Was kann man denn unter "konkrete Maßnahmen" verstehen?

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Konkrete Maßnahmen wären, nicht in Ländern und von Lieferanten produzieren zu lassen, in denen Kinderarbeit herrscht.

Allerdings bedeutet  "direkter Dialog" und "Unterstützung" lediglich, dass man gegen Kinderareit ist, dagegen vorgeht, nicht aber, dass ausgeschlossen werden kann, dass Teile nicht doch von Kindern gefertigt wurden.

HTH

G imager761

Eine Weltfirma wie ADIDAS produziert und verkauft international. Sie haben internationale Lieferanten. Sie stehen zudem unter scharfem Preiswettbewerb denn Markenbindung ist auch im Sportartikelbereich nicht sehr hoch. Das Käufervolk will 'billig', egal wie. Wer etwas anderes behauptet, soll mal erklären, warum die Billigstanbieter wie KIK und andere so erfolgreich im Markt sind. Doch nicht, weil ihnen die Kunden weglaufen. Moralisten machen vor dieser Tatsache gern die Augen zu. Andererseits stellen unsere Medien gerne - auch wenn sie paralell dazu die 'Billigideologie' heftigst verbreiten - die Folgen der Billigproduktion an den moralischen Pranger. Also versuchen internationale Hersteller bei ihren direkten Vorlieferanten auf einen Standard zu drängen, der in der Spitze der jeweiligen Länder liegt. Mehr ist nicht drin, doch das ist eigentlich schon viel.

Ob die ADIDAS-Leute allerdings alle Lieferanten ihrer Vorprodukte kennen, ist unsicher, denn im Zuge der Billigideologie haben sich 'Agenturen' gebildet, die ihr Geld damit verdienen, dass sie Vorprodukte 'billigst' besorgen. Wo die dann herkommen, weiß der Verarbeiter nicht immer. Diejenigen, die die große Gier der Manager und Politiker so gern an den Pranger stellen, ahnen meist gar nicht, welche wirtschaftlichen Strukturveränderungen ihre 'kleine Gier' des "Geiz ist g.eil" nach sich zieht. Manche bekommen dann den moralischen Katzenjammer ohne zu ahnen, wie sehr sie selbst mit ihrem Kaufverhalten an diesen Strukturen mitgewirkt haben. Von der "Lebensqualität", die im umfassenden Sinn der Kanzler Willy Brandt einmal in seiner Regierungserklärung gesprochen hat, ist doch nur noch eine vulgärmaterialistische Ramschsammlermentalität übrig geblieben. 

Ein Unternehmen wird kaum direkten Einfluss darauf haben, wenn in einem Land oder einem Lieferantenbetrieb Verstöße gegen Menschenrechte begangen werden. Beispielsweise Kinderarbeit oder Dumpinglöhne. Man wird allenfalls darauf hinweisen können, dass man eventuell die Verträge kündigt und dies auch tun, wenn die Warnung nicht fruchtet.Allerdings muss man dann damit rechnen, höhere Preise bei einem anderen Lieferanten zahlen zu mössen.

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