...

Vielleicht findest du unter dem Link etwas, was dir helfen kann

http://www.rotelinien.de/alternativen.html

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Kommentar von YoungLOVE56
20.04.2016, 21:20

Das sind nur "Ersatz-Schmerzen", die ihr nicht weiterhelfen werden.

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Kommentar von skogen
20.04.2016, 21:22

Aber in Therapie willst du auch nicht? Tja..

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Kommentar von YoungLOVE56
20.04.2016, 22:10

@BellaBoo: Ich habe auch nicht gesagt, dass ich mit Ritzen was zu tun habe. Ich verstehe nur nicht, was das bringen soll, sich anderweitig Schmerzen zuzufügen - der Betroffene soll schließlich gänzlich damit aufhören, sich selbst zu "bestrafen". Und manchen geht es ja nicht nur um den Schmerz. Man hört immer wieder, dass diese Methode nicht funktioniert.

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