Was kann man alles beim Konservatismus kritisieren?

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3 Antworten

Man könnte eher die Gegenfrage stellen: Was kann man am Konservatismus eigentlich nicht kritisieren?

Konservative weigern sich, mit der Zeit zu gehen. Wie das Wort schon sagt ("conservare" = erhalten), wird sturköpfig und wider besseren Wissens auf auf alten Traditionen und Konstrukten beharrt. Deswegen wir der Begriff auch häufig synonym für "rückständig" oder "altmodisch" verwendet.

Im politischen Kontext ist der Konservatismus ein Gegenspieler von der Epoche der Aufklärung (Aufklärung nach Kant: "Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen"), des Liberalismus (dazu hast Du ja letztens erst eine Frage gestellt, die ich Dir auch beantwortet habe), des Säkularismus sowie linken politischen Strömungen, also dem Sozialismus bzw. der Sozialdemokratie.

Das bedeutet, konservative Parteien sind eigentlich immer religiös und lehnen demnach ein laizistisches Staatsmodell (Laizismus = Trennung von Staat und Religion) ab. Sie sehen es als ihre Aufgabe an, traditionelle und religiöse Werte zu erhalten und in ihre Politik einfließen zu lassen. Egal ob es sich um den Einfluss der Kirche handelt, um Religionsunterricht, um Abtreibung, Rechte von Homosexuellen, neue Familienmodelle oder die Rolle der Frau.

Jedes Land hat seine konservativen Parteien, in den USA sind es die Republikaner (Ted Cruz, Donald Trump), in der Türkei die AKP (Recep Tayyip Erdogan), in Spanien die PP (Mariano Rajoy), in Deutschland die Union sowie neuerdings die AfD.

Lasse Dich nicht von den Beiträgen hier verwirren, die behaupten, Merkel und die CDU seien "links". Dies wird neuerdings behauptet, weil Merkel eine überraschend weltoffene Position in der Flüchtlingskrise eingenommen hat. Davon waren viele CDU-Wähler enttäuscht, weil sie sich eigentlich lieber eine Abschottung, eine Verteidigung der "christlichen abendländischen Werte" gewünscht hätten. Außerdem ist Angela Merkel eine typische Machtpolitikerin und wechselt wie ein Chamäleon öfter mal ihre Farbe, um es allen Recht zu machen. Oskar Lafontaine sagte dazu einmal: "Bei Schröder fing es an, bei Merkel ist es das gleiche: Beide machen den Eindruck, dass der eigene Machterhalt im Vordergrund steht und dass sie kein persönliches Projekt mehr haben." Um politisch "links" zu sein, gehört jedenfalls weit mehr dazu, als Flüchtlinge willkommen zu heißen. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Die CDU, bzw. die Union (CDU/CSU), ist zwar in den vergangenen Jahrzehnten schon etwas offener geworden und versteht sich laut eigener Aussagen nicht mehr als "mitte rechte Partei", sondern als "Partei des politischen Zentrums". Nach wie vor ist die Union aber wertkonservativ, orientiert sich an der katholischen Soziallehre und eine Angela Merkel beispielsweise sagt klar und deutlich, dass Homosexuelle ihrer Meinung nach keine Ehe eingehen dürfen.

Bei weiteren Fragen kannst Du Dich gerne an mich wenden. LG

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uyduran 28.03.2016, 14:15

Danke für die Auszeichnung! :-)

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Kritik am Konservatismus kann man eigentlich ganz leicht üben: Man sucht sich ein paar Veränderungen, die notwendig oder zumindest vorteilhaft wäre. Solche werden einem immer einfallen.

Und da der Konservatismus gegen Veränderungen ist, wird er diese vorteilhaften Veränderungen i.d.R. ablehnen. Schon hat man Kritikpunkte. 

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Wo sollte man da anfangen, so viel läppert sich da zusammen.

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