Was kann ich tun, um weniger nachtragend zu sein?

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4 Antworten

Ich find's grad wirklich cool, wie alle sagen "Lass die negativen Gedanken los", aber keiner erklärt, wie eigentlich. :D

Tipp Numero Uno: Atmen. Und zwar nicht so dieses meditative Beruhigungsatmen, sondern eher ein Schnaufen/Knurren. Leg den ganzen Ärger in ein Geräusch und lass es raus - das löst nicht alles auf, aber machts für viele etwas leichter. So ein richtig angepisstes "Seufzen" hilft dem Körper, Spannung abzubauen.

So, das aber nur für die Akutsituation, was die Langfristigkeit angeht: Nun gut, dass dieser Mensch das mit dem "Tod" in einem irrationalen Anfall gesagt hat, ist dir auf rational-kognitiver Basis klar - emotional aber nicht. Also würde ich mir, bevor ich das mit dem Vergessen angehe, erst einmal zugestehen, dass es ein ausgesprochen mieser Sager war. Wenn man Dinge wegschiebt, bleiben sie hartnäckig - wenn man ihnen zumindest einen gewissen Status für eine Weile einräumt, lässt sich leichter mit ihnen umgehen. Es wirkt vielleicht wie eine Kleinigkeit - aber jemandem den Tod an den Hals zu wünschen ist in Wahrheit gar nicht so klein - und ich glaube, ein Teil von dir spürt das deutlich.

Das nächste wäre Empathie - mach dir nicht auf rationaler Basis klar, dass ärgerliche Dinge "schon irgendwo erklärbar" sind, sondern versuche ganz bewusst, dich in die andere Person hineinzufühlen. Insbesondere, wenn du weißt, dass es eine Affektsituation wie die mit diesem Todeswunsch-Sager war - stelle dir vor, du wärst so unendlich wütend, dass du jemandem, der dir wichtig ist, den Tod an den Hals wünscht - und mache dir bewusst, wie du dich währenddessen und danach fühlen würdest. Etwas zu wissen, bringt oft recht wenig - es zu erleben allerdings häufig recht viel.

Und das Letzte ist: Versuche, dir innerlich vorzustellen, wie eine Mutter auf ihre Kinder reagiert. Das klingt jetzt vielleicht etwas schräg - aber die Sache ist die: Kinder können ganz fürchterliche Fratzen sein - aber eine Mutter wird dennoch so gut wie immer einen Weg finden, sie deshalb kein Stück weniger zu lieben. Diese "Liebe allem zum Trotz" muss man sich aufbauen, eine gewisse Nachsicht und Großzügigkeit. Gerade wütende Menschen haben sehr viel von Kindern - sie wissen in dem Augenblick nämlich eigentlich nur begrenzt, was sie da gerade tun. Stelle dir diese Unbeholfenheit bewusst vor und versuche, zu verstehen, wie klein man sich innerlich fühlt, wenn man so "auszuckt". Ich will damit nicht sagen, dass du die Menschen nicht ernst nehmen sollst, sondern, dass es gut ist, wenn wir uns eine gewisse "Großzügigkeit" visualisieren im Umgang mit Ärger. Jeder Mensch versucht in Wahrheit nur verzweifelt, irgendwie durch's Leben zu kommen, ohne großen Schaden zu erleiden oder zu verursachen - diese Probleme kennst auch du. Versuche, mit den Menschen, die dich ärgern, auf dieser Basis einen Verbindungspunkt zu finden - innerlich. Dann wird es vielleicht leichter für dich, sie nicht so sehr als "Gegner" zu empfinden.

Und letztlich: Visualisiere dir deinen Ärger. Wut, vor Allem lang anhaltende, nagt und zehrt massiv an uns. Durchaus sogar buchstäblich - denn negative Gefühle sind nicht gut für's Immunsystem, wenn sie zu lange anhalten. Stelle dir also deinen Ärger (nur als Beispiel, da kann sich jeder sein eigenes Bild basteln) als schwarzes Ekel vor, das sich an dir festsaugt und dich schwächt. Und dann stelle dir vor, wie du genau dieses Ding aus dir herausreißt und weg wirfst.
Dieser Tipp hilft nicht jedem - es kommt darauf an, ob man jemand ist, der mit Visualisierungen und Metaphern viel anfangen kann, oder nicht.

Das sind halt so meine Methoden und Taktiken - für mich funktionieren sie. Manchmal sogar zu gut - ich kann nämlich selten jemandem allzu lange böse sein - nicht zuletzt, weil ich Wut als etwas schrecklich Unangenehmes empfinde. Ergo will ich sie immer möglichst sofort los werden.

Ich hoffe sehr, dass da irgendwas dabei ist, das dir hilft. Falls nicht, tut's mir leid.

Liebe Grüße

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Kommentar von frstrich
02.12.2016, 17:48

Ich danke dir. Ich muss gestehen, dass ich gestern Nacht noch bis fünf wachgelegen habe, weil mich das nicht losgelassen hat. Aber das sind wertvolle Tipps. Heute Nacht passiert mir das nicht mehr. Ich bezweifle zwar, dass die Person selbst darunter leidet, da er sich im Recht wägte und außer sich vor Wut war (zugegebener Maßen, war es ein Fehler von uns beiden, aber hauptsächlich von mir), aber wahrscheinlich hast du Recht, und es bleibt mir nichts anderes übrig, als ihn als impulsiven Idioten abzustempeln, auch wenn ich eigentlich das Pauschalisieren von Menschen (Persönlichkeiten) nicht leiden kann. So denke ich, wenn er sehen würde, was dieser Satz von ihm angerichtet hat, würde er die eigene Tragweite begreifen. Wahrscheinlich gehe ich tatsächlich viel zu rational an die Sache ran, anstatt einfach mal zu akzeptieren, dass es hier nur eine emotionale Lösung gibt. Aber nochmal: Vielen Dank!

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Deine Empfindlichkeiten in Sensibilität umzuwandeln...ist ein erster Schritt......

Sensibilität.  ist echt.. sie macht uns zu einem echten Menschen..

. Verzeihen ist die beste "Rache"....

Deine Reaktionen werden dich stärker  machen....du lernst gerade damit umzugehen....

Nachtragende Gedanken.. verbrauchen unheimlich viel Energie...du hast das bereits erkannt....und kannst dich nun zurück lehnen.!

Du bist sehr mutig...  denn du reagierst mit Besonnenheit.... und dein Gegner lernt daraus.

Bleib mutig und reagier mit Köpfchen.    

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Zum Vergeben bereit sein — Vergeben und Vergessen ...

Darauf zu achten, dass uns niemand unseren Frieden wegnimmt, ist sehr wichtig.

Mit Vergeben ist selbstverständlich nicht gemeint, dass man verkehrtes Verhalten billigt oder den angerichteten Schaden herunterspielt. 

Vielmehr geht es darum, jegliche negativen Gefühle loszulassen und sich seinen Herzensfrieden zu bewahren. 

Wer negativen Gedanken nachhängt und ständig darüber nachgrübelt, wie schlecht man ihn doch behandelt hat, der lässt sich durch das Verhalten anderer sein Glück rauben. 

Lass Dich nicht von solchen Gedanken beherrschen. Vergiss nicht: Wer nachtragend ist, kann nicht glücklich sein. Sei deshalb zum Vergeben bereit. 

Hier ein weiser biblischer Rat:

Epheser 4:31, 32: "Möge alle boshafte Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und lästerliches Reden samt aller Schlechtigkeit von euch entfernt werden. 32 Werdet aber gütig zueinander, voll zarten Erbarmens, einander bereitwillig vergebend, so wie auch Gott euch durch Christus bereitwillig vergeben hat."

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Sei dir  selber gegenüber genau so nachtragend, wie du es anderen gegenüber bist: so wirst du weniger nachtragend werden! 

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Kommentar von frstrich
02.12.2016, 02:41

Danke, nur sind gerade meine eigenen Fehler die, die sich noch mehr in mein Gedächtnis einbrennen... Aber das ist wiederum ein anderes Problem...

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