Was kann man als Eltern tun, um seinem ab und zu sehr bockigen Kind beim Lesenlernen unter die Arme zu greifen?

7 Antworten

Erst mal würde ich auch unbedingt professionelle Hilfe suchen und Fachbücher zum Thema lesen, bevor su selbst experimentierst.

Mich erinnert das Problem sehr an meinen Bruder. Der hatte Downsyndrom und lernte gar nicht lesen, in der gesamten Schulzeit wurde nicht mal jeder Buchstabe durchgenommen. Meine Mutter war ausgebildete Erzieherin/ Sonderschullehrerin, und trotzdem versagte sie bei ihm lange kolossal, setzte sich alle Jubeljahre mit ihm für eine Stunde oder länger zum Lernen an den Tisch (da ging es um Zahlen, malen etc. - nichts Anspruchsvolles). Ergebnis war eine komplette Verweigerungshaltung zu Hause bei allem, was mit Schulstoff zu tun hatte.

Als er dann 20 war und aus der Schule raus und sich einige inakzeptable Verhaltensweisen angewöhnt hatte - im Restaurant mit den Fingern zu essen etc. - begann sie ein „Erziehungsprogramm“. Dazu gehörte morgendlich vor dem Abgeholtwerden zur Arbeit und jeden Abend das Schreiben auf eine Tafel. Es fing mit dem Datum an, dann kam die Uhrzeit, dann kamen einzelne Worte. Jedes Thema wurde so lange täglich wiederholt, bis er etwas damit anfangen konnte. Also z.B. das Datum ein Jahr lang.

Lesen lernte er nicht mehr, aber durch diese Übungen und das Fernsehen - sein zeitintebsives Hobby - erkannte er irgendwann einzelne Worte, z.B. auswärts auf Werbeplakaten die Namen der TV- Sender und die Uhrzeiten.

Wenn du diese Methode anwenden möchtest, würde ich EIN Thema pro Woche nehmen und täglich EINE Sache lesen und schreiben lassen, z.B. eine Woche nur Wörter mit f (z.B. „Ich freue mich heute auf…“ und er darf eine Sache nennen). Das F sollte dann besonders betont werden, vielleicht auch 10 mal wiederholt und dann gibt es eine kleine Belohnung, einen besonderen Saft oder Brotbelag oder so.

Und wenn sie das kann, kommt der nächste Buchstabe, aber keiner, den er mit dem ersten verwechseln kann.

Schau mal, ob es Buchstabenmemory gibt und spiele das mit ihm (begeistert, mit kleinem Preis, nicht als Lernaufgabe).

Und dann übt erjeden Morgen und Abend, erst ein Wort, dann mehrere, zu bilden. Wie heißen die Buchstaben, wie spricht man sie aus, wie zieht man sie zusammen? Eff, fffff, Er, rrrrrrr, ffffffrrrrrrrr, eu umkreisen, das ist ein Laut, „äu“, ffffffrrrrrrrrräu usw. Ruhig auch übertreiben, dabei lachen, herumalbern, es nicht darstellen als Lernaufgabe, die er machen muss und schon können müsste.

Beim Downsyndrom hilft die Ganzwortmethode - statt Buchstaben zusammenzuziehen erkennt man ganze Wörter, wie bspw. die TV-Sender. Möglicherweise könnte das für den Anfang auch helfen - einige Worte so oft zu wiederholen, bis er als ganzes Wort erkennt, ohne zu „lesen“. Das sollten Worte sein, die oft in den Schultexten vorkommnen.

Gehör abklären lassen

Ergotherapie beantragen

fachlichen Test auf Legasthenie beantragen

das Üben sollte nicht länger als 20 min dauern

Ruhe bewahren, denn das Kind selbst leidet am meisten darunter

Du setzt ihn unter Druck und er fühlt sich hilflos und überfordert. Das führt nur dazu das er lesen, Buchstaben und alles was damit zusammenhängt ablehnt. Lass das Thema zu Hause soweit wie möglich ruhen. Legasthenie könnte durchaus sein, ich hatte in der Klasse einen Junge der war in allen Fächern relativ gut, nur lesen ging auch in der 8 Klasse noch sehr schleppend.

Ich würde das mit dem Kinderarzt besprechen. Und über eine Nachhilfe nachdenken. Mit Nachhilfe meine ich eine Lehramtsstudentin oder so. Mit einer fremden Person, die entspannt und nett ist, geht es oft besser als mit den Eltern.

Warum? Ich war in der ersten Klasse auch zu doof zum Schreiben. Nur durch einen Schulwechsel habe ich nicht wiederholt. Das hat sich bis zur dritten Klasse gezogen. Ich musste zur Förderstunde und mein Vater war auch kurz vorm Ausrasten mit mir. Im Diktat 20-30 Fehler war bei mir keine Seltenheit! Die Uhr konnte ich auch nicht lesen. War mit Radfahren und Schwimmen richtig spät dran.

Schreiben ist nie meine Passion geworden aber ich habe irgendwann den Spaß am Lesen entdeckt und einen Masterabschluss geschafft.

Ich habe es auch bei meinem Neffen gemerkt. Letztes Schuljahr lagen bei den Kindern und den Eltern die Nerven blank. Da haben wir bei mir auch schon mal mit Hustenbonbons gerechnet, weil die Motivation bei 0 war.

Da ich selbst mehreren Kindern Nachhilfe gegeben habe kann ich dir nur dazu raten es mal zu versuchen. Oft sind die Kinder gar nicht zu doof sondern brauchen einfach nochmal eine extra Erklärung. Für so einen kleinen Mann könnte das dann aus 2 x 10 Minuten Buchstaben, Silben, kleinen Wörtern bestehen und noch 10 Minuten vorlesen.

Meine Mama hat noch ein Bild von mir mit dem Papper und dem Fert (Papa mit Pferd)… 🙈.

Professionell abklären und es mit einer fremden Person versuchen. Auch wenn man es als Elternteil gut meint überträgt man schnell eine Spannung, die das Kind blockiert. Kann ich nur von mir selbst so sagen.

Lass mal Legasthenie prüfen klingt sehr stark danach, deshalb wird er auch bockig, er verstehts nich, frag ihn mal ob er den Unterschied von den Buchstaben erkennt.

Legasthenie is im Gehirn da kann man nur helfen besser zu schulen durch gutes Personal.

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