Was kann man gegen Angstzustände und Panik machen?

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4 Antworten

Es kommt darauf an, ob du mit klinische (medizinisch relevante) Angstzustände meinst oder Angstzustände alltäglicher Natur. Klinisch relevante Angstzustände wie z.B. Panikattacken müssen gewisse objektive Kriteren erfüllen. Mehr dazu findest du hier: http://deprimed.de/angststoerungen/

Bei alltäglichen Angstzuständen, welche auch ein gewisses ausmass annehmen können (jedoch bei weitem nicht so stark sind wie die klinischen) hilft in erster Linie ruhig bleiben, sich ablenken oder auch pflanzliche Mittel. Auch kann man eine Verhaltenstherapie machen, falls einem die Beschwerden zu stark einengen.

Bei klinisch relevanten Angststörungen hingegen, kann man weder ruhig bleiben (bzw. nur mit langem therapeutischem Training), noch sich ablenken, noch helfen pflanzliche Mittel ausreichend.

In jedem Falle ist auch bei klinisch relevanten Angststörungen eine Psychotherapie angesagt (meist Verhaltenstherapie), unabhängig der anderen Behandlungsmethoden. Dort lernst du dich dosiert deiner Angst stellen und entwickelst Strategien um sie unter kontrolle zu halten. Bis eine Therapie wirkt, kann es jedoch Monate (wenn nicht Jahre) gehen.

Bei schwereren klinisch relevanten Angststörungen werden auch Medikamente eingesetzt. Es gibt grundsätzlich 2 verschiedene Medikamententypen in einem solchen Fall:

  • Benzodiazepine sind Notfallmedikamente. Sie können einfach bei Bedarf eingenommen werden und wirken bereits ca. 20min nach der Einnahme. Sie sind extrem effektiv und haben fast keine Nebenwirkungen (ausg. Müdigkeit). Das Problem von Benzodiazepinen wie zB. Lorazepam (Tavor/Temesta) oder Alprazolam (Xanax/Xanor) ist, dass sie bei längerem und regelmässigem Konsum abhängig machen (nach ca. 4-8 Wochen). Eine kurzzeitige Einnahme unter ärztlicher Aufsicht ist jedoch kein Problem. Hier mehr Infos zu Benzodiazepinen: http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/
  • Für eine längerfristige Therapie werden vor allem Antidepressiva der SSRI und SSNRI-Klasse verwendet. Diese wirken gegen Angststörungen ironischerweise zuverlässiger als gegen Depressionen. Antidepressiva machen nicht abhängig, doch sie sind mit diversen Negativpunkten verbunden. Erstens müssen sie täglich (also nicht nur bei unmittelbarem Bedarf) eingenommen werden. Zweitens wirken sie erst nach 3-5 Wochen. Drittens sind sie mit starken Nebenwirkungen verbunden (besonders zu Beginn der Einnahme). Trotzdem sind sie die erste Wahl wenn es um die Bekämpfung von klinisch relevanten Angststörungen geht. Mehr Infos zu Antidepressiva der SSRI und SSNRI Klasse hier: http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/

Wenns ohne Medikamente geht umso besser. Wenn nur mit, dann ist es auch kein Weltuntergang.

Noch zu deiner Frage bezüglich Genesung. Klinisch relevante Angststörungen verlaufen in über 50% chronisch. Dies sagt jedoch nichts über deinen speziellen Fall aus. Zudem können sie medikamentös und psychotherapeutisch gut behandelt werden.

Ängste im Alltag gehen meist nach einiger Zeit von alleine weg.

)Man sollte sich in die Gesellschaft gutgelaunter Freunde begeben, und sich durch gemeinsame Aktivitäten ablenken . :)

Hatte ich auch ne zeit lang. Immer wenn dann so eine Situation war, habe ich mir selbst gesagt, dass es nicht echt ist und dass alles o. k. ist. Versteif dich nicht so arg darauf und alles ist gut. Ich weiß, leichter gesagt als getan.

Bauchatmung und ein Spaziergang würde ich empfehlen.

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