Was kann ich rechtlich nun tun?

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7 Antworten

In dem Vertrag stehen unsere Namen, die vereinbarte Summe, eine Frist bis zur Rückzahlung und das es sich um ein Darlehen handelt. Diese Sache ist auch von beiden Parteien unterschrieben worden.

Immerhin.

Was kann ich nun tun? Kann ich ein Mahnverfahren einleiten?

Ja. Antrag auf Mahnbescheid, geht sogar direkt online:

http://www.mahngerichte.de/onlineverfahren/

Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich noch?

Typischerweise die Zivilklage, wobei man sich aber ebenso fragen muss, ob der Schuldner überhaupt leistungsfähig ist. Einem nackten Mann kann man nicht in die Taschen greifen. Insofern ist ab einem bestimmten Punkt reiflich zu überlegen, ob man schlechtem Geld noch gutes hinterherwerfen will. Auch der Anwalt will bezahlt werden, und der bekommt sein Geld - nämlich dann vom Auftraggeber.

Hey Du.

Neben den anderen überaus relavanten Antworten, kannst Du trotzdem erstmal "vorsichtig" anfragen, was denn los ist. Du wirst sicherlich nähere Umstände kennen, Wir hier bei "GuteFrage" aber nicht.

Wenn die Kommunikation zwischen Euch Beiden allerdings ziemlich quer liegen sollte, mach es schriftlich per Übergabe- Einschreiben, eigenhändig, mit Rückschein. Setze in den Text deine Aufforderung zur Zahlung rein, mit dem Angebot verbunden, eine Ratenhöhen- Antwort seitens Darlehensnehmer umgehend zu erwarten.

Sollte das Einschreiben nicht angenommen sein oder werden können, gibt es die Hinterlegung für 7 Werktage zum Selbstabholen. Sollte die Annahme allerdings verweigert werden, hast Du vollendete Tatsachen vor Dir.

Somit bleibst Du weiterhin fair, bist nicht angreifend oder drohend unterwegs. Das Ganze kannst Du, auch wenn mit paar Euro Kosten ja doch für Dich erstmal wieder verbunden, trotzdem 2-3 Mal probieren. Mit Nachdruck versehen, aber nicht mit irgendetwas drohen.

Drohungen können nämlich nach hinten losgehen. Da liegst Du dann selbst unter Umständen in gewisser Verantwortung und Beweispflicht - heikle Sache. Besser Finger weg.

Solltest Du eine Rechtsschutz-Versicherung haben, kannst Du diesen Vorfall auch gern darüber abwickeln lassen. Beachte aber bitte, daß dieser Vorfall, je nach Situation und Vorgehen etc. zu deinen Lasten, sprich deiner RS-Versicherung geht, wenn der Darlehensnehmer nicht in der Lage ist zu zahlen. Die Gründe hierfür können weitreichend sein.

Sollte der Darlehensnehmer nicht zahlungswillig sein, obwohl offensichtlich liquide, dann ersparst Du Dir jeglichen Streß, wenn Du es gleich an deine RS-Vers. abgibst.

Sollte der Darlehensnehmer ein anderes Problem haben und in Angst versetzt sein, ist nur mit gut zureden oder Ähnlichem eine Möglichkeit gemeinsam zu finden. Hier kann ausgelöster Streß für unkontrollierbares, nicht nachvollziehbares Handeln sorgen. (Wie ganz oben schon geschrieben, die Situation selbst ist unbekannt, daher nur Gedankengänge meinerseits.)

Wenn es Dir möglich ist, eine neue Ratenzahlungsvereinbarung, inbegriffen gesunder Kommunikation untereinander, auf die Beine zu stellen, dann nimm das Angebot des Darlehensnehmers dankend an, auch wenn Du so nicht glücklich bist. Wenn das aber so regelbar ist, bekommst Du dein Geld aber scheibchenweise trotzdem.

Noch ein Gedanke, der aus meiner Sicht zu beachten ist, wenn Du im Moment keine Rechtsschutz-Versicherung haben solltest. Bitte komme keinesfalls auf die Idee, mal fix jetzt Eine noch abzuschließen. Eine RS-Vers. tritt nur dann auch inkraft, wenn ein Fall, um den es gehen könnte, noch gar nicht existiert.

Hoffe, habe nix vergessen. Versuche es erstmal friedlich, wobei gewisse Form von freundlichem Nachdruck Dir natürlich zusteht. Auch wenn es Dir komisch rüberkommt, aber mit Fairness und Entgegenkommen bist Du gut bedient. Auch Dir selbst gegenüber.

Kritik/ Fragen/ Meinungen etc. - sehr gern.

LG

Ja, du solltest ein gesetzliches Mahnverfahren einleiten. Das geht online über dein zuständiges Mahngericht. Kopie des Vertrages beilegen. Kostet dich um 35€.

Das Mahngericht schreibt deinen Schuldner an. Wenn der nicht reagiert, hast du gute Karten und bekommst gleich einen Titel.

Damit kannst du zum Gerichtsvollzieher gehen oder besser eine Kontenpfändung beantragen. Dafür benötigst du eine Bankverbindung deines Schuldners und die Anschrift seines Arbeitgebers. Sehr wirkungsvoll.

Du kannst ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Oder erst mal anrufen und drüber reden... bringt manchmal mehr.

Rechtlich gesehen ist es so dass dieser Vertrag zwischen zwei Privatpersonen abgeschlossen wurde. Du hättest nun umgehend die Möglichkeit den Betrag zivilrechtlich einzuklagen. Ich empfehle dir Druck zu machen und zu sagen: Ist das Geld nicht binnen 4 Tagen überwiesen wird die Sache deinem Anwalt übergeben und es kann für die Beklagte Partei zu Gerichtskoten kommen.


LG


Was die beklagte Partei nicht beeindrucken wird, sofern sie mittellos ist.

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@ronnyarmin

Zivilrechtlich ist im Normalfall immer was einzuräumen - Zur Not eben Besitztümer bzw. Zwangsversteigerung

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Wenn nicht anders im Vertrag festgelegt Mahnen und mit Gericht oder Inkasso-Büro drohen.

Der Rest klärt sich dann.

Das nimmt zum Einen schon gar kein Inkasso an (außer gegen hohe Gebühr, was sich de facto nie rechnet), zum Anderen ist das sinnlos, weil man da auch gleich selber mahnen kann (was deutlich billiger ist).

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@FordPrefect

Das Inkasso-Büro darf die Kosten vom Vertragspartner übernehmen.

Das ist genau wie vor Gericht, der Verlierer trägt die Kosten. 

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Das Inkasso wird sich ohne Kostenübernahme des Gläubigers hüten, hier tätig zu werden. Denn wo nichts ist, kann man eben auch nichts in Rechnung stellen. Zudem sind die überzogenen Fantasiepositionen der Inkassodienste sowieso regelmäßig nicht durchsetzungsfähig vor Gericht, weswegen man sich das als Gläubiger getrost gleich sparen kann. Und den Anwalt bezahlt ggfs. derjenige, der ihn beauftragt hat.

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@FordPrefect

Exakt. Allerdings wollte der OP seine Möglichkeiten des weiteren Verfahrens erfahren, nicht welche denn die optimalste wäre. 

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