Was kann man als Angehöriger eines sich in Psychotherapie befindlichen Familienmitglieds machen?

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5 Antworten

sich eher nicht auf diskussionen einlassen, weil je nach krankheitsbild die aufnahmefähigkeit für info der "gegenseite" eingeschränkt bis kaum vorhanden ist. ich würde versuchen, mehr zuzuhören als zu entgegnen. vielleicht würde es dem patienten helfen, wenn er hört, dass es dem beschuldigten leid tut, dass es dem patienten schlecht geht oder dass der patient bestimmte dinge so negativ erlebt hat - damit ist gemeint, dem patienten die eigene anteilnahme zu zeigen und ihn und seine belastung anzuerkennen. man muss dazu aber nicht die schuld, die man angetragen bekommt, annehmen; nur mit einem abstreiten wäre der patient sehr wahrscheinlich überfordert.

wichtig wäre, sich über die erkrankung zu informieren. man kann sich im internet ratgeber runterladen oder sogar zuschicken lassen. dann gibt es auch selbsthilfegruppen für angehörige, wo man sich austauschen kann z.b. über den umgang mit patienten.

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Psychotherapie löst natürlich auch entsprechend etwas aus und das muss vorerst nicht immer etwas klar erkennbar Positives sein. Viele Menschen sind zu Gefühlen wie Ärger und Wut häufig gar nicht mehr in der Lage und wenn das dann wieder raus kommt dann häufig in einem Übermaß. Ich würde in einem normalen Ton mit dem Angehörigen sprechen und auch Grenzen setzen aber nicht zurück schreien oder in einen Streit hinein ziehen lassen. Wenn du für Probleme verantwortlich gemacht wirst sollte man sich auch selbst hinterfragen ob an den Vorwürfen etwas dran sein könnte. Er/Sie wird die Vorwürfe ja vermutlich auch begründen!?

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lass dich mit in die therapie einbeziehen. der therapeut kann dir sicherlich dabei helfen sein verhalten besser einordnen zu können.

ansonsten würde ich es für wichtig halten, dass du ihm nicht genauso begegnest, sondern verständnis für seine situation zeigst und entsprechend nicht nachtragend bist.

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Ganz wichtig meiner Meinung nach: Klare Grenzen ziehen, also sich nicht alles gefallen lassen, weil derjenige ja krank ist und nichts dafür kann. Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen ist nämlich auch etwas, um das es in der Therapie geht. Also ganz klar sagen: Ich verstehe zwar, dass es dir schlecht geht, aber das lasse ich mir nicht gefallen. Im Zweifelsfall eine Auszeit nehmen, sagen: Wir reden weiter, wenn du dich beruhigt hast. Mit meinem besten Freund mache ich das so, er Borderliner, ich emotional instabil mit Verlassensängsten, die bei jedem Konflikt aufkeimen, und dann schaukeln wir uns gegenseitig hoch.. stattdessen haben wir eine Stop-Vereinbarung - wenn man das Gefühl hat man wirft sich nur noch gegenseitig Sachen an den Kopf, kann jeder Stop sagen, dann geht man eine Viertelstunde auseinander und redet dann weiter.

Du solltest demjenigen einerseits signalisieren, dass du dir nicht alles gefallen lässt, andererseits aber auch, dass du ihn nicht fallen lässt. Wir machen das etwa so, dass wir uns wenn man denn mal eine Auszeit braucht sagen: Ich hab dich lieb, aber gerade führt das Gespräch zu nichts / scheinst du sehr aufgebracht und solltest dich erst einmal beruhigen, bevor wir weiter sprechen / fühle ich mich unfair behandelt, etc. und brauche mal eine Pause, wir klären das nachher. Und das wird von beiden Seiten akzeptiert.

Ihr solltet euch zusammen setzen und klare Vereinbarungen treffen. Bitte denjenigen doch auch, in der Therapie zu fragen, wie solche Situationen besser zu meistern sind, wie er die Ausraster dämmen kann. Meine Therapeutin fragt immer, ob etwas Aktuelles anliegt, das ich gerne ansprechen möchte, und dann schaut man da gemeinsam, wie man so eine Situation entschärfen kann. Da habe ich auch schon angesprochen, wenn ich mit meinem besten Freund gestritten habe, wir sind die Situation durchgegangen und haben aufgespürt, was ich hätte anders machen können, damit der Konflikt nicht so sehr hochkocht, aber auch was ich von ihm fordern, bzw. worum ich ihn bitten sollte, damit man sich einfach gegenseitig weniger weh tut und das Ganze vernünftiger klärt. Dazu muss es der Betroffene aber natürlich auch ansprechen.

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Wahrscheinlich kann man da gar nichts machen. Man muß ihm Zeit lassen. Die Schuldzuweisungen sind wohl auch normal, man sucht ja immer einen Schuldigen, auch wenn es keinen gibt und man selbst für alles verantwortlich ist. Einfach die Therapie abwarten, dann wird sich bestimmt alles regeln.

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